Eine weitere Erklärung der Israelitischen Kultusgemeinde Wien

Reaktion auf den Leserbrief der Bundesregierung an die Redaktionen

Wien (OTS) - Die von der österreichischen Bundesregierung aufgeführten Punkte betreffen zum größten Teil nicht die IKG. Die IKG ist vor allem eine Religionsgesellschaft und hat darüber hinaus zusätzliche Aufgaben und besondere Belastungen.

Das jährliche Budget der IKG ist folgendermaßen gegliedert:

Bereich 1:
Wesentliche Aufgaben einer Religionsgesellschaft: Euro 7,5 Mill. Davon bekommt die IKG von der öffentlichen Hand (Bund und Land) Euro 975.000,--.

Bereich 2:
Besondere Belastungen insgesamt Euro 3,7 Mill, davon an
Soziales Euro 1 Mill.
Schulen Euro 700.000,--
Sicherheit Euro 2 Mill.

Von dem Gesamtbudget von Euro 11,2 Mill. werden also ca Euro 1 Mill. von der öffentlichen Hand abgedeckt, Euro 7,5 Mill. aus eigenem und Euro 2,7 Mill. sind das laufende Defizit.

Bereich 3:
Ausgegliederte Institutionen, sind MZ (Elternheim) Euro 7,1 Mill., ESRA (Psychosoziales Zentrum) Euro 2,1 Mill. und ZPC Schule Euro 1,9 Mill. Diese werden durch eigene Einnahmen ( Schulgeld, Pflegekosten, etc.) Die Defizite werden von der Stadt Wien, ein wenig vom Bund (zB:
Lehrer, Esra) und von der IKG abgedeckt.

Es wird von der IKG auch nicht bestritten, dass Österreich zahlreiche Versuche unternommen hat Überlebende des Holocausts zu entschädigen. Dr. Muzicant hat immer wieder betont, dass die Regierung Schüssel sehr viel auf diesem Gebiet erreicht hat, indem sie den Versöhnungsfonds und den Entschädigungsfonds ins Leben gerufen haben. Diese beiden Fonds waren primär für individuelle Entschädigung an Zwangsarbeiter und Überlebende des Holocaust sowie auch ihre Erben gedacht.

Die jüdische Gemeinde Wien hatte vor 1938 ein beträchtliches Vermögen. Dieses wurde zur Gänze arisiert bzw. zerstört, nach 1945 weder restituiert und nur minimalst entschädigt. Die Kultusgemeinde hat sich aus eigener Kraft wiederbegründet, Synagogen und eine jüdische Infrastruktur wieder aufgebaut. Für diese Vermögen weigert sich die Bundesregierung eine Lösung mit der IKG auszuhandeln und verweist auf den Entschädigungsfonds. Die Kultusgemeinde weigert sich einen wesentlichen Teil dieses Entschädigungsfonds den individuellen Opfern wegzunehmen.

Zu den Thema laufende Unterstützung der jüdischen Gemeinde in Österreich, möchten wir folgende Punkte hervorheben:

1.) Förderung an jüdische Museen in Wien, Eisenstadt und Hohenems:
Das jüdische Museum ist eine Museum der Stadt Wien, die jüdischen Museen in Eisenstadt und Hohenems gehören privaten Vereinen.

2.) Internationale Projekte des Committee for Jewish Claims on Austria:
Diese Organisation hat ihren Sitz in den USA und unterstützt weltweit bedürftige Überlebende des Holocaust die ehemalige Österreicher sind.

3.) Rentenfürsorge und Pflegevorsorge im Rahmen des Opferfürsorgegesetz (OFG):
Das sind wiederum Leistungen die weltweit an ehemalige österreichische Überlebende des Holocaust gezahlt werden.

4.) Rückgabe von Kunstgegenständen aus Österreichischen Museen und Sammlungen:
Diese Kunstgegenstände werden direkt an die Opfer oder ihre Erben zurückgegeben.

Keiner dieser Gelder gehen an die IKG.

Präsidium
Israelitische Kultusgemeinde Wien
Wien, am 9. Juli 2003

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Erika Jakubovits
Israelitische Kultusgemeinde Wien
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