Gattererpreis 2003 an Robert Gordon in Sexten übergeben

Journalisten und Südtiroler Politiker rufen zum Kampf für mehr Demokratie in den Medien auf Sexten (OTS) - In der Südtiroler Gemeinde Sexten wurde heute, Samstag, zum 15mal der Prof. Claus Gatterer Preis für kritischen Journalismus vergeben. Preisträger ist der ORF-Journalist Robert Gordon. Der mit 4.000 Euro dotierte Preis wird jährlich vom Österreichischen Journalisten Club (ÖJC) organisiert.

Gordon wurde 1961 in Mödling geboren. Er studierte Theaterwissenschaften und Germanistik. Bevor Robert Gordon zum ORF kam, schrieb er Kritiken und Beiträge für "Neue Welt", "Arbeiterzeitung", "Wiener Zeitung", "Die Presse", "Der Standard" und "Konsument". Seit 1995 arbeitet er für die TV-Reihe "Am Schauplatz".

Der Prof. Claus Gatterer Preis wurde Gordon für seine Reportage "Alles für die Firma" verliehen, die am 2. April 2002 in ORF 2 ausgestrahlt wurde. Dieser Fernsehbeitrag beschäftigt sich mit dem Leben von Asbestarbeitern und den Spätfolgen ihrer gefährlichen Arbeit, viele von ihnen leiden an Pleura-Mesotheliom, dem unheilbaren Rippenfellkrebs.

Die "Ehrende Anerkennung" des heurigen Prof. Claus Gatterer Preises wurde der Redaktion des entwicklungspolitischen Monatsmagazins SÜDWIND zuerkannt. Das Magazin bläst seit 1979 den Kritikern der Entwicklungshilfe kräftig ins Gesicht.

In einem Telegramm an die Teilnehmer der Preisverleihung stellt die österreichische Außenministerin Benito Ferrero-Waldner ihre enge Verbundenheit mit der Entwicklungszusammenarbeit fest. Das SÜDWIND Magazin war für Sie "immer eine Stimme auf die ich großen Wert gelegt habe".

In Vertretung des Südtiroler Landeshauptmanns Dr. Luis Durnwalder freut sich Kultur-Landesrat Dr. Bruno Hosp über die mittlerweile lange Tradition, "dass das Land Südtirol den Claus Gatterer Preis mit stiftet." Er sieht es mit "Freude, dass der aufmerksame, unbestechliche und zugleich kritisch-selbstkritische Geist" Gatterers in vielen Arbeiten von Journalisten "fortlebt". Der Landesrat befürchet jedoch, dass der "wachsende Leistungsdruck, die Virtualisierung der Information und die dabei zunehmende Geschwindigkeit und Kürze, auch die Sprach- und Wirklichkeitslosigkeit" zu einem Gift für die Demokratie wird.

In seiner Laudatio beschäftigt sich ÖJC-Präsident Fred Turnheim mit dem Einfluss des 1984 verstorbenen Claus Gatterer auf den Journalismus. Turnheim schlägt für das kommende Jahr einen Kongress vor, der In Südtirol stattfinden sollte und sich wissenschaftlich mit der Arbeit Claus Gatterer beschäftigt. Gordon ist für die Gattererpreis-Jury ein Journalist, der seine Beiträge "anders, einfach besser und mit mehr Tiefgang macht.

Für die Obfrau des Dr. Karl Renner Publizistikpreis - Kuratoriums des ÖJC, Brigitta Kirch, dient der Prof. Claus Gatterer Preis der "Qualitätssicherung im Journalismus". Es geht auch um die "Qualität des Gehörten, Gelesenen und Gesehenen in den Köpfen der Konsumenten. Es geht um die Freiheit der Gesellschaft".

In seiner Dankesrede beklagte Robert Gordon das fehlende soziale Engagement mancher Journalisten. Er selbst will seinen Gattererpreis mit dem Verein Kids Aid teilen. "Das sind Beamte im Wiener Jugendamt die jungen Asylwerbern ein bisschen von dem bieten wollen, was einheimischen Kids selbstverständlich ist". Dabei geht es um Schulbildung und ein Mindestmaß an Freizeitgestaltung.

Der Prof. Claus Gatterer Preis wird jährlich vom Österreichischen Journalisten Club vergeben und wird vom Land Südtirol mitgetragen.

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