- 31.07.2003, 10:35:35
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Europäische Stahlverbraucher durch Expansion der Stahlerzeuger unter Druck
EU-Dachverband fordert Beendigung der Schutzmaßnahmen und uneingeschränkt freien Stahlhandel
Wien (PWK 507) - Ein besseres Verhältnis zwischen den europäischen
Stahlerzeugern und den europäischen Stahlverbrauchern ist das Ziel
der beiden Dachverbände Eurofer und Orgalime. Insbesondere der Trend
zur Konzentration der Stahlproduzenten und zur Marktbeherrschung
bereitet den Stahlverbrauchern Kopfzerbrechen. Zudem gibt es
Bestrebungen zu einer vertikalen Expansion der Stahlproduzenten in
Bereiche, die früher den metallbearbeitenden Betrieben vorbehalten
waren. "Die Stahlbranche hat sich verändert. Heute zählt nicht mehr
das Volumen, sondern die Wertschöpfung. Gleichzeitig befindet sich
aber der Markt unter Druck. Wie haben trotz eines sich verringernden
Verbrauchs einen starken Preisanstieg zu verzeichnen", erklärt der
Geschäftsführer des FV der Metallwarenindustrie, Wolfgang Locker.
Mit einem Verbrauch von geschätzten 100 Millionen Tonnen pro Jahr ist
die europäische Maschinen-, Elektro-, Elektronik-, und
Metallwarenindustrie der größte Stahlverbraucher in der EU. Starke
Preiserhöhungen bei Stahl, stehen sinkende Produktionszahlen des
Hauptstahlverbrauchers gegenüber (-4,1%). Stark zurückgegangen ist
auch die Anzahl der Beschäftigten (-200.000). Die Mehrzahl der
Stahlerzeugnisse verzeichnete Preiserhöhungen zwischen 15% und 20%,
während gleichzeitig der Stahlverbrauch in der EU zurückging (-1,4%
im Jahr 2002).
Gleichzeitig haben die Importbeschränkungen der US-Regierung, und
kurz darauf ähnliche Maßnahmen der EU und anderer Staaten den
Stahlmarkt verzerrt. Die Stahlpreise haben nicht nur in den USA
sondern weltweit angezogen. Die tatsächliche Abnahme des
Importangebots in der EU - aufgrund der Befürchtungen der
Verbraucher die Einfuhrquoten zu überschreiten und dafür Zölle
entrichten zu müssen - hat zu weiteren Spannungen auf dem Stahlmarkt
geführt, da das Angebot auf dem Binnenmarkt wegen des zunehmenden
Konzentrationsprozesses zurückgeht.
"Das Ergebnis ist, dass in der EU heute die höchsten Stahlpreise zu
verzeichnen sind, während viele unserer Mitglieder Schwierigkeiten
bei der Versorgung melden", so Locker. Aus diesem Grund fordert
Orgalime, der Dachverband der europäischen Stahlverbraucher, dem auch
der FV der Metallwarenindustrie angehört, eine Reihe von Maßnahmen:
Die Kommission darf keine weiteren Maßnahmen ergreifen, die den
freien Stahlhandel beschränken. Dies betrifft vor allem
Antidumping-Maßnahmen, die zu einem Zeitpunkt, da die Preise
historische Höchststände erreicht haben, im Lichte der
Versorgungsmängel auf dem Binnenmarkt und der Interessen der
Stahlverbraucher gesehen werden sollten.
Die Kommission wird ersucht, die Auswirkungen der Ost-Erweiterung auf
den Stahlbinnenmarkt abzuschätzen und sicherzustellen, dass
ausreichende Einfuhrquoten aus Ländern wie Russland, Kasachstan und
der Ukraine festgesetzt werden, um den neuen Mitgliedsstaaten zu
erlauben weiterhin auf ihre traditionellen Versorgungsquellen
zuzugreifen, aber auch den Zugang zu den bestehenden Quoten für die
EU-Industrie nicht zu unterbrechen. (us)
OTS0056 2003-07-31/10:35
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