- 28.07.2003, 11:06:44
- /
- OTS0055 OTW0055
Kossina: Projekt MVA Pfaffenau voll im Zeitplan
Umweltverträglichkeitserklärung eingereicht - EU-weiter Architektenwettbewerb entschieden
Wien (OTS) - "Wien kümmert sich um seinen eigenen Abfall. Und das
mit den modernsten Mitteln der Umwelttechnik", erklärte
Umweltstadträtin DI Isabella Kossina. Das Projekt MVA Pfaffenau liegt
voll im Zeitplan. Am 25. Juli 2003 wurde die
Umweltverträglichkeitsprüfung (UVE) bei der zuständigen Behörde, der
MA 22, eingereicht. Auch der Anfang 2003 ausgeschriebene
Architekturwettbewerb ist entschieden: Der Entwurf der
Bietergemeinschaft Veselinovic - Resetarits - Gmeiner - Haferl wurde
von der Jury einstimmig zum Siegermodell gekürt.***
"Mit der MVA Pfaffenau setzt die Umweltmusterstadt Wien ihren
eingeschlagenen Weg konsequent fort", stellte Kossina fest: "Abfall
ist ein wertvoller Rohstoff, Wien erzeugt daraus Wärme und Strom.
Durch den Einsatz innovativer Technologien reduzieren wir die
Emissionen. Wien kommt damit in vorbildlicher Weise seinen Aufgaben
im Rahmen der Daseinsvorsorge nach. Mit der thermischen
Abfallverwertung wird die Umwelt für künftige Generationen gesichert:
Denn Deponien sind die Altlasten von morgen."
Ab 1. 1. 2004 verbietet das Abfallwirtschaftsgesetz die
Direktdeponierung von unbehandeltem Hausmüll. Der Landeshauptmann
kann dieses Ablagerungsverbot bis längstens 31. 12. 2008 aufschieben.
Während dieser Frist steigen aber die gesetzlich vorgeschriebenen
Altlastenbeiträge für den deponierten Müll stark an. Die Strategische
Umweltprüfung (SUP) zum Wiener Abfallwirtschaftsplan hat ergeben,
dass das Müllaufkommen in unserer Stadt in Zukunft zunehmen wird.
Nach den EU-Prinzipien der Nähe und der Entsorgungsautarkie soll
jedermann die bei ihm anfallenden Abfälle selbst und
eigenverantwortlich entsorgen. Kossina: "Wien nimmt diese Prinzipien
sehr ernst. Die thermische Abfallverwertung ist die logische
Konsequenz und für die Umweltmusterstadt Wien der beste Weg. Experten
bestätigen, dass die Müllverbrennung heute die umweltschonendste Art
der Abfallbeseitigung ist. Den Verbrennungsanlagen der Stadt Wien
bescheinigen sie international die besten Emissionsstandards. Mit dem
Bau der MVA Pfaffenau ist die Entsorgungssicherheit garantiert."
Verlauf des UVP-Verfahrens
Die Umweltstadträtin zeigte sich erfreut, dass das Projekt MVA
Pfaffenau voll im Zeitplan liegt: 15 Sachverständige und sechs
Techniker erarbeiteten in den vergangenen zwölf Monaten die
Umweltverträglichkeitserklärung (UVE), die am 25. Juli 2003 bei der
MA 22 eingereicht wurde. Mit der UVE wurde die Basis für das weitere
Verfahren, die so genannte Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP),
gelegt, in dem die Auswirkungen der Anlage auf Mensch und Umwelt
untersucht werden. Kossina: "Die Stadt Wien stellt sich im
UVP-Verfahren den EU-weit strengsten Richtlinien." Die
Umweltstadträtin ist von einem positiven Ausgang des Verfahrens
überzeugt: "Die umfassenden Untersuchungen zur UVE zeigen deutlich,
dass die Errichtung und der Betrieb der MVA Pfaffenau keine
nachteiligen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt haben." Ein
hervorragendes Zeugnis wurde auch der Technik ausgestellt: Die MVA
Pfaffenau wird auf höchstem technischen Niveau geplant, gebaut und
betrieben. Kossina: "Die strengsten europäischen Umweltgesetze werden
bei der MVA Pfaffenau selbstverständlich eingehalten. Vorgeschriebene
Grenzwerte, die z. B. für Emissionen gelten, unterschreiten wir
deutlich."
