- 03.07.2003, 09:13:07
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KfV: 2003 drohen wieder 1.000 Verkehrstote
Vorläufig bereits 409 Verkehrstote im 1. Halbjahr 2003: Erstmals seit drei Jahren ist eine Steigerung der Verkehrstoten zu verzeichnen!
Wien (OTS) - Allein in der vergangenen Woche mussten in Summe 31
Menschen auf Österreichs Straßen ihr Leben lassen. Es handelt sich
dabei um die blutigste Woche seit mehr als eineinhalb Jahren.
Drastische Verschlechterung der Unfallbilanz 2003 möglich
Das KfV rechnet mit einer drastischen Erhöhung des Blutzolls: "Wir
befürchten einen rasanten Anstieg der Verkehrstoten auf Österreichs
Straßen bis zum Jahresende. Wenn man die bisher vorliegenden Zahlen
betrachtet, besteht keine Hoffnung auf die Erreichung des Ziels des
Österreichischen Verkehrssicherheitsprogramms, das eine Reduktion
aller Verkehrstoten um die Hälfte bis zum Jahr 2010 vorsieht", zeigt
sich Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratorium für Verkehrssicherheit
(KfV) besorgt.
Seit 2000 konnten jedes Jahr leichte Erfolge bei der Reduktion der
Verkehrstoten auf Österreichs Straßen erzielt werden. Wenn die
Entwicklung so weitergeht ist nicht nur mit einem Anstieg bei den
Verkehrstoten zu rechnen, sondern droht sogar die kritische 1000-er
Grenze erreicht zu werden.
KfV fordert rasche Einführung des Punkteführerscheins
Die erschreckende Bilanz zeigt, wie wichtig die rasche Umsetzung des
Punkteführerscheins ist. Hochrisikolenker sind meist für schwere
Verkehrsdelikte verantwortlich. Innerhalb Europas gilt in Österreich
der geringste Strafsatz für Verkehrsdelikte - notorische Rowdies
werden so mit einer Trinkgeldstrafe "abgespeist" und ohne weiteres
wieder zum Straßenverkehr zugelassen. Ein Punktesystem hingegen würde
dazu dienen, bedrohliche Lenkerkarrieren frühzeitig zu erkennen und
diese mit individuellen Maßnahmen zu stoppen.
KfV-Direktor Dr. Othmar Thann: "Gegen mehrfach auffällige Lenker, die
durch extreme Raserei, gefährliches Überholen, Fahren unter hohem
Alkohol- oder Drogeneinfluss oder Geisterfahrten andere
Verkehrsteilnehmer gefährden, kann man nicht nur mit immer höheren
Strafen und längeren nicht aufeinander abgestimmten
Führerschein-Entzügen gegensteuern. Der einzig wirksame Schutz für
die große Mehrheit der anständigen Verkehrsteilnehmer gegen
Autorowdies, die das Leben unschuldiger Menschen gefährden, ist nur
der lange geforderte Punkteführerschein! In Frankreich, England und
Deutschland hat sich das System bereits seit Jahren bewährt.
Keinesfalls geht es um die Verfolgung geringer Tempoüberschreitungen
oder von Parkdelikten. Verfolgt werden sollen nur wirklich
gefährliche Delikte, wie zum Beispiel Rasen im Ortsgebiet mit 100
km/h! "
Punkteführerschein in Italien
Seit dieser Woche ist die neue Straßenverkehrsordnung und somit der
Punkteführerschein auch in Italien in Kraft getreten. Jedem Lenker
werden auf seinem Führerschein 20 Punkte gutschrieben. Bei schweren
Vergehen wie Alkohol am Steuer oder gefährlichem Überholen in der
Kurve werden bis zu zehn Punkte abgezogen. Wer eine rote Ampel nicht
beachtet oder anderen Verkehrsteilnehmern die Vorfahrt nimmt, bekommt
fünf Minuspunkte. Schwere Verkehrssünder sollen auf diese Weise aus
dem Verkehr gezogen werden.
Das KfV weist auch abermals darauf hin, dass kleine Delikte wie etwa
Parkvergehen nicht von diesem Punktesystem betroffen sind.
OTS0035 2003-07-03/09:13
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