• 23.07.2003, 10:14:26
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AMA: Milchbauern steuern 2003/04 wieder auf Zusatzabgabe wie 2002/03 zu

Schock über Superabgabe bremste im Mai und Juni - Dürre wirkt eher produktionsfördernd

Wien (AIZ) - Der Schock einer Zahllast von EUR 35,2 Mio. für fast
99.000 t Überlieferung der österreichischen EU-Milchquote im
Quotenjahr 2002/03 (01.04.2002 bis 31.03.2003) dürfte den
österreichischen Milchbauern nicht allzu nachhaltig in die Knochen
gefahren sein: Wie die Marktordnungsstelle Agrarmarkt Austria (AMA)
in ihrem ersten Milchbarometer über die ersten zehn Dekaden des
laufenden Quotenjahres bekannt gab, lieferten die Milchbauern im
April noch um 0,7% mehr Milch an die Molkereien und Käsereien als im
April 2002 und erst von Mai (minus 0,3%, Juni: minus 1,3%) bis zur
ersten Juli-Dekade machte sich eine leichte Zurückhaltung bemerkbar,
wobei auch der in den vergangenen Jahren ständig gestiegene
Fettgehalt der Anlieferungsmilch in diesem Zeitraum eine parallele
Entwicklung zeigte. Über das gesamte Quotenjahr hinweg - es wird von
einer praktisch unveränderten Anlieferungsreferenzmenge von 2,637.130
t ausgegangen - prognostiziert die AMA aber wiederum eine deutliche,
sogar leicht höhere Überlieferung als 2002/03 von fettkorrigierten
101.000 t, der durchschnittliche Fettgehalt der Milch sollte von
2002/03 4,1925 in diesem Zwölfmonatszeitraum auf 4,20% steigen. Dies
könnte die Zusatzabgabe nach Ablauf des Quotenjahres sogar auf EUR 36
Mio. treiben.

Die AMA sieht keinen Zusammenhang der durch die Dürre angespannten
Versorgungslage beim Grünfutter mit den zwischen Mai und Anfang Juli
leicht unter der Vorjahreslinie liegenden Anlieferungs- und
Fettwerte, sondern sieht dies als eine nur vorübergehende
Schock-Reaktion auf die Bekanntgabe der Höhe der Superabgabe für das
vorige Quotenjahr. Der Mangel an Grünfutter könnte laut den
Erfahrungen der AMA-Experten beim Umstieg von der sommerlichen Grün-
auf die Herbstfutterversorgung der Milchkühe sogar einen weiteren
produktionsfördernden Effekt auslösen. Mangels hofeigener Grassilage
werde nämlich ab dem Herbst mehr Handelsfutter zugekauft und
eingesetzt; und dieses Futter sorgt für eine noch höhere
Milchleistung der Tiere.

In der Schätzung der zur Verfügung stehenden
Anlieferungsreferenzmenge von 2,637.130 t geht die AMA von einer
Umwandlung von 22.648 t so genannter D-Milchquote in
Anlieferungsquoten aus. Die von der EU zugeteilte reine
Anlieferungs-Garantiemenge beträgt nämlich nur 2,614.482 t. Ein Teil
dieser Umwandlungen gilt immer nur temporär für das laufende
Quotenjahr. Die Milchbauern können Anträge auf derartige
Quotenumwandlungen bis 31.12.2003 an die AMA stellen, die AMA
erledigt die Anträge ab September laufend. Die Anlieferung in den
ersten zehn Dekaden (01.04. bis einschließlich erste Juli-Dekade)
betrug 787.120 t. Da die Milch in Österreich aber einen höheren
Fettgehalt hat als der Standardwert, den die EU ihren
Quotenberechnungen zu Grunde legt, muss das Mehr an Fett mit dem so
genannten Fettkorrekturfaktor in eine zusätzliche an die
Quotenvorgabe anzurechnende Mengenkomponente (0,01% mehr Fettgehalt
bedeuten umgerechnet EUR 1,74 Mio. Zusatzabgabe) umgerechnet werden.
Das heißt: Fettkorrigiert haben die heimischen Milchbauern bis zum
Ende der ersten Juli-Dekade schon 811.206 t Milch angeliefert und
damit die auf diesem Zeitraum heruntergebrochene Quotenlinie um
27.973 t überschritten.
(Schluss) pos

Rückfragehinweis:
AIZ - Agrarisches Informationszentrum, Pressedienst

Tel: 01/533-18-43,   mailto:[email protected]
   http://www.aiz.info
   FAX: (01) 535-04-38
OTS0046    2003-07-23/10:14

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