• 25.06.2003, 10:00:00
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Austro Control erzielt 2002 trotz Luftfahrtkrise positives Ergebnis

Sparkurs wird 2003 fortgesetzt

Wien (OTS) - Das abgelaufene Jahr war durch die Krise der
Luftfahrt in Folge des Terroranschlages vom 11. September 2001 sowie
die schwache Wirtschaftslage geprägt. Austro Control reagierte mit
einem umfassenden Kostensenkungsprogramm. Dadurch war es möglich, die
Streckengebühren im Wesentlichen - trotz Rückgang des Flugverkehrs -
stabil zu halten und damit einen Beitrag für die Krisenbewältigung
der Airlines zu leisten. Gleichzeitig wurde das geplante Ergebnis
erreicht.

Die Service Units (Streckengebühren, abhängig von zurückgelegter
Strecke im österr. Luftraum und Gewicht des Luftfahrzeuges) lagen im
Jahr 2002 mit 1.819.183 Einheiten um 3,5% unter dem Wert für 2001, wo
ebenfalls bereits ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen
war. Somit hat die Anzahl der Service Units nur knapp das Ergebnis
von 1999 erreicht. Demgegenüber war die Anzahl der Flugbewegungen
gegenüber dem Vorjahr nur mit 0,7% auf 818.347 Bewegungen rückläufig.
Der Grund dafür liegt in dem Verhalten der Airlines, zur Verbesserung
der Auslastung kleinere Flugzeuge einzusetzen; die gewichtsabhängige
Berechnungsformel für Service Units führt zu einem überproportionalen
Rückgang der Einnahmen. Austro Control hat auf den Rückgang der
Service Units mit einem umfassenden Effizienzsteigerungsprogramm in
Höhe von 10% ("Aktion 10") der beeinflussbaren Unternehmenskosten
reagiert, wovon etwa je die Hälfte auf den Personal- und den
sonstigen betrieblichen Aufwand entfiel.

Ergebnis 2002: Planergebnis erreicht

Trotz Rückgangs der Service Units und eines nicht geplanten
Nachschusses in die Pensionskasse von EUR 8 Mio. für die betriebliche
Altersvorsorge konnte das Planergebnis von EUR 4,7 Mio. (Ergebnis der
Gewöhnlichen Geschäftstätigkeit) erreicht werden. "Dieses gute
Ergebnis ist im hohen Maße dem Engagement unserer Mitarbeiter zu
verdanken", sagt Austro Control Generaldirektor Dr. Christoph Baubin.
Das Eigenkapital hat sich bei einer Bilanzsumme von EUR 358,4 Mio.
auf EUR 63,9 Mio. (Eigenkapitalquote 17,8%) ebenso verbessert wie der
Free Cash Flow und der Bestand der liquiden Mittel.

Ausblick 2003: Stabilisierung des Flugverkehrs in der zweiten
Jahreshälfte erwartet

Für das laufende Jahr 2003 gingen Airlines und Air Traffic
Management Organisationen in Europa von einer leichten Erholung des
Flugverkehrs aus. Allerdings zeichnete sich bereits im 1. Quartal
2003 eine erneute krisenhafte Entwicklung der meisten Airlines durch
stark rückläufige Passagierzahlen aufgrund der verstärkten
wirtschaftlichen Unsicherheit und des Irak-Krieges ab, die letztlich
durch die Lungenkrankheit SARS noch verstärkt und verlängert wurde.
Die meisten Airlines - unter ihnen auch die AUA-Gruppe - nahmen ihre
Produktion gegenüber der ursprünglichen Planung um 10% und mehr
zurück und führten erneut rigorose Sparmaßnahmen intern wie auch
gegenüber der Wertschöpfungskette "Luftfahrt" durch.

Um auf die jeweils aktuelle Entwicklung rasch und zielgenau zu
reagieren, werden innerhalb der Austro Control Maßnahmenpakete
(Investitionen, betrieblicher und personeller Aufwand) definiert, die
allerdings teilweise nur mit Zustimmung der Belegschaftsvertretungen
und Gewerkschaften durchführbar sind und über die - je nach Lage - im
Einzelnen zu verhandeln ist. "Unter der Voraussetzung, dass sich der
Flugverkehr zumindest in der zweiten Jahreshälfte stabilisiert, sind
wir zuversichtlich, auch diese Herausforderung bewältigen zu können",
so Baubin.

Single European Sky - CEATS

Auf dem Weg zu einem einheitlichen Luftraum wird derzeit der
Verordnungsentwurf zu "Single European Sky" (SES) im Europäischen
Parlament in zweiter Lesung behandelt. Er sieht die Vereinheitlichung
des europäischen Luftraumes unabhängig von Staatsgrenzen vor. Die
jetzt über 60 Kontrollzonen sollen zu fünf bis zehn "Functional
Blocks of Airspace" zusammengefasst werden und zu einer effizienteren
Abwicklung des Flugverkehrs über Europa beitragen. Austro Control
unterstützt dieses Vorhaben aktiv insbesondere auch im Rahmen von
CEATS (Central European Air Traffic Services). CEATS ist das Projekt
einer gemeinsamen zentraleuropäischen Flugsicherung für den oberen
Luftraum. Die an CEATS teilnehmenden Staaten sind:
Bosnien-Herzegowina, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Kroatien,
Slowenien, Italien und Österreich. "Unser Ziel ist es, CEATS als
einen der ersten Luftraumblöcke innerhalb von SES zu etablieren und
es in der Umsetzung des Vertrages aus 1997 im Sinne einer
beispielhaft modernen, leistungsstarken und nachhaltigen Air Traffic
Management Struktur zu gestalten", berichtet Mag. Johann Zemsky,
Vorstand für Flugverkehrsmanagement.

OTS0056    2003-06-25/10:00

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