• 28.06.2003, 11:30:00
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Gattererpreis 2003 an Robert Gordon in Sexten übergeben

Journalisten und Südtiroler Politiker rufen zum Kampf für mehr Demokratie in den Medien auf Sexten (OTS) - In der Südtiroler Gemeinde Sexten wurde heute, Samstag, zum 15mal der Prof. Claus Gatterer Preis für kritischen Journalismus vergeben. Preisträger ist der ORF-Journalist Robert Gordon. Der mit 4.000 Euro dotierte Preis wird jährlich vom Österreichischen Journalisten Club (ÖJC) organisiert.

v.l.n.r. Bürgermeister Wilhelm Rainer,
Chefredakteurin SÜDWIND Magazin Irmgard Strach-Kirchner,
ÖJC-Präsident Fred Turnheim, Gatterer-Preisträger 2003 Robert
Gordon und Landesrat Dr. Bruno Hosp.

Gordon wurde 1961 in Mödling geboren. Er studierte
Theaterwissenschaften und Germanistik. Bevor Robert Gordon zum ORF
kam, schrieb er Kritiken und Beiträge für "Neue Welt",
"Arbeiterzeitung", "Wiener Zeitung", "Die Presse", "Der Standard" und
"Konsument". Seit 1995 arbeitet er für die TV-Reihe "Am Schauplatz".

Der Prof. Claus Gatterer Preis wurde Gordon für seine Reportage
"Alles für die Firma" verliehen, die am 2. April 2002 in ORF 2
ausgestrahlt wurde. Dieser Fernsehbeitrag beschäftigt sich mit dem
Leben von Asbestarbeitern und den Spätfolgen ihrer gefährlichen
Arbeit, viele von ihnen leiden an Pleura-Mesotheliom, dem unheilbaren
Rippenfellkrebs.

Die "Ehrende Anerkennung" des heurigen Prof. Claus Gatterer
Preises wurde der Redaktion des entwicklungspolitischen
Monatsmagazins SÜDWIND zuerkannt. Das Magazin bläst seit 1979 den
Kritikern der Entwicklungshilfe kräftig ins Gesicht.

In einem Telegramm an die Teilnehmer der Preisverleihung stellt
die österreichische Außenministerin Benito Ferrero-Waldner ihre enge
Verbundenheit mit der Entwicklungszusammenarbeit fest. Das SÜDWIND
Magazin war für Sie "immer eine Stimme auf die ich großen Wert gelegt
habe".

In Vertretung des Südtiroler Landeshauptmanns Dr. Luis Durnwalder
freut sich Kultur-Landesrat Dr. Bruno Hosp über die mittlerweile
lange Tradition, "dass das Land Südtirol den Claus Gatterer Preis mit
stiftet." Er sieht es mit "Freude, dass der aufmerksame,
unbestechliche und zugleich kritisch-selbstkritische Geist" Gatterers
in vielen Arbeiten von Journalisten "fortlebt". Der Landesrat
befürchet jedoch, dass der "wachsende Leistungsdruck, die
Virtualisierung der Information und die dabei zunehmende
Geschwindigkeit und Kürze, auch die Sprach- und
Wirklichkeitslosigkeit" zu einem Gift für die Demokratie wird.

In seiner Laudatio beschäftigt sich ÖJC-Präsident Fred Turnheim
mit dem Einfluss des 1984 verstorbenen Claus Gatterer auf den
Journalismus. Turnheim schlägt für das kommende Jahr einen Kongress
vor, der In Südtirol stattfinden sollte und sich wissenschaftlich mit
der Arbeit Claus Gatterer beschäftigt. Gordon ist für die
Gattererpreis-Jury ein Journalist, der seine Beiträge "anders,
einfach besser und mit mehr Tiefgang macht.

Für die Obfrau des Dr. Karl Renner Publizistikpreis - Kuratoriums
des ÖJC, Brigitta Kirch, dient der Prof. Claus Gatterer Preis der
"Qualitätssicherung im Journalismus". Es geht auch um die "Qualität
des Gehörten, Gelesenen und Gesehenen in den Köpfen der Konsumenten.
Es geht um die Freiheit der Gesellschaft".

In seiner Dankesrede beklagte Robert Gordon das fehlende soziale
Engagement mancher Journalisten. Er selbst will seinen Gattererpreis
mit dem Verein Kids Aid teilen. "Das sind Beamte im Wiener Jugendamt
die jungen Asylwerbern ein bisschen von dem bieten wollen, was
einheimischen Kids selbstverständlich ist". Dabei geht es um
Schulbildung und ein Mindestmaß an Freizeitgestaltung.

Der Prof. Claus Gatterer Preis wird jährlich vom Österreichischen
Journalisten Club vergeben und wird vom Land Südtirol mitgetragen.

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