ARBÖ: Praktische Tipps gegen böse Nach-Urlaubsüberraschungen

Versäumte Fristen und die falsche Strafe muss bezahlt werden

Wien (OTS) - Nach der Rückkehr aus dem Urlaub gibt's mitunter eine böse Überraschung: ein gelber Zettel liegt im Postkastl oder klebt an der Tür, eine Strafverfügung ist bei der Post abzuholen. Beim Lesen wächst das Misstrauen: Zu schnelles Fahren, obwohl das Auto in der Werkstatt war? Da kann etwas nicht stimmen! Doch für einen Einspruch ist es zu spät, alle Fristen sind längst verstrichen. Die ungerechtfertige Strafe muss bezahlt werden. Ärger steigt hoch. Wie kann so etwas passieren? Man war schließlich im Urlaub.

"Die Fristen beginnen an dem Tag zu laufen, an dem ein amtliches Schriftstück zugestellt ist. Und zugestellt ist das Schriftstück nicht erst dann, wenn es vom Postamt abgeholt wird", warnt die Leiterin des ARBÖ-Rechtsreferates, Dr. Barbara Auracher-Jäger. Denn die Zustellung erfolgte genau mit dem Tag, "an dem das Schriftstück erstmals zur Abholung bereitgestellt wurde", formuliert die ARBÖ-Expertin den feinen Unterschied.

Dr. Auracher-Jäger: "Ist der Empfänger nicht zu Hause und kann ihm der Postbote das Schriftstück nicht persönlich übergeben, muss er schriftlich aufgefordert werden, zu einem bestimmten Zeitpunkt, der nie am selben Tag sein darf, anwesend zu sein." Klappt es auch diesmal nicht, wird der Brief beim Postamt "hinterlegt". Dort muss er mindestens zwei Wochen aufbewahrt werden. Kommt der Urlauber innerhalb dieser Zeit zurück und holt sich den Brief ab, ist ein Teil der Frist schon verstrichen, denn als Zustellungstermin gilt der erste Tag, an dem der Brief bei der Post hinterlegt wurde. Für Einsprüche wird es knapp, weil gerade im Verkehrsbereich viele Fristen nur zwei oder drei Wochen lang laufen.

Von der Hinterlegung bei der Post muss der Empfänger auf alle Fälle verständigt werden. In diesem Formular ("gelber Zettel") muss vor allem der Beginn und die Dauer der Abholfrist bekannt gegeben werden und bei welchem Postamt das Schriftstück liegt. Der "gelbe Zettel" muss entweder - in dieser Reihenfolge - in den Briefkasten geworfen werden, an der Abgabestelle zurückgelassen werden und wenn dies nicht möglich ist, an der Eingangstür angebracht werden. Pech für die Betroffenen, sollte der gelbe Zettel entfernt oder beschädigt werden: die Zustellung ist trotzdem gültig.

Was tun, um zu retten was noch zu retten ist?

* Amtliche Schriftstücke so schnell wie möglich vom Postamt abholen.

* Falls urlaubsbedingt Einspruchsfristen versäumt wurden, rasch der Behörde schreiben und nachweisen, dass man auf Urlaub war: das kann mit Hilfe von Flugtickets, Hotelbuchungen usw. geschehen.

"Auf gar keinen Fall dürfen hinterlegte Schriftstücke ignoriert werden", rät die ARBÖ-Rechtsexpertin. Wer auf Nummer sicher gehen will und sich gegen böse Nachurlaubs-Überraschungen wappnen will, tut gut daran, längere Urlaubsaufenthalte oder sonstige Abwesenheiten beim Postamt bekannt zu geben. Schon vor der Abreise.

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