• 04.08.2003, 10:01:48
  • /
  • OTS0036 OTW0036

Vladyka: Immer mehr Beschäftigte in "atypischen" Arbeitsverhältnissen

Problematisch sind die fehlende soziale Absicherung und der hohe Frauenanteil

St. Pölten (SPI) - Fast eine Million ArbeitnehmerInnen in Österreich
arbeiten in einem sogenannten atypischen Arbeitsverhältnis. Darunter
fallen nicht nur geringfügig Beschäftigte, sondern auch "neue
Selbständige", die ohne Gewerbeschein mit Werkvertrag arbeiten, und
freie Dienstnehmer. "Nur sehr wenige haben diese Anstellungsform
selbst gewählt, die meisten sind aus wirtschaftlichen Notwendigkeiten
gezwungen solche Dienstverhältnisse anzunehmen. Problematisch für die
Betroffenen ist vor allem die fehlende Absicherung. Für Krankheit,
Arbeitslosigkeit oder Pension muss selber vorgesorgt werden, und das
trotz meist geringer Entlohnung," beschreibt die Familiensprecherin
der SPÖ-NÖ LAbg. Christa Vladyka die Situation. ****

Ein großer Teil der atypisch Beschäftigten sind Frauen, die auch in
diesen Dienstverhältnissen deutlich weniger verdienen als ihre
männlichen Kollegen. Überraschend ist auch der hohe Anteil an gut
ausgebildeten Arbeitskräften unter den atypisch Beschäftigten. Das
Einkommen pro Stunde liegt mit 7,73 Euro im Durchschnitt deutlich
unter dem des Durchschnittseinkommens von 10 Euro pro Stunde.

"Wir fordern, ebenso wie auch Gewerkschaft und Arbeiterkammer mehr
Rechte für diese DienstnehmerInnen. Eine verpflichtende Arbeitslosen-
und Krankenversicherung sowie ein Kollektivvertrag und die Ausweitung
des Vertretungsrechts der Betriebsräte ist sozialer Mindeststandard.
Es kann nicht angehen, dass viele Unternehmen mit diesen Dienstformen
die Lohnnebenkosten zu einem großen Teil umgehen. Die
DienstnehmerInnen haben in diesen Beschäftigungsformen nicht einmal
Anspruch auf eine Kranken- und Arbeitslosenversicherung. Bereits
jetzt sind fast eine Million Menschen in Österreich unter solch
ungünstigen Verhältnissen beschäftigt. Die Situation wird sich in
Niederösterreich mit der Ausweitung der Ladenöffnungszeiten aber
sicher noch weiter zuspitzen. Hier ist dringender Handlungsbedarf
gegeben, so Vladyka abschließend.
(Schluss) kr

OTS0036    2003-08-04/10:01

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NSN

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel