ARGE-ÄrztInnen: Ökonomisierung im Gesundheitswesen darf nicht auf Kosten der Patienten gehen

Wien (ÖGB) "Es darf keine Kostenumwälzung auf die PatientInnen geben", warnt die Vorsitzende der ARGE-ÄrztInnen im ÖGB, Dr.Sabine Oberhauser. Den Vorschlägen von Gesundheitsministerin Rauch-Kallat zur Absenkung der Medikamentenkosten kann Oberhauser positives wie den vermehrten Einsatz von Generika abgewinnen. Eine Einsparung auf dem Rücken der PatientInnen, indem noch weniger Medikamente auf Rezept erhältlich sein sollen, lehnt Oberhauser strikt ab.++++

Die Vorsitzende der ARGE-ÄrztInnen fordert zudem ein vermehrtes Mitspracherecht der Ärzteschaft bei der Senkung der Medikamentenkosten. Kritik übt Oberhauser an den Aussagen des Ärztekammerpräsidenten Brettenthaler, der einem Verbot für Kongresse für Ärzte von Pharmafirmen zustimmen würde: "Der sowohl von Rauch-Kallat als auch vom Ärztekammerpräsidenten in nahezu selbstgeißelnder Art geforderte Stopp der Finanzierung von ,Urlaubsreisen' für Ärzte auf Kosten der Pharmaindustrie ist möglicherweise aus Sicht eines niedergelassenen Allgemeinmediziners mit Hausapotheke in Ordnung, die angestellten ÄrztInnen finanzieren einen Großteil ihrer Fortbildungen selbst, geschweige denn die Urlaube", so Oberhauser.

Weiters weist Oberhauser darauf hin, dass viele der Vorschläge der Gesundheitsministerin erstens nicht neu und zweitens auch schon ihre VorgängerInnen an den verschiedensten Lobbys gescheitert sind.

"Ich hoffe, dass die Frau Minister auch in der Umsetzung so viel Elan an den Tag legt, wie bei ihren Ideen. Bis jetzt sind es nur Worte. Die ARGE ÄrztInnen steht selbstverständlich mit ihrem ExpertInnenwissen zur Verfügung", schließt Oberhauser. (bm)

ÖGB, 17. Juli 2003
Nr. 600

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