Bürger reden beim UVP-Verfahren mit
Besonders wichtig ist für Kossina die Einbindung der Bürger in
das Projekt: "Mit dem UVP-Verfahren ist den Wienerinnen und Wienern
die größtmögliche Transparenz garantiert." So sieht der weitere
Ablauf des UVP-Verfahrens aus: Bis Ende August 2003 werden die
eingereichten Unterlagen auf Vollständigkeit geprüft, von Ende
September bis Mitte November 2003 erfolgt die öffentliche Auflage der
Einreichunterlagen in der Stadt Wien: Jedermann darf Einsicht nehmen,
zum Projekt Stellung beziehen und die Unterlagen kopieren.
Einwendungen können schriftlich erhoben werden. Anfang Dezember 2003
wird das Umweltverträglichkeitsgutachten, eine Gesamtschau des
Projekts, fertig sein. Auch dieses Gutachten liegt mindestens vier
Wochen lang zur öffentlichen Einsicht auf. Im Jänner 2004 kommt es
zur mündlichen Verhandlung: Im Rahmen einer "öffentlichen Erörterung"
können die Bürgerinnen und Bürger mitreden, den Experten Fragen
stellen und zum Projekt Stellung nehmen. Im Februar 2004 ist mit der
Bescheidausfertigung durch die MA 22 zu rechnen.
Bis Ende 2004 sollen die Ausschreibung und die Vergabe für die
MVA Pfaffenau abgeschlossen sein, die Bauarbeiten sollen im Juli 2005
starten. Die Aufnahme des Probebetriebs ist für Jänner 2008
vorgesehen, ab Mai 2008 soll die Anlage in Vollbetrieb laufen. Die
Baukosten für die neue thermische Abfallverwertungsanlage werden sich
auf rund 180 Millionen Euro belaufen. Kossina: "Die MVA Pfaffenau ist
nicht nur umweltpolitisch äußerst sinnvoll, sondern schafft auch
wichtige wirtschaftliche Impulse."
Abfallvermeidung hat oberste Priorität
Oberste Prioriät in der Wiener Abfallwirtschaft hat für die
Umweltstadträtin die Abfallvermeidung. Kossina: "Wien investiert
jährlich 5 Millionen Euro in die Vermeidung von Restmüll." Durch das
gut ausgebaute und hervorragend funktionierende Sammelsystem werden
wertvolle Reststoffe wie Glas und Plastik wieder verwertet.
Zahlreiche Projekte wie der WÖLI zur Sammlung von altem Speisöl, die
Aktion "Kauf schlau in Wien" oder spielerisches Lernen von Strategien
zur Abfallvermeidung schon in den Volksschulen tragen zur
Verkleinerung des Wiener Müllberges bei. Kossina: "Das, was sich
nicht vermeiden lässt, wird in hochmodernen Anlagen wie der MVA
Pfaffenau umweltschonend thermisch verwertet und damit zu wertvoller
Energie."
