- 06.08.2003, 09:34:32
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Leitl: Österreich mit positver Handelsbilanz im ersten Jahresdrittel
Nach dem Export-Rekord-Jahr 2002 mit einer erstmals positiven Handelsbilanz, setzt sich dieser positive Trend heuer fort - Exportwirtschaft wird Österreich auch heuer wieder vor der Rezession bewahren
Wien (PWK515) - In den Monaten Jänner bis April des laufenden
Jahres legten die österreichischen Exporte um 2,4% (Volumen 26,2 Mrd
Euro) gegenüber der Vorjahresperiode zu. Die Importe nahmen im
gleichen Zeitraum minimal, um 0,3% (Volumen 25,9 Mrd Euro) ab. "Somit
konnte die heimische Wirtschaft heuer bereits in den ersten vier
Monaten einen Handelsbilanzüberschuss von 300 Mio Euro
erwirtschaften", freut sich WKÖ-Präsident Christoph Leitl. "Damit
zeigt der österreichische Export trotz starkem Eurokurs erneut
beachtliche Lebenszeichen, die unser Land wieder vor der Rezession
bewahren und zahlreiche Arbeitsplätze sichern werden." Im EU-Schnitt
fielen die Exporte um zwei Prozent.
"Besonders erfreulich und ermutigend ist, dass die Ausfuhren nach
Deutschland, unserem wichtigsten Wirtschaftspartner, trotz der
bekannten ökonomischen Probleme, über dem weltweiten Durchschnitt
zulegen konnten", so Leitl. Das Ausfuhrplus nach Deutschland machte
satte 3,5% aus (Volumen: 8,5 Mrd Euro). Die Exporte in den
zweitwichtigsten österreichischen Handelspartner, Italien,
verzeichneten sogar ein Plus von 4,8% (Volumen: 2,3 Mrd Euro).
Gemeinsam macht der Anteil von Deutschland und Italien gut 40 % der
österreichischen Gesamtexporte aus.
Die Ausfuhren in die Wachstumsregion Osteuropa konnten um 3,1%
gesteigert werden. Nimmt man einzelne Länder heraus, so ergibt sich
ein noch besseres Bild: Tschechien (+5,8%), Slowakei (+13%),
Slowenien (+13,2%), Rumänien (+16,5%) oder Russland (+21,7%).
Rückgänge verzeichneten wir bei Lieferungen nach Ungarn (-12,2%).
Betrachtet man die einzelnen Regionen, so ergibt sich ein sehr
unterschiedliches Bild. Exportzuwächse gab es in den ersten vier
Monaten nach Europa allgemein (+3,1%), die EU im speziellen (+1,4%),
die österreichischen Anrainerstaaten (+4,9%), EFTA (+19,3%), MOEL
(+1,5%), Osteuropa gesamt (+3,1%), europäische GUS-Staaten (+19,8%),
Afrika (+8,7%) sowie Australien und Ozeanien (+40,2%). In die
Überseeregionen Amerika, Asien sowie Naher und Mittlerer Osten gingen
die österreichischen Ausfuhren leicht zurück.
So machte der Rückgang der Ausfuhren in die USA 3,5% aus. In die
beiden NAFTA-Staaten wurden hingegen Zuwächse erzielt: Kanada
(+10,8%), Mexiko (+22,2%). In Südamerika wurde der Einbruch der
Ausfuhren nach Brasilien (-36,3%) von den Zuwächsen bei Exporten nach
Argentinien (+20,2%) zum Teil aufgefangen.
Nach Asien gab es, auch bedingt durch SARS und die nach wie vor
angespannte wirtschaftliche Lage Japans leichte Exportrückgänge
(-2,2%). Wobei hier wieder einmal China positiv hervorzuheben ist.
Leitl: "Die Exporte ins Reich der Mitte, das Japan als wichtigsten
asiatischen Handelspartner schon längst überholt hat, behielten den
Wachstumspfad bei." In den ersten vier Monaten um 10,4% auf 270 Mio
Euro.
Bei den Ausfuhren in den Nahen und Mittleren Osten gab es auf Grund
der Irak-Krise zu erwartende Einbrüche, die aber nicht dramatisch
ausgefallen sind. Das Minus in die Region machte 8,4% aus. Wobei hier
natürlich der starke Rückgang bei Exporten in den Irak selbst ins
Gewicht gefallen ist. Andererseits gab es auch in dieser Region
einige Lichtblicke: So legten etwa die Ausfuhren in den Iran
(+36,8%), nach Saudi Arabien (+6,1%), Kuwait (+75,4%), Bahrain
(+14,1%), Katar (+47,6%) oder in den Oman (+108,5%) gehörig zu.
Einen Schwerpunkt setzt die WKÖ künftig auf die Förderung von
Lebensmittelexporten. Gemeinsam mit dem Landwirtschaftsministerium
präsentierte Leitl vor Kurzem die Initiative "Export 1-24" (1-24
steht für die entsprechenden Zollkapitel). Ziel ist, die Quote der
exportierenden Unternehmen der Lebensmittelwirtschaft von derzeit 24
Prozent um 10 Prozent zu steigern. Insgesamt sind 4.200
österreichische Betriebe mit 70.000 Mitarbeitern in diesem Bereich
tätig. Die Exportquote der Branche beträgt 27,7%. Sie soll bis 2005
auf über 33% gesteigert werden. Walter Koren, Leiter der
Außenwirtschaft Österreich (AWO) der WKÖ, weist darauf hin, dass vor
allem in den künftigen EU-Mitgliedsstaaten ein enormes
Absatzpotenzial für österreichische Produkte aus dem
Lebensmittelbereich bestehe. (BS)
OTS0034 2003-08-06/09:34
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