Leitl: Österreich mit positver Handelsbilanz im ersten Jahresdrittel

Nach dem Export-Rekord-Jahr 2002 mit einer erstmals positiven Handelsbilanz, setzt sich dieser positive Trend heuer fort -Exportwirtschaft wird Österreich auch heuer wieder vor der Rezession bewahren

Wien (PWK515) - In den Monaten Jänner bis April des laufenden Jahres legten die österreichischen Exporte um 2,4% (Volumen 26,2 Mrd Euro) gegenüber der Vorjahresperiode zu. Die Importe nahmen im gleichen Zeitraum minimal, um 0,3% (Volumen 25,9 Mrd Euro) ab. "Somit konnte die heimische Wirtschaft heuer bereits in den ersten vier Monaten einen Handelsbilanzüberschuss von 300 Mio Euro erwirtschaften", freut sich WKÖ-Präsident Christoph Leitl. "Damit zeigt der österreichische Export trotz starkem Eurokurs erneut beachtliche Lebenszeichen, die unser Land wieder vor der Rezession bewahren und zahlreiche Arbeitsplätze sichern werden." Im EU-Schnitt fielen die Exporte um zwei Prozent.

"Besonders erfreulich und ermutigend ist, dass die Ausfuhren nach Deutschland, unserem wichtigsten Wirtschaftspartner, trotz der bekannten ökonomischen Probleme, über dem weltweiten Durchschnitt zulegen konnten", so Leitl. Das Ausfuhrplus nach Deutschland machte satte 3,5% aus (Volumen: 8,5 Mrd Euro). Die Exporte in den zweitwichtigsten österreichischen Handelspartner, Italien, verzeichneten sogar ein Plus von 4,8% (Volumen: 2,3 Mrd Euro). Gemeinsam macht der Anteil von Deutschland und Italien gut 40 % der österreichischen Gesamtexporte aus.

Die Ausfuhren in die Wachstumsregion Osteuropa konnten um 3,1% gesteigert werden. Nimmt man einzelne Länder heraus, so ergibt sich ein noch besseres Bild: Tschechien (+5,8%), Slowakei (+13%), Slowenien (+13,2%), Rumänien (+16,5%) oder Russland (+21,7%). Rückgänge verzeichneten wir bei Lieferungen nach Ungarn (-12,2%).

Betrachtet man die einzelnen Regionen, so ergibt sich ein sehr unterschiedliches Bild. Exportzuwächse gab es in den ersten vier Monaten nach Europa allgemein (+3,1%), die EU im speziellen (+1,4%), die österreichischen Anrainerstaaten (+4,9%), EFTA (+19,3%), MOEL (+1,5%), Osteuropa gesamt (+3,1%), europäische GUS-Staaten (+19,8%), Afrika (+8,7%) sowie Australien und Ozeanien (+40,2%). In die Überseeregionen Amerika, Asien sowie Naher und Mittlerer Osten gingen die österreichischen Ausfuhren leicht zurück.

So machte der Rückgang der Ausfuhren in die USA 3,5% aus. In die beiden NAFTA-Staaten wurden hingegen Zuwächse erzielt: Kanada (+10,8%), Mexiko (+22,2%). In Südamerika wurde der Einbruch der Ausfuhren nach Brasilien (-36,3%) von den Zuwächsen bei Exporten nach Argentinien (+20,2%) zum Teil aufgefangen.

Nach Asien gab es, auch bedingt durch SARS und die nach wie vor angespannte wirtschaftliche Lage Japans leichte Exportrückgänge (-2,2%). Wobei hier wieder einmal China positiv hervorzuheben ist. Leitl: "Die Exporte ins Reich der Mitte, das Japan als wichtigsten asiatischen Handelspartner schon längst überholt hat, behielten den Wachstumspfad bei." In den ersten vier Monaten um 10,4% auf 270 Mio Euro.

Bei den Ausfuhren in den Nahen und Mittleren Osten gab es auf Grund der Irak-Krise zu erwartende Einbrüche, die aber nicht dramatisch ausgefallen sind. Das Minus in die Region machte 8,4% aus. Wobei hier natürlich der starke Rückgang bei Exporten in den Irak selbst ins Gewicht gefallen ist. Andererseits gab es auch in dieser Region einige Lichtblicke: So legten etwa die Ausfuhren in den Iran (+36,8%), nach Saudi Arabien (+6,1%), Kuwait (+75,4%), Bahrain (+14,1%), Katar (+47,6%) oder in den Oman (+108,5%) gehörig zu.

Einen Schwerpunkt setzt die WKÖ künftig auf die Förderung von Lebensmittelexporten. Gemeinsam mit dem Landwirtschaftsministerium präsentierte Leitl vor Kurzem die Initiative "Export 1-24" (1-24 steht für die entsprechenden Zollkapitel). Ziel ist, die Quote der exportierenden Unternehmen der Lebensmittelwirtschaft von derzeit 24 Prozent um 10 Prozent zu steigern. Insgesamt sind 4.200 österreichische Betriebe mit 70.000 Mitarbeitern in diesem Bereich tätig. Die Exportquote der Branche beträgt 27,7%. Sie soll bis 2005 auf über 33% gesteigert werden. Walter Koren, Leiter der Außenwirtschaft Österreich (AWO) der WKÖ, weist darauf hin, dass vor allem in den künftigen EU-Mitgliedsstaaten ein enormes Absatzpotenzial für österreichische Produkte aus dem Lebensmittelbereich bestehe. (BS)

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