- 04.08.2003, 11:14:08
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MEHRPHASENFAHRAUSBILDUNG IN HEIßER PHASE
Positives Feedback bei erstem Fahrsicherheitstraining und psychologischem Gruppengespräch
Wien (OTS) - "Ein kleiner Schritt für den Führerscheinanwärter,
aber ein großer Schritt für mehr Sicherheit im Straßenverkehr",
beschreibt Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratorium für
Verkehrssicherheit (KfV), die mit Jahresbeginn eingeführte Innovation
der Fahrausbildung in mehreren Phasen. Auf Basis langjähriger
Forschungsarbeiten des KfV wurde die sogenannte
Mehrphasenfahrausbildung, die zusätzlich ein Fahrsicherheitstraining,
zwei Feedbackfahrten im Straßenverkehr und eine
verkehrspsychologische Weiterbildung vorsieht, durchgesetzt. Gestern
war Premiere für das "modernste Ausbildungssystem Europas": In
Saalfelden und in Teesdorf wurden die ersten Fahrsicherheitstrainings
sowie ein verkehrspsychologisches Gruppengespräch durchgeführt. Beide
Maßnahmen wurden von den Führerscheinneulingen äußerst positiv
aufgenommen.
25 Prozent weniger Fahranfängerunfälle in Finnland
Die Mehrphasenfahrausbildung will vor allem Fahranfängerunfälle
reduzieren. Diese machen einen beträchtlichen Teil des
Unfallgeschehens aus - jeder zweite tödliche Unfall der 18 bis 20
jährigen Fahranfänger ist ein Alleinunfall, was ein Indiz für
mangelnde Fahrpraxis darstellt und vor allem auf Fehleinstellungen in
Bezug auf eigenem Fahrkönnen (Selbstüberschätzung) zurückzuführen
ist. Internationale Erfahrungen zeigen, dass die
Mehrphasenfahrausbildung die Unfallhäufigkeit nachweislich reduziert.
In Finnland konnten seit Einführung der Mehrphasenfahrausbildung 25
Prozent der Fahranfängerunfälle reduziert werden. Bei männlichen
Fahranfängern über 21 konnten diese Unfälle sogar bis zu 50 Prozent
gesenkt werden!
Mehr Partnerschaft im Straßenverkehr
Thann: "Es freut uns, dass die Verbesserung der Lenkerausbildung auch
bei der eigentlichen Zielgruppe - den Fahranfängern - so gut
ankommt. Wie das Feedback des ersten Gruppengesprächs zeigt, wird es
in Zukunft auf unseren Straßen nicht nur sicherer, sondern auch
partnerschaftlicher." Übrigens, die Mehrphasenfahrausbildung trägt
nicht nur einen entscheidenden Beitrag zu mehr Sicherheit auf
Österreichs Straßen, sondern hilft auch der Volkswirtschaft gehörig
sparen. Bei 20 Prozent weniger Verkehrsunfällen werden Jahr für Jahr
27 Millionen Euro eingespart.
12 Todesopfer im Straßenverkehr während der vergangenen Woche, davon
4 am Wochenende
Bei den tödlichen Verkehrsunfällen in der vergangenen Woche verloren
7 Pkw-Insassen (davon 6 Lenker), 1 Lkw-Insasse, 1 Motorrad-Lenker, 1
Radfahrer und 2 Fußgänger ihr Leben. Als vermutliche
Hauptunfallsursachen dieser tödlichen Verkehrsunfälle mussten
nichtangepasste Fahrgeschwindigkeit (4) und Vorrangverletzung (3)
festgestellt werden. Bei 4 Unfällen konnte die Ursache bisher nicht
ermittelt werden. 2 Fußgänger und 1 Radfahrer kamen durch
Fremdverschulden ums Leben. 3 der 11 Unfälle waren Alleinunfälle. 1
tödlich verletzter Fahrzeuginsasse war nicht angegurtet. 1
Fahrzeuglenker beging Fahrerflucht. Vom 1. Jänner bis zum 3. August
dieses Jahres gab es damit auf dem österreichischen Straßennetz
vorläufig 532 Verkehrstote (30-Tages-Fristabgrenzung berücksichtigt
bis Ende Juni), im Vergleichszeitraum des Vorjahres verunglückten
nach endgültigen Zahlen 519 Menschen tödlich.
OTS0062 2003-08-04/11:14
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