• 03.07.2003, 13:03:37
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FP-Madejski: Hohes Sicherheitsrisiko bei den Wiener U-Bahnen!

Systemfehler bei Notbremsungen sind großes Sicherheitsrisiko für Fahrgäste und Personal.

Wien, 03-07-2003 (fpd) - Massive Kritik an den Sicherheitsstandards
in den Wiener U-Bahnen übte heute im Zuge einer Pressekonferenz
einmal mehr der Planungssprecher der Wiener Freiheitlichen, LAbg. GR
Dr. Herbert Madejski.

Madejski machte auf den Umstand aufmerksam, dass die Notbremsgriffe
in den Wiener U-Bahnen ab 5 km/h allesamt wirkungslos sind, da die
Notbremsen auf Grund des früheren häufigen Missbrauch deaktiviert
wurden. Die stelle eine unglaubliche Fahrlässigkeit da, die einmal
mehr die mangelnde Sensibilität und die Pflichtvergessenheit der
verantwortlichen Politiker an den Pranger stelle. Auch die
Ausgliederung der Wiener Linien enthebt die Wiener SP-Stadtpolitiker
nicht ihrer Verantwortung.

Madejski führte aus, dass auch die wichtigen technischen
Einrichtungen bei Brandfällen in den U-Bahngarnituren jeglicher
Beschreibung spotten. So werde z.B. ein Zug bis zum Stillstand
zwangsgebremst, wenn der Fahrer im Manualbetrieb die vorgegebene
Geschwindigkeit überschreite oder technische Gebrechen auftreten.

Nun wäre diese Maßnahme durchaus sinnvoll, jedoch beginnt diese
Zwangsbremsung auch bei Brandausbruch und es ist kein Einfluß des
Fahrers auf den Ort des Stillstandes möglich. Nur mit dem Schalter
"V 15" kann der Zug wieder in Fahrt gesetzt werden, doch muß der
Fahrer vor Betätigung die Leitstelle informieren und diese muß dazu
den Auftrag geben. Mit einer Geschwindigkeit von 15 km/h kann der
Zug dann die nächste Station bzw. offenen Stelle anfahren. Sollte
der Fahrer jedoch durch starke Rauchentwicklung bzw. daraus
resultierender Ohnmacht nicht mehr in der Lage sein den Zug manuell
zu steuern, bliebe die U-Bahngarnitur stehen und würde im
schlimmsten Fall ausbrennen.

Madejski forderte vor dem Hintergrund des derzeit laufenden U-
Bahnausbaus regelmäßige Brandschutzübungen für das U-Bahnpersonal
durch einen Brandmeister der Feuerwehr sowie laufende Übungen in der
betriebslosen Zeit inklusive Feuerwehr und Rettung, um die
Zeitfaktoren abstimmen zu können.

Weiters formulierte Madejski die Forderung nach einem eigenen
Funkkanal für den Fahrer am Wagen, mit dem er direkt die
Betriebsinspektion in Erdeberg erreichen kann. Derzeit wird im Falle
einer Betriebsstörung oder eines Unfalls vom Fahrer die Leitstelle
informiert, diese gibt die Daten an die Betriebsinspektion weiter
und erst von dort werden allfällige Einsatzfahrzeuge angefordert.
Dadurch ist ein Zeitverlust von rund 5 Minuten gegeben der über
Leben und Tod entscheiden kann. Diese technischen Mängel im System
werden alle auch vom U-Bahnfahrer und freiheitlichen
Personalvertreter der Wiener Linien Wolfgang Reinold - selbst U-
Bahnfahrer - nicht nur bestätigt sondern erweitert.

So werden laut Reinold Personaleinsparungen bei den U-
Bahnstationswarten geplant. Derzeit leisten bei den Stationen
"Praterstern", "Westbahnhof" und "Karlsplatz" zwei Personen Dienst.
Diese sollen nun auf einen Bediensteten reduziert werden. Wenn man,
so Madejski, in Betracht zieht, dass die Wiener Linien erst vor
kurzem die Tarife massiv angehoben haben, so sei diese Reduktion in
einem sensiblen Sicherheitsbereich nicht nachvollziehbar.

Es muß die Frage gestellt werden, so Verkehrssprecher Madejski und
Personalvertreter Reinold unisono, was seit Juni 2002 - Endbericht
des Rechnungshofes - zur Sicherheit der Wiener U-Bahnen - eigentlich
im Bereich Sicherheit und Brandschutz passiert ist.

Bahnhof Wien war jahrzehntelanges Stiefkind der Wiener
Rathaussozialisten

Vor dem Hintergrund der derzeit laufenden Diskussion bezüglich des
Zentralbahnhofes in Wien stellte der Planungssprecher der Wiener
FPÖ, LAbg. GR Dr. Herbert Madejski fest, dass die nunmehrige
Forcierung des Zentralbahnhofs durch die Wiener SPÖ nur mit den
Worten "am Abend wird der Faule fleißig" kommentiert werden könne.
Die Forderung der Wiener SPÖ kommt nämlich reichlich spät - vor
allem wenn man weiß, dass die SPÖ noch im Jahr 1996 lediglich den
Nahverkehrsteil des Bahnhofes Wien in den sg. "Wien-Vertrag"
aufgenommen hat. Obgleich Österreich damals bereits EU-Mitgliedstaat
war und auch die sg. TEN-Knotenpunkte durchaus der interessierten
Öffentlichkeit bekannt waren, hat sich im Wiener Rathaus kaum ein
Politiker mit dieser Problematik auseinandergesetzt.

Jetzt - im nachhinein - laut zu schreien sei nicht nur
unglaubwürdig, es zeige auch die prinzipielle Fragwürdigkeit
sozialistischer Planungspolitik für Wien. (Schluss) jen

Rückfragehinweis: FP-Wien/4000 81743

OTS0176    2003-07-03/13:03

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