ORF-Doku: Inszenierte Stanley Kubrick die Mondlandung?

"Austronaut" Franz Viehböck und ORF-Weltraumexperte Roland Machatschke zur "inszenierten Mondlandung"

Wien (OTS) - Geht es nach der Meinung überzeugter Verschwörungstheoretiker, dann war eine der großen Stunden der Menschheit schlicht ein Betrug: Die Mondlandung am 20. Juli 1969 soll sich demnach in einem Filmstudio abgespielt haben, das ganz den Gesetzen der irdischen Schwerkraft gehorcht hat. Mit diesen abseitigen Theorien spielt die nicht ganz ernst gemeinte Fake-Doku "Kubrick, Nixon und der Mann im Mond" von William Karel am Sonntag, dem 20. Juli 2003, um 23.30 Uhr in ORF 2. Karel gibt vor, dass Präsident Nixon die Mondlandung in einem Filmstudio zeitgleich zur Mission von Apollo 11 nachstellen hat lassen, um auch im Fall einer gescheiterten Landung passable Bilder für die Welt zu haben.

"Austronaut" Franz Viehböck: Mondlandung hinterließ unvergesslichen Eindruck

"Für mich persönlich hinterließen die Aufnahmen, die am 20. Juli 1969 weltweit über die Bildschirme flimmerten, einen unvergesslichen Eindruck", erinnert sich Franz Viehböck, Österreichs erster und einziger Mann im All. "Als damals Neunjähriger saß ich vor dem TV-Gerät und augenblicklich hatte ich den Wunsch, selbst einmal in einem Raumschiff zu sitzen. Dass sich diese Vision einmal erfüllen würde, hat sich erst wesentlich später und durch Zufall ergeben."

Viehböck, der am 2. Oktober 1991 seinen Flug zur Raumstation MIR startete, ist schon gespannt auf die Dokumentation: "In dem Film werde ich viele bekannte Gesichter sehen: angefangen von Buzz Aldrin - mit dem ich nach wie vor freundschaftlich verbunden bin - bis zu Neil Armstrong sowie den NASA-Verantwortlichen. Es werden sicherlich Erinnerungen an meine Kosmonauten- und Boeing-Zeit wachgerufen werden."

ORF-Weltraumexperte Roland Machatschke: "Aufnahmen von der Mondlandung waren sicherlich echt"

Ein echter Experte in Sachen Mondlandung ist Roland Machatschke: Er gehörte zu jenem Team von ORF-Reportern, die live über die Mondlandung berichteten. "Meldungen, die Mondlandung sei 'gefälscht' worden, tauchen immer wieder auf. Beim damaligen Stand der Elektronik wäre wohl nicht einmal IBM, die die Computer für die Raumschiffe geliefert haben, im Stande gewesen, Daten, Audio und Video mit den entsprechenden Zeitverzögerungen - durch wachsende und abnehmende Entfernungen - oder den messbaren Dopplereffekten durch Beschleunigung und Verzögerung zu verfälschen", beantwortet ORF-Weltraumexperte Roland Machatschke die Frage, ob man die Mondlandungen hätte "inszenieren" können, mit einem entschiedenen Nein. "Die Bilder von Apollo 11 waren so weit von jeder technischen Perfektion entfernt, dass sie auf jeden Fall echt sein mussten. Von Mission zu Mission hat man die Übertragung verbessert, bis dann ab Apollo 15 Farbkameras und die für die Übertragung notwendigen Breitbandfrequenzen zur Verfügung standen." Für Machatschke persönlich bedeutete "die Mondlandung damals den Höhepunkt des technischen Fortschritts. Heute ist klar, dass Apollo vor allem ein Produkt des Kalten Kriegs war und dass wissenschaftlich sehr wenig dabei herausgekommen ist."

"Kubrick, Nixon und der Mann im Mond": Auftakt für Kubrick-Schwerpunkt im ORF

Der wahre Kern der Geschichte von "Kubrick, Nixon und der Mann im Mond" ist, dass Meisterregisseur Stanley Kubrick viel zum Erfolg der NASA in der Öffentlichkeit beigetragen hat, indem er etwa die Raumanzüge stylte oder die Farbe der Raumkapsel auswählte. Als Regisseur William Karel für ein Kubrick-Porträt recherchierte, stieß er auf das umfangreiche Material, das Kubricks Engagement für die Raumfahrt belegte. Aus Wahrem und frei Erfundenem flocht Karel eine faszinierende Fiktion: Während sich Apollo 11 dem Mond nähert, beginnen in einem Filmstudio mit den gleichen Requisiten die Dreharbeiten zur ersten Mondlandung. In eben jenem Studio, in dem Stanley Kubrick glücklicherweise zur gleichen Zeit seinen Klassiker "2001 - Odyssee im Weltraum" drehte - ORF 2 zeigt den Film am Montag, dem 28. Juli, um 0.20 Uhr in ORF 2. Da Kubrick am 26. Juli seinen 75. Geburtstag gefeiert hätte, steht am Tag davor, am Sonntag, dem 27. Juli, um 23.35 Uhr das Porträt "Stanley Kubrick - Ein Leben für den Film" auf dem Programm von ORF 2.

Weitere Weltraum-Hits im ORF: Von "Krieg der Sterne" bis "Apollo 13"

Noch mehr Weltraum in ORF 1: Bereits am 20. Juli steht mit "Independence Day" der Angriff der Aliens bevor. Am 26. Juli gibt "Krieg der Sterne" den Startschuss für die "Star Wars"-Produktionen "Das Imperium schlägt zurück" am 4. August, "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" am 9. August und "Star Wars - Episode 1: Die dunkle Bedrohung" am 17. August. Am 28. Juli gibt Tom Hanks als Pilot der "Apollo 13" durch: "Houston, wir haben ein Problem" und am 10. August fürchten sich Tea Leoni und Maximilian Schell vor dem "Deep Impact" eines Kometen, der auf die Erde zurast.

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