MEHRPHASENFAHRAUSBILDUNG IN HEIßER PHASE

Positives Feedback bei erstem Fahrsicherheitstraining und psychologischem Gruppengespräch

Wien (OTS) - "Ein kleiner Schritt für den Führerscheinanwärter, aber ein großer Schritt für mehr Sicherheit im Straßenverkehr", beschreibt Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV), die mit Jahresbeginn eingeführte Innovation der Fahrausbildung in mehreren Phasen. Auf Basis langjähriger Forschungsarbeiten des KfV wurde die sogenannte Mehrphasenfahrausbildung, die zusätzlich ein Fahrsicherheitstraining, zwei Feedbackfahrten im Straßenverkehr und eine verkehrspsychologische Weiterbildung vorsieht, durchgesetzt. Gestern war Premiere für das "modernste Ausbildungssystem Europas": In Saalfelden und in Teesdorf wurden die ersten Fahrsicherheitstrainings sowie ein verkehrspsychologisches Gruppengespräch durchgeführt. Beide Maßnahmen wurden von den Führerscheinneulingen äußerst positiv aufgenommen.

25 Prozent weniger Fahranfängerunfälle in Finnland

Die Mehrphasenfahrausbildung will vor allem Fahranfängerunfälle reduzieren. Diese machen einen beträchtlichen Teil des Unfallgeschehens aus - jeder zweite tödliche Unfall der 18 bis 20 jährigen Fahranfänger ist ein Alleinunfall, was ein Indiz für mangelnde Fahrpraxis darstellt und vor allem auf Fehleinstellungen in Bezug auf eigenem Fahrkönnen (Selbstüberschätzung) zurückzuführen ist. Internationale Erfahrungen zeigen, dass die Mehrphasenfahrausbildung die Unfallhäufigkeit nachweislich reduziert. In Finnland konnten seit Einführung der Mehrphasenfahrausbildung 25 Prozent der Fahranfängerunfälle reduziert werden. Bei männlichen Fahranfängern über 21 konnten diese Unfälle sogar bis zu 50 Prozent gesenkt werden!

Mehr Partnerschaft im Straßenverkehr

Thann: "Es freut uns, dass die Verbesserung der Lenkerausbildung auch bei der eigentlichen Zielgruppe - den Fahranfängern - so gut ankommt. Wie das Feedback des ersten Gruppengesprächs zeigt, wird es in Zukunft auf unseren Straßen nicht nur sicherer, sondern auch partnerschaftlicher." Übrigens, die Mehrphasenfahrausbildung trägt nicht nur einen entscheidenden Beitrag zu mehr Sicherheit auf Österreichs Straßen, sondern hilft auch der Volkswirtschaft gehörig sparen. Bei 20 Prozent weniger Verkehrsunfällen werden Jahr für Jahr 27 Millionen Euro eingespart.

12 Todesopfer im Straßenverkehr während der vergangenen Woche, davon 4 am Wochenende

Bei den tödlichen Verkehrsunfällen in der vergangenen Woche verloren 7 Pkw-Insassen (davon 6 Lenker), 1 Lkw-Insasse, 1 Motorrad-Lenker, 1 Radfahrer und 2 Fußgänger ihr Leben. Als vermutliche Hauptunfallsursachen dieser tödlichen Verkehrsunfälle mussten nichtangepasste Fahrgeschwindigkeit (4) und Vorrangverletzung (3) festgestellt werden. Bei 4 Unfällen konnte die Ursache bisher nicht ermittelt werden. 2 Fußgänger und 1 Radfahrer kamen durch Fremdverschulden ums Leben. 3 der 11 Unfälle waren Alleinunfälle. 1 tödlich verletzter Fahrzeuginsasse war nicht angegurtet. 1 Fahrzeuglenker beging Fahrerflucht. Vom 1. Jänner bis zum 3. August dieses Jahres gab es damit auf dem österreichischen Straßennetz vorläufig 532 Verkehrstote (30-Tages-Fristabgrenzung berücksichtigt bis Ende Juni), im Vergleichszeitraum des Vorjahres verunglückten nach endgültigen Zahlen 519 Menschen tödlich.

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