- 29.07.2003, 10:24:08
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Leichtfried: Forschungsstation Lunz darf nicht geschlossen werden
Der weltweit zweitältesten limnologischen Forschungsstation droht nach dem Rückzug der Akademie der Wissenschaften das Aus
St. Pölten (SPI) - Nach einer fast einhundertjährigen
Forschungsgeschichte droht der Biologischen Forschungsstation Lunz am
See (Bezirk Scheibbs) das Ende, nachdem die Akademie der
Wissenschaften die Finanzierung mit Ende des Jahres 2003 einstellt.
"Eine Schließung der Forschungsstation in Lunz wäre ein enormer
Verlust, nicht nur für die Wissenschaft, sondern auch für die ganze
Region. Die Erkenntnisse aus der Erforschung von Binnengewässern, wie
sie in Lunz nun bereits seit 1905 gewonnen werden, sind nicht zuletzt
auch für die Errichtung von Hochwasserschutzmaßnahmen von eminenter
Bedeutung. Ein großer Verlust wäre die Schließung auch für die
Beschäftigten, und natürlich für die zahlreichen Studenten, die in
Lunz eine Bereicherung ihrer Ausbildung erfahren haben," streicht
LAbg. Mag. Günther Leichtfried die Bedeutung der Station heraus. ****
Am 4. August wird in Lunz ein Wissenschaftsgipfel abgehalten, bei dem
mögliche Lösungen für den Fortbestand der Station gefunden werden
sollen. Das Wissenschaftsministerium, das Land Niederösterreich und
die Gemeinde Lunz, aber auch die Donauuniversität, die Uni Wien und
die BOKU, haben bereits Interesse am Fortbestand der Biologischen
Forschungsstation angekündigt und bemühen sich gemeinsam eine
Rechtsträgerschaft für die Station zu gründen.
Die limnologische Forschung in Lunz ist seit Jahrzehnten bahnbrechend
"Derzeit wird am RITRODAT Konzept gearbeitet, das die Antwort auf die
Frage: "Wie funktioniert ein Fließgewässer?" bringen soll. Die
Erkenntnisse daraus sind die Grundlage für angewandtes
Gewässermanagement, wie Hochwasserschutz und Regulierungsmaßnahmen
bei gleichzeitiger Erhaltung der ökologischen Funktionsfähigkeit des
Gewässers. Die Bedeutung des Wassers als Lebensraum, Trinkwasser aber
auch als Gefahr ist unbestritten. Eine Forschungsstation wie Lunz zu
schließen, wäre daher ein unbeschreiblicher Verlust, nicht nur für
die Wissenschaft und unsere Region, sondern für alle Menschen. Ich
hoffe daher sehr, dass der Gipfel am 4. August ein positives Ergebnis
bringt," so LAbg. Leichtfried abschließend.
(Schluss)kr
OTS0055 2003-07-29/10:24
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