Umweltzentrum Simmering: Saubere Wärme und ökologische
Abfallentsorgung
Das Umweltzentrum Simmering besteht aus insgesamt vier Anlagen,
zwei davon sind bereits in Betrieb: die Hauptkläranlage Wien, die
derzeit ausgebaut wird, und die Verbrennungsanlagen für Klärschlamm
und sonstige Abfälle. In der Biogas Wien werden ab 2005 Speisereste,
Obst- und Gemüseabfälle verwertet, die MVA Pfaffenau wird 2008 fertig
gestellt. "Das Umweltzentrum Simmering schafft hohen Umweltstandard
und sichert gleichzeitig die Qualität einer zukunftsorientierten
Wiener Abfallwirtschaft", betonte die Umweltstadträtin. Schon heute
sei Wien Umweltmusterstadt - eine Metropole der Umwelt-Technologie
und der Forschung. Das Umweltzentrum Simmering wäre die logische
Weiterentwicklung und notwendige Ergänzung dieses Weges. "Mit diesem
Umweltzentrum sorgen wir mit modernsten Mitteln dafür, dass in Wien
das Wasser, die Luft und der Boden noch sauberer werden und so den
nächsten Generationen erhalten bleiben", so Kossina. Insgesamt werde
die neue thermische Abfallverwertungsanlage 12.000 Haushalte mit
Fernwärme und 5.000 Haushalte mit Strom versorgen, erklärte die
Umweltstadträtin. "Es macht Sinn aus Abfällen wertvolle, saubere
Energie und Fernwärme zu gewinnen und gleichzeitig die Umwelt zu
schonen. Das kommt dem Menschen und der Umwelt zu Gute."
Junges österreichisches Architektenteam setzt sich durch
33 Architekturbüros aus ganz Europa haben sich an dem Wettbewerb
"MVA Pfaffenau" beteiligt. "Aus diesen Vorschlägen wurden von uns
Ende April acht Entwürfe ausgewählt, die in einer zweiten Stufe von
der Jury nochmals eingehend geprüft und begutachtet wurden", erklärte
die Wiener Architektin Univ.-Prof. Franziska Ullmann, Vorsitzende der
Fachjury. In einer zweiten Sitzung am 26. Juni wurde die endgültige
Entscheidung getroffen. "Uns haben die hohe Gestaltungsqualität und
die gelungene städtebauliche Lösung des Entwurfes überzeugt", so der
Wiener Architekt Albert Wimmer, Vorsitzender der Endausscheidung.
"Sne Veselinovic, Herbert Resetarits und Erwin Resetarits ist es
gelungen, die MVA Pfaffenau so zu gestalten, dass sich das Gebäude
wunderbar in die Landschaft einfügt und trotzdem die Bedeutung und
Wichtigkeit des Projektes ausdrückt."
Die Entscheidung für das Wiener Architekturbüro ist von der
Fachjury einstimmig und ohne Enthaltung gefallen. Positiv
hervorgehoben wurde vor allem, dass sich das Projekt "optisch mit der
umgebenden Landschaft vernetzt und die gewünschte Repräsentanz"
ausstrahlt. Veselinovic und Resetarits: "Auf das einstimmig gefällte
Urteil der Jury sind wir natürlich besonders stolz. Als junges Team
haben wir uns gegen die internationale Konkurrenz erfolgreich
durchgesetzt. Uns war es wichtig, die MVA Pfaffenau nicht zu
verkleiden oder einfach nur zu behübschen. Wir wollten der Anlage
'Gestalt geben' und ihre Funktion erkennen lassen. Deshalb haben wir
bewusst die Farbe Orange gewählt: Jede Wienerin und jeder Wiener
assoziiert damit das Thema 'Müll', die Funktion der Anlage wird schon
im Vorbeifahren erkannt."
Ausstellung aller eingereichten Projekte
"Ich freue mich, dass sich die Wienerinnen und Wiener vom
Entwurf des siegreichen Architektenteams, aber auch von den anderen
Vorschlägen selbst ein Bild machen können", betonte Kossina
abschließend. Vom 25. August bis 4. September 2003 werden alle 33
eingereichten Projekte des Architekturwettbewerbs in der Wiener
Planungswerkstatt, Friedrich-Schmidt-Platz 9, 1082 Wien, zu sehen
sein. Öffnungszeiten: Montag bis Mittwoch von 9-16 Uhr, Donnerstag
9-19 Uhr. Samstag, Sonn- und Feiertag geschlossen.
o Info:
http://www.umweltzentrum.at/
(Schluss) wög
OTS0055 2003-07-28/11:06
OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK






