Grüne: Störfall in der Müllverbrennungsanlage Spittelau

Maresch kritisiert Informationspolitik von Fernwärme und Wiener Umweltstadträtin

Wien (Grüne) - Aufmerksamen PassantInnen der Müllverbrennungsanlage Spittelau wird es heute und gestern nicht entgangen sein: Die Anzeigentafel vor der Müllverbrennungsanlage zeigt sehr hohe Kohlenmonoxid (CO)-Emissionswerte, der Grenzwert wird überschritten. Grund dafür ist ein Rohrschaden in der Müllbrennkammer der bereits gestern Dienstag den 24.6 aufgetreten ist.. Obwohl der Kessel bereits seit Stunden abgestellt ist, verursacht dass "Abfahren" des Kessels noch immer Grenzwertüberschreitungen. Aber nicht nur der CO-Wert wird überschritten, auch der Grenzwert für den organisch gebundenen Kohlenstoff wurde einmal überschritten. "Dass es bei derartigen Störfällen auch zu erhöhten Emissionen weiterer Schadstoffe kommt, z.B. auch der ultragiftigen Dioxine, liegt in der Natur der Sache, nur werden diese nicht andauernd gemessen sodass wir keine Werte zur Verfügung haben", erläutert Rüdiger Maresch, Umweltsprecher der Wiener Grünen.

Müllverbrennung ist und bleibt eine Risikotechnologie, noch dazu sind die beiden Wiener Müllverbrennungsanlagen nicht auf dem letzten Stand der Technik. Die Anlage Spittelau wurde zwar nach dem Brand 1987 neu aufgebaut, wesentliche Anlagenteile wurden damals aber nicht erneuert, außerdem besitzt weder die Anlage Spittelau noch die Anlage Flötzersteig Aktivkohlefilter, erhöhte Schwermetallemissionen sind die Folge. Dass diese Tatsachen der Bevölkerung von der Umweltstadträtin stets verschleiert wurde ist ein trauriges Zeichen für die Wiener Umweltpolitik. Auch der gestrige Störfall wurde nicht aktiv kommuniziert. Nach einem Anruf der Grünen benötigte die Presseabteilung der Müllverbrennungsanlage Spittelau mehr als eine Stunde um überhaupt herauszufinden, dass bereits seit dem Vortag ein Störfall vorliegt. "Hier geht jedes Vertrauen an einen ordnungsgemäßen Betrieb der Müllverbrennungsanlagen verloren", kritisiert Maresch. Die Skurrilität erreicht ihren Höhepunkt wenn die Umweltstadträtin gerade heute im Gemeinderat die Wiener Müllverbrennungsanlagen als die besten der Welt lobt. "Die SPÖ Alleinregierung führt offensichtlich auch zu zunehmenden Realitätsverlust der Stadtregierung", so Maresch abschließend.

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