- 23.07.2003, 13:13:07
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Kalliauer: Voest-Vorstand soll sich nicht bei Regierung anbiedern
Linz (OTS) - "Voest-Vorstandsdirektor Franz Struzl will
offensichtlich in Sachen Privatisierung zum Musterschüler werden",
kritisiert AK-Vizepräsident Johann Kalliauer die jüngste Forderung
nach dem vollständigen Verkauf der Voest. Arbeitnehmerinteressen sind
ihm offensichtlich egal.
Der Voest-Vorstand hat gestern den vollständigen Rückzug des
Staates aus dem Unternehmen gefordert. Als Zeithorizont wurden die
nächsten Monate genannt. "Die Hektik, mit der die Voest verscherbelt
werden soll, ist nicht zu verstehen", sagt AK-Vize Kalliauer, "die
Vorstandsmitglieder vergessen offenbar, dass es um die Schicksale
tausender Arbeitnehmer und ihrer Familien geht. Dass die Betriebsräte
sich gegen den Verkauf ausgesprochen haben, ist den Herren
offensichtlich egal."
Die Arbeiterkammer Oberösterreich tritt nach wie vor dafür ein,
dass das öffentliche Eigentum an der Voest erhalten bleibt. "Es gibt
keine wirtschaftlichen Gründe, die dagegen sprechen, dass die
öffentliche Hand mit 25 Prozent plus einer Aktie an einem derart
wichtigen Unternehmen wie der Voest beteiligt ist", fasst Kalliauer
zusammen, "der Vorstand des Unternehmens sollte das am besten wissen.
Vorstandsdirektor Struzl soll sagen, warum er glaubt, dass der Staat
ein schlechter Eigentümer ist. Gerade das Beispiel Voest beweist das
Gegenteil."
Die Vorgangsweise der Beteiligten - der schwarz-blauen
Bundesregierung, der ÖIAG und nun des Voest-Vorstandes - lässt
allerdings Schlimmes befürchten. Ist schon der Verkauf der
ÖIAG-Anteile nicht begründbar, so ist es die offensichtlich geplante
Vorgangsweise noch weniger. "Struzl verlangt den Ausschluss
strategischer Investoren und will nur Finanzinvestoren als Eigentümer
haben", betont Kalliauer, "gerade Finanzinvestoren stellen aber
Aktienkurse in den Mittelpunkt ihrer Überlegungen. Investitionen in
die Zukunft des Unternehmens und dessen Bestand sind da zweitrangig."
Darüber hinaus ist es fraglich, ob der Ausschluss von strategischen
Investoren überhaupt den Vorschriften der EU entspricht.
Die Arbeiterkammer tritt dafür ein, dass endlich Klarheit über die
Zukunft der ÖIAG und ihrer Firmenbeteiligungen geschaffen wird. Statt
einer Verscherbelungsholding muss die ÖIAG wieder zu einer
Beteiligungsholding gemacht werden, die sich ihrer Bedeutung für die
heimische Wirtschaft bewusst ist. Nur so kann die Zukunft sowohl der
Arbeitnehmer als auch der betroffenen Unternehmen gesichert werden.
OTS0121 2003-07-23/13:13
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