• 03.07.2003, 16:30:00
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Landau: Den Jahren Leben geben

10 Jahre Mobile Caritas-Betreuung in Baden

Wien (OTS) - "Die Menschen werden immer älter und es geht darum,
einen glücklichen Lebensabend sicherzustellen. Oder anders gesagt: Es
geht darum, den Jahren Leben zu geben, nicht bloß dem Leben Jahre",
so Caritasdirektor Dr. Michael Landau Donnerstag Nachmittag
anlässlich der Zehn-Jahr-Feier der Sozialstation Baden. Im Kurpark
präsentierte die Caritas der Erzdiözese Wien ihr vielfältiges und
regional vernetztes Angebot für Menschen, die in den eigenen vier
Wänden und somit in ihrer gewohnten Umgebung betreut und gepflegt
werden. Neben einer Bilanz der vergangenen zehn Jahre standen
zukunftsweisende Projekte wie das Gedächtnistrainingsprogramm LIMA im
Mittelpunkt. Grußworte sprachen Pfarrer Prälat Dr. Karl Hoffegger,
Bürgermeister Prof. August Breininger und Bezirkshauptmann HR Dr.
Helmut Leiss.

10 Jahre Einsatz für Alte und Kranke

"Lebensqualität und größtmögliche Selbstbestimmung zu sichern, auch
wenn jemand nicht mehr ohne Hilfe von außen seinen Alltag bewältigen
kann, gehört zu den zentralen Aufgaben unserer Gesellschaft", betonte
der Wiener Caritasdirektor. Seit 1993 betreut ein mobiles
Caritas-Team alte und kranke Menschen in und um Baden. Die
Einsatzstunden der Mitarbeiterinnen haben sich in diesem Zeitraum von
140 pro Monat auf 800 fast versechsfacht. "Die mobile Betreuung und
Pflege im eigenen Heim hat sich in den letzten zehn Jahren sehr stark
entwickelt", weiß Margarete Stockenreiter, die Verantwortliche für
die Region. "Wir können heute gewährleisten, dass auch in schwierigen
Krankheitssituationen Menschen in ihren eigenen vier Wänden die
erforderliche Betreuung und Pflege zukommt." Mobile Betreuung ist
somit vielfach zu einer äußerst praktikablen Alternative zu
stationären Angeboten geworden.

Das Service der Caritas reicht von der einfachen Unterstützung im
Alltag durch Heimhilfen bis zur intensiven Hauskrankenpflege durch
darauf spezialisierte Diplomkrankenschwestern. Ziel ist in jedem
Fall, die körperliche und geistige Agilität und Selbstständigkeit der
Betroffenen möglichst bis ins hohe Alter zu erhalten - im Interesse
aller Beteiligten.

Caritas unterstützt pflegende Angehörige

Neben einer individuellen und professionellen Betreuung
pflegebedürftiger Menschen zu Hause ist es das Anliegen der Caritas,
pflegende Angehörige möglichst zu entlasten und zu unterstützen.
Angesichts der demografischen Entwicklung einerseits und der
Tatsache, dass 80 Prozent aller Bedürftigen nach wie vor von
Angehörigen betreut werden, andererseits stehe das Pflegesystem vor
enormen Herausforderungen, so Caritasdirektor Landau. Deshalb sei es
"nicht nur menschlich, sondern auch gesellschaftspolitisch und
wirtschaftlich von Interesse, die Pflegebereitschaft und -fähigkeit
von Angehörigen zu erhalten und zu stärken."

Pflegende Angehörige sehen sich - zurecht - als Expertinnen und
Experten im konkreten Fall. Die Unterstützung hat daher sehr
individuell und unter Rücksichtnahme auf Lebensgeschichte und
Gewohnheiten zu erfolgen. Die Caritas sieht sich dem Menschen
verpflichtet und bietet daher kostenlos individuelle Anleitung
pflegender Angehöriger vor Ort. Eine Dienstleistung, "die auch in die
Regelfinanzierung des öffentlichen Gesundheitswesens aufgenommen
werden sollte", so Landau.

Zügiger Ausbau vernetzter Angebote notwendig

Generell stehe die Gesellschaft nach Abdeckung der Basisleistungen
vor vielen Herausforderungen, etwa der Förderung von
Präventivangeboten, der österreichweit flächendeckenden
Sicherstellung von Information, Beratung und Entlastung für
Angehörige und dem verstärkten Ausbau mobiler Dienste und
teilstationärer Angebote. Landau würdigte die Einführung des
Pflegegeldes vor ebenfalls zehn Jahren, das aber nach
Weiterentwicklung verlange. So sei etwa die oft dauerhafte
Beaufsichtigung in einem frühen Stadium der Demenzerkrankung bei der
Pflegegeld-Einstufung derzeit nicht berücksichtigt.

Umfassendes und innovatives Service

Ein beispielhaftes Präventivangebot ist LIMA, ein
Trainingsprogramm des Katholischen Bildungswerkes Wien für Menschen
ab 55, das Renate Skarbal vom Bildungswerk im Rahmen der Feier
präsentierte. LIMA steht für "Lebensqualität im Alter". In
wöchentlichen Übungseinheiten werden Geist und Körper in Schuss
gehalten, mit Konzentrations-, Atmungs- und Entspannungsübungen. Der
Ansatz des Gedächtnistrainingsprogramms ist ein ganzheitlicher und
umfasst gleichermaßen Körper, Geist und Seele.

Die Patenschaft des Zehn-Jahr-Jubiläums der Sozialstation Baden im
Kurpark übernahmen Christiane Hörbiger, die zu diesem Termin leider
durch Dreharbeiten verhindert war, und Prof. August Breininger.

OTS0239    2003-07-03/16:30

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | CAR

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