• 15.07.2003, 20:32:12
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"Neue Kärntner Tageszeitung" - Kommentar: Frauen in den Rücken gefallen (von Michael Geistler-Quendler)

Ausgabe vom 16.07.2003

Klagenfurt (OTS) - Die vom Verfassungsgerichtshof neu eröffnete
Debatte über eine vorzeitige Anhebung des Frauenpensionsalters mündet
in einem altbekannten Szenario: Die Regierung spielt Gruppen von
Betroffenen gegeneinander aus. So wurde der Gedanke lanciert, das
Pensionsalter lediglich für kinderlose Frauen zu erhöhen.

Staatssekretärin Ursula Haubner wird in den "Oberösterreichischen
Nachrichten" mit den Worten zitiert: "Man muss in Zukunft
diskutieren: Was ist mit Frauen, die keine Kinder haben?" Eine
ähnliche Überlegung stellte Ministerin Maria Rauch-Kallat an. Ein
Empörungssturm auf Seiten der Opposition folgte auf den Fuß, Haubner
und Rauch-Kallat zogen ihre Äußerungen zurück, doch der Vorschlag
steht nach wie vor im Raum.

Ein solches Ansinnen kommt der Bestrafung kinderloser Frauen
gleich. Doch das ist nicht der einzige Kritikpunkt. Auch Frauen, die
keinen Nachwuchs haben, werden in Arbeitswelt und Gesellschaft nach
wie vor diskriminiert. Klassisches Beispiel: Die nach wie vor
existenten gravierenden Einkommensbenachteiligungen im Vergleich zu
Männern, wie sie in zahlreichen Berufssegmenten zu beobachten sind.
Aufgaben gibt es also genug für Frauenpolitikerinnen. Ganz sicher ist
es nicht ihre Aufgabe, krampfhaft nach neuen Belastungen für ihre
Klientel Ausschau zu halten.

OTS0182    2003-07-15/20:32

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KTI

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