- 23.07.2003, 09:51:14
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Ferrero-Waldner: "Die Österreichische Brücke der Menschlichkeit funktioniert"
Ferrero-Waldner und Waneck verabschieden fünf irakische Kinder, die in Österreich medizinisch behandelt wurden
Wien (OTS) - Fünf irakische Kinder, die in den vergangenen Wochen
in Österreich medizinisch behandelt worden waren, traten heute früh
in Begleitung ihrer Familienangehörigen die Heimreise in den Irak an.
Am Flughafen Wien-Schwechat verabschiedeten Außenministerin Benita
Ferrero-Waldner und Staatssekretär für Gesundheit und Frauen,
Reinhart Waneck die Kinder und ihre Begleiter, die im Zuge der
Hilfsaktion für kriegsgeschädigte Kinder im Mai d.J. aus dem Irak
nach Österreich gebracht worden waren. In einer Pressekonferenz im
Sondergastraum des Wiener Flughafens nach Abflug der Kinder gab
Staatssekretär Waneck Auskunft über den medizinischen Zustand der
Kinder, die sich in Spitälern in Graz, Salzburg und Wien
mikro-chirurgischen Eingriffen und Hauttransplantationen unterzogen
hatten.
Österreichs traditionell großes Engagement bei humanitären
Hilfseinsätzen führte bereits nach dem Golfkrieg im Jahre 1990/91
dazu, dass kranke und verwundete irakische Kinder zur medizinischen
Behandlung nach Österreich geholt wurden. Für Außenministerin
Ferrero-Waldner war bereits in der Frühphase dieses Irak-Krieges
klar, dass sich Österreich abermals an humanitärer Hilfe beteiligen
werde. Ferrero-Waldner hatte als Vorsitzende des Netzwerks
Menschlicher Sicherheit (Human Security Network HSN), einer alle
Kontinente umspannenden Staatengruppe, anlässlich ihrer
Außenministerkonferenz im Mai d.J. in Graz, das Schicksal von Kindern
in bewaffneten Konflikten als Schwerpunkt festgelegt.
"Es lag daher für mich nahe, dass ich mich in meiner Eigenschaft
als Vorsitzende des Netzwerks und als österreichische Außenministerin
der notleidenden irakischen Kinder annehmen werde", so die
Außenministerin, "ich habe den Transport der Kinder aus dem Südirak
von Kuwait aus persönlich mitorganisiert und nach Wien begleitet.
Alle Kinder, die zur Behandlung ausgeflogen wurden, hatten schwere
Kriegsverletzungen erlitten bzw. hätten ohne ausreichende
medizinische Behandlung kaum Überlebenschancen im Irak gehabt. Nun
können die ersten fünf Kinder nach erfolgreicher medizinischen Hilfe
in Österreich wieder die Heimreise antreten. Diese Kinder haben in
Österreich das Erlebnis von Frieden, Sicherheit und Heilung erfahren
und ich möchte den Spitälern, Ärzten und Pflegern für diese
außerordentlichen Leistungen herzlichst danken! Diese österreichische
Hilfsaktion zeigt, dass es möglich ist, den unschuldigen Opfern des
Irak-Krieges Hilfe zuteil werden zu lassen." Ferrero-Waldner freue
sich über die große Sympathie, das Verständnis und die Unterstützung
durch Hilfsorganisationen und vonseiten der österreichischen
Bevölkerung. "Die österreichische Brücke der Menschlichkeit
funktioniert!" sagte die Außenministerin, man werde Österreichs
Beteiligung an der humanitären Hilfe für den Irak und am Wiederaufbau
des Landes in Zusammenarbeit mit den Ressorts, den
Hilfsorganisationen, den internationalen Organisationen weiter
betreiben.
Konkret nannte die Außenministerin in diesem Zusammenhang zwei
Projekte, deren Umsetzung in den kommenden Monaten erfolgen werde:
die Errichtung eines Traumazentrums in der Nähe Bagdads, das von
Österreich gemeinsam mit logistischer Unterstützung Jordaniens und
der Expertise eines slowenischen psychosozialen Zentrums errichtet
und bereits im September seine Tätigkeit aufnehmen werde sowie ein
Spitalsprojekt im Irak. Dazu werde eine Mission, der Vertreter des
Bundesministeriums für auswärtige Angelegenheiten, des
Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen, ein Vertreter der
CARITAS und ein Spitalstechniker angehören, in die Stadt Nasiriyah im
Süden des Iraks reisen. In Umsetzung eines Ministerratsbeschlusses
vom 27. Juni 2003, der ein österreichisches Engagement bei der
Wiederingangsetzung von Krankenhäusern in Aussicht stellt, werde die
Delegation den medizinischen und technischen Zustand der in Frage
kommenden Krankenhäuser erheben und konkrete Möglichkeiten der
Unterstützung identifizieren.
OTS0032 2003-07-23/09:51
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