• 25.06.2003, 12:11:00
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Regenbogenparade 2003 am 28. Juni andersrum über die Wiener Ringstraße

Wien (OTS) - Am kommenden Samstag findet zum achten Mal die
Regenbogenparade statt, die dieses Jahr von der HOSI Wien koordiniert
wird. Der bunte Demonstrationszug wird sich ab 15 Uhr ausgehend vom
Stadtpark gegen die Fahrtrichtung des Rings bis zum Museumsquartier
bewegen, wo die Schlussveranstaltung stattfinden wird und für die das
MuQa als Kooperationspartner gewonnen werden konnte.

"Die Regenbogenparade ist seit ihrem ersten Stattfinden im Jahr
1996 zum wichtigsten Event für die österreichische Lesben-, Schwulen-
und Transgender-Bewegung geworden. Auch tausende sympathisierende
Heterosexuelle werden wieder mit dabei sein und ein Zeichen für eine
Kultur der Akzeptanz und Gleichberechtigung setzen", erklärt
HOSI-Wien-Obmann Christian Högl.

"Es haben sich wieder viele Gruppen, Organisationen und Lokale für
die Teilnahme im Paradenzug angemeldet. Besonders freut uns dabei,
dass dieses Jahr die lesbische Präsenz durch die Teilnahme einer
Reihe von Frauengruppen sehr groß sein wird", ergänzt
HOSI-Wien-Obfrau Helga Pankratz. "Auch das Angebot in der
Paradennacht nach der Celebration, das durch verschiedene Szenelokale
und Clubbing-VeranstalterInnen bestritten wird, bietet eine
beeindruckende Vielfalt."

Heftige Kritik an der Bundesregierung

Stand im Vorjahr die Parade ganz im Zeichen der Aufhebung des
berüchtigten § 209 StGB durch den Verfassungsgerichtshof (VfGH), so
können sich Österreichs Lesben und Schwule heuer schon auf die
Umsetzung der EU-Antidiskriminierungsrichtlinien 2000/43 und 2000/78
freuen, die sich allerdings leider noch verzögert. "Termin wäre ja
bereits der 19. Juli - aber die blau-schwarze Regierung hat nicht
einmal noch einen Gesetzesentwurf vorgelegt. Daran erkennt man gleich
den geringen Stellenwert, den sie der Bekämpfung von Diskriminierung
beimisst", kritisiert HOSI-Wien-Generalsekretär Kurt Krickler, der
auch Vorstandsvorsitzender des europäischen Lesben- und
Schwulenverbands ILGA-Europa ist.

"Außerdem plant die Regierung, die Richtlinien bloß in ihrer von
der EU vorgegebenen Minimalvariante durch entsprechende Novellierung
der bestehenden Gleichbehandlungsgesetze umzusetzen, statt bei dieser
Gelegenheit ein umfassendes Antidiskriminierungsgesetz, wie wir dies
- nach dem Vorbild verschiedener EU-Staaten - fordern, zu
verabschieden. So werden Lesben und Schwule nur vor Diskriminierung
in der Arbeitswelt geschützt werden, nicht jedoch auf anderen
Gebieten, wie es die so genannte Anti-Rassismus-Richtlinie vorsieht,
nämlich auch in den Bereichen Sozialschutz, einschließlich der
sozialen Sicherheit und der Gesundheitsdienste, soziale
Vergünstigungen, Bildung und insbesondere beim Zugang zu und bei der
Versorgung mit Waren und Dienstleistungen." (Vgl. auch OTS 0055 vom
27.5.03)

Machtvolle Demonstration für gleiche Rechte

"Eines muss uns klar sein", ergänzt Pankratz realistisch: "Die
ÖVP/FPÖ-Regierung ist eine der lesben- und schwulenfeindlichsten
Regierungen in ganz Europa, nicht nur in der EU. Daher würden heuer
Österreichs Lesben und Schwule ohne die EU nicht einmal diese
Antidiskriminierungsbestimmungen bekommen, die sie zumindest vor
Benachteiligungen in der Arbeitswelt schützen. Weitere Forderungen
zur Gleichstellung bleiben jedoch unerfüllt und rücken weiter in die
Ferne: Die Wiedergutmachung homosexueller NS-Opfer, die Aufhebung der
209er-Ersatzbestimmung, des § 207b StGB sowie die rechtliche
Anerkennung und Gleichstellung gleichgeschlechtlicher
PartnerInnenschaften mit verschiedenengeschlechtlichen. Deshalb ist
es so wichtig, dass Lesben, Schwule und Transgender-Personen
zumindest einmal im Jahr in Massen auf die Straße gehen und für ihre
Rechte und Gleichstellung machtvoll demonstrieren!"

HINWEIS: Ausführliche Informationen zur Parade unter
http://www.hosiwien.at, Abteilung Parade. Die HOSI Wien hat auf ihrem
Website auch eine eigene Abteilung mit umfangreichen Materialien zum
Thema Antidiskriminierung eingerichtet. Darin findet sich u. a. eine
Chronologie der bisherigen Aktivitäten, die zur Berücksichtigung von
"sexueller Orientierung" im Artikel 13 EG-Vertrag (Fassung des
Amsterdamer Vertrags) und in der EU-Rahmenrichtlinie 2000/78 führten,
sowie der Bemühungen um ihre Umsetzung in Österreich.

Gezeichnet: Homosexuelle Initiative (HOSI) Wien - 1. Lesben- und
Schwulenverband Österreichs.

OTS0132    2003-06-25/12:11

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | HOI

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