Irak: Tödliche Schüsse auf das Rote Kreuz

Bagdad/Genf/Wien (OTS) - Beim Beschuss eines Rotkreuz-
Fahrzeugs südlich von Bagdad starb gestern ein Mitarbeiter des Roten Kreuzes. Der Informationstechniker Nadisha Yasassri Ranmuthu aus Sri Lanka war mit seinem irakischen Fahrer auf der Schnellstrasse von Hilla nach Bagdad unterwegs, als das Auto beschossen wurde. Nadisha Yasassri Ranmuthu war sofort tot. Der Fahrer wurde bei diesem tragischen Zwischenfall schwer verletzt.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist nicht bekannt, wer für den Angriff verantwortlich ist. Die irakische Polizei und die Streitkräfte der Koalition sind unterrichtet worden.

Das Fahrzeug, in dem sich die beiden Männer befanden, war überall sichtbar mit dem Rotkreuz-Emblem gekennzeichnet. Das Internationale Rote Kreuz in Genf prüft nun die Implikationen dieses Angriffs, um zu entscheiden, wie es künftig im Irak vorgehen wird.

Der 37-jährige Computer-Experte Ranmuthu war seit 1992 für das Rote Kreuz tätig. Der Vater eines dreijährigen Kindes hielt sich im Irak auf, um die Büros des Roten Kreuzes mit Informationstechnologie auszustatten und um die irakischen Angestellten auszubilden.

Die Mitarbeiterin des Österreichischen Roten Kreuzes in Bagdad, Martina Schloffer, ist zutiefst betroffen von dem gewaltsamen Tod ihres Kollegen: "Die Nachricht hat uns alle bis ins Innerste erschüttert, denn bisher wurde das Schutzzeichen des Roten Kreuzes von allen Parteien respektiert."

Das Rote Kreuz ruft alle bewaffneten Personen und Gruppen mit Nachdruck auf, allen Fahrzeugen und Mitarbeitern, die die Kennzeichen des Roten Kreuzes und des Roten Halbmonds tragen, freies Geleit zu geben und ihnen die Wahrnehmung ihrer lebensrettenden Tätigkeiten zu ermöglichen.

Erst kürzlich hat das Rote Kreuz seine Aktivitäten im Irak ausgeweitet. Die internationale Hilfsorganisation ist seit 1980 ohne Unterbrechung im Irak tätig. Zurzeit arbeiten mehr als 850 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Land. Vor kurzem hat in Hilla die achte Rotkreuz-Delegation im Irak geöffnet.

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