AK warnt: Vorsicht vor Magnetfeldkeilern mit "Service"

Weiterhin Werbung mit Magnetfeldern - Schwerpunktkontrollen gefordert

Wien (AK) - Seit letzter Woche sind Magnetfeldgeräte rezeptpflichtig. Damit wurde eine langjährige AK-Forderung erfüllt. Die AK warnt jetzt: Konsumenten, die derzeit Leihgeräte verwenden, werden von Vertretern aufgesucht, die zum raschen Kauf der Geräte drängen. Und: Es wird auch gleich ein Arzt vermittelt, der dafür ein Rezept ausstellt. Außerdem wirbt die Firma MAS nach wie vor trotz Verbot in einer Tageszeitung, obwohl mit der Rezeptpflicht auch ein Werbeverbot kam. Die AK wird wettbewerbsrechtlich gegen alle Unternehmen vorgehehn, die das Werbeverbot nicht einhalten und verlangt von der Gesundheitsministerin Schwerpunktkontrollen.

Die Magnetfeldtherapiegeräteverordnung gilt seit 25. Juli. Seither dürfen Magnetfeldgeräte zur Eigenanwendung nur auf Grund einer ärztlichen Verschreibung abgegeben werden, erklärt AK-Konsumentenschützerin Petra Lehner. Die AK begrüßt die neuen Vorgaben und hofft, dass damit das Geschäft mit der Gesundheit eingedämmt wird.

Viele KonsumentInnen werden im Gespräch mit ihrem Arzt draufkommen, dass sie die teuren Geräte (bis zu 3.000 Euro) gar nicht brauchen, weil Magnetfeldtherapie nur bei einigen Leiden tatsächlich hilft. So ist es beispielsweise einer Konsumentin passiert, die ein Leihgerät zum Preis von 75 Euro pro Woche verwendet und von ihrem Hausarzt nun ein Rezept wollte. Dieser hat das aber verweigert, weil bei ihrem Beschwerdebild Magnetfelder keine Besserung bringen. Als die Konsumentin dann das Gerät zurückgeben wollte, wurde vom Vertreter angeboten, einen Arzt zu vermitteln, der solche Rezepte ausstellt, warnt die AK. Die Konsumentin hat dankend abgelehnt und sich an die AK gewandt. Auch andere Leihgeräteverwender haben der AK ähnliches mitgeteilt. Überdies gab es in den letzten Wochen scheinbar regelrechte Abverkaufspreise für Magnetfeldtherapiegeräte im Rahmen von Werbefahrten. Konsumenten, die reingefallen sind, können sich bei der AK melden, da solche Verträge rückgängig gemacht werden können:
AK Konsumentenberatung - Tel. 501 65 209 (Montag bis Freitag 8 bis 12 Uhr).

Mit der Rezeptpflicht kam auch ein Werbeverbot, was aber die Anbieter nicht zu stören scheint, kritisiert Lehner. Der Marktführer, die Steirer Firma MAS, bewirbt weiter die tollen Wirkungen ihrer Magnetfeldsysteme in einer Tageszeitung.

Die AK verlangt nun rigorose Schwerpunktkontrollen der neuen Vorgaben. Bei einem Verstoß gegen das Werbeverbot kann immerhin eine Strafe bis zu 7.260 Euro verlangt werden, im Wiederholungsfall bis zu 14.530 Euro. Die AK hat das entsprechende Inserat bereits an die zuständige Aufsichtsbehörde (Gesundheitsministerium) weitergeleitet. Außerdem wird die AK auch wettbewerbsrechtlich gegen alle Unternehmen vorgehen, die das Werbeverbot nicht einhalten. Werbeinserate mit Magnetfeldtherapien können an die AK übermittelt werden: AK Wien Konsumentenschutzabteilung, 1040, Prinz Eugen-Straße 20-22.

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