- 23.07.2003, 12:49:47
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GPA: Entbehrliche Zurufe von Minister Bartenstein an Kollektivvertragspartner
Gestaltung der Arbeitsbeziehungen liegt in KV-Autonomie von Gewerkschaften und Arbeitgebervertretungen
Wien (GPA/ÖGB). "Die GPA führt mit zahlreichen
Wirtschaftsverbänden konstruktive Gespräche und Verhandlungen zur
Evaluierung von Gehaltssystemen wie auch zum Thema
Arbeitszeitflexibilisierung. Es steht dem Minister dabei nicht an, in
der Rolle eines Oberschiedsrichters von den Sozialpartnern
Rechenschaft einzufordern oder Prozesse zu beurteilen", weist Karl
Proyer, Geschäftsbereichsleiter der Gewerkschaft der
Privatangestellten (GPA), die heute über die APA getätigten Zurufe
von Bundesminister Martin Bartenstein zurück.++++
"Mit den angekündigten Initiativen in puncto Gehaltssysteme und
Arbeitszeitflexibilisierung greift Minister Bartenstein ganz klar in
die Kollektivvertragsautonomie von ArbeitnehmerInnen- bzw.
Arbeitgebervertretungen ein. Das Rollenverständnis Bartensteins muss
zumindest zu denken geben". Es sei dem Minister aber unbenommen,
entsprechend seiner Einflussbereiche etwa für gerechtere
Einkommensverteilung zu sorgen. "Die GPA würde jede Initiative
begrüßen, die zu einer raschen Erhöhung der unteren Einkommen führt
und somit die gewünschte Abflachung der Gehaltskurven auslösen würde.
Das Einwirken von Martin Bartenstein auf die Positionen der
Unternehmer wäre hier absolut gefragt", stellt Proyer klar.
In puncto Arbeitszeitflexibilisierung würden gemeinsame
Einschätzungen von Gewerkschaft und maßgeblichen Arbeitgeberverbänden
nicht jenen großen Handlungsbedarf bestätigen, den Minister
Bartenstein nun sieht. Man werde sich aber auf Kollektivvertragsebene
jedenfalls mit weiteren, der gelebten Praxis entsprechenden
Regelungen beschäftigen, so Proyer.
"Durch seine Politik hat Martin Bartenstein seit seinem
Amtsantritt kaum eine Gelegenheit ungenutzt gelassen, die für
ArbeitnehmerInnen eine Verschlechterung der sozialen
Sicherungssysteme und ihrer Arbeitssituationen bewirkt. Die Rolle
Minister Bartensteins beim fortschreitenden Sozialabbau in unserem
Land wird immer deutlicher", verweist Proyer etwa auf Pensionsreform
und Ladenöffnungszeiten.
"Gerade vor dem Hintergrund dieser gegen die Interessen von
ArbeitnehmerInnen gerichteten Politik wird die GPA weiterhin eine
konsequente Interessenvertretung bei der Gestaltung der
Arbeitsbeziehungen sein", so Proyer abschließend.
ÖGB, 23. Juli 2003
Nr. 614
OTS0108 2003-07-23/12:49
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