- 25.06.2003, 10:00:00
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ARGEV im Jahr 2002: Ungebrochene Sammelerfolge - Verpackungssammlung auf 2004 vorbereitet
Wien (OTS) - - Sammelleistung um 4 % gestiegen - Stückkosten um 10 % gesenkt - Auf neue Situation nach Inkrafttreten der Deponieverordnung bestens vorbereitet - Modellversuche mit "Kermits" erfolgreich
Die ÖsterreicherInnen haben ihren Titel als "Sammelmeister" auch
im vergangenen Jahr wieder souverän verteidigt. Mit einer
Pro-Kopfsammelmenge von 106,4 kg Verpackungen allein aus Haushalten
liegen die heimischen KonsumentInnen international an der Spitze. Zu
diesem Ergebnis wesentlich beigetragen haben die von der ARGEV im
Rahmen des ARA Systems betriebenen Sammlungen von Leicht-, Metall-
und Holzverpackungen: Mit rund 139.000 t gesammelten
Leichtverpackungen (+5,1 %), 37.500 t Metallverpackungen (+5,2 %) und
17.000 t Holzverpackungen (+9 %) zeigen diese drei Stoffgruppen im
vergangenen Jahr das stärkste Wachstum.
Die Gesamtleistung der ARGEV ist mit rund 210.000 t ebenfalls um
über 4 % gestiegen. Seit 1993 hat die ARGEV über 1.480.000 t
Altstoffe selbst gesammelt, über 100.000 t Verpackungen zusätzlich
erfasst und über 1.180.000 t Verpackungen aussortiert und zur
Verwertung übergeben.
Bequemste Sammlung für Konsumenten
Mehr als 68.000 Haushalte (+6 %) wurden im vergangenen Jahr an die
bequeme Ab-Haus-Sammlung mit dem Gelben Sack angeschlossen. Mit
Jahresende 2002 verfügten damit bereits mehr als 1,15 Millionen
Haushalte - das ist mehr als ein Drittel aller Haushalte - über diese
benutzerfreundlichste Entsorgung von Leichtverpackungen ab Haus.
Darüber hinaus stehen noch mehr als 212.000 Gelbe Tonnen für die
Leichtverpackungssammlung zur Verfügung. Da viele davon in
Wohnhausanlagen platziert sind, können insgesamt bereits knapp die
Hälfte aller österreichischen Haushalte ihre Leichtverpackungen
bequem "ab Haus" entsorgen. Für Metallverpackungen stehen knapp
50.000 Behälter ("Blaue Tonne") bereit - das entspricht einem
Behälter pro 59 Haushalte.
Markante Qualitätsverbesserung
Um jedoch nicht nur die Menge, sondern auch die Qualität der
gesammelten Altstoff-Fraktionen weiter zu verbessern, hat die ARGEV
2001 mit den Städten und Gemeinden ein Maßnahmenpaket und ein
Prämiensystem vereinbart. Ziel war es, gemeinsam den Fehlwurfanteil
in der Leichtverpackungssammlung bundesweit auf unter 20 % zu senken.
In mehr als zwei Drittel der 100 österreichischen Sammelregionen wird
dieses Ziel mittlerweile erreicht oder sogar deutlich unterschritten.
Die Stückkosten der Verpackungssammlung konnte die ARGEV im
vergangenen Jahr durch ein neues Vertragsmodell und die im Wettbewerb
ermittelten neuen Entgelte um 10 % gegenüber dem Vorjahr senken. Die
Stückkosten 2002 liegen damit bereits um 39 % unter dem Kostenbild
von 1995 und trugen wesentlich zu den neuerlichen
ARA-Lizenztarifsenkungen 2003 bei. Dazu reduzierte die ARGEV mit 1.
Jänner 2002 ihre ARA-Lizenztarife in einem Ausmaß von mehr als 2,3
Mio Euro. Im laufenden Jahr 2003 wird sich die österreichische
Wirtschaft allein aus dem Titel der neuerlichen Tarifentlastung durch
die ARGEV rund 8,9 Mio Euro ersparen.
Deponie-Verordnung 2004: Neue Sammlung von Kunststoff-
Verpackungen?
In knapp einem halben Jahr tritt mit dem Ablagerungsverbot für
unbehandelte Abfälle die letzte Stufe der Deponieverordnung in Kraft.
Der 1.1.2004 markiert damit einen neuen, wichtigen und richtigen
Schritt in der Abfallwirtschaft in Österreich. Anlagen zur
Vorbehandlung des Mülls in Müllverbrennungsanlagen (MVA) oder
mechanisch-biologischen Anlagen (MBA) werden in ganz Österreich die
Struktur der Restmüllbehandlung maßgeblich verändern. Diese
Entwicklung wird auch die getrennte Sammlung von Leicht- und
Metallverpackungen beeinflussen.
Durch die DeponieVO bietet sich die Chance, in Abstimmung mit der
zuständigen Gemeinde oder dem Abfallwirtschaftsverband im
Einzugsgebiet von Müllverbrennungsanlagen nur die stofflich
verwertbaren Kunststoffverpackungen getrennt zu sammeln. Kleine oder
verschmutzte Verpackungen dürften dann im Restmüll bleiben, würden
als Brennstoff genutzt und den Kommunen von der ARGEV abgegolten
werden.
Dieses neue Modell macht allerdings nur dann Sinn, wenn die
Sammlung und Verbrennung zusammen mit dem Restmüll kostengünstiger
als die getrennte Sammlung und Verwertung der Verpackungen ist.
Die ARGEV hat sich seit einigen Jahren mit dem Sammelkonzept
Select ’04 und zahlreichen F&E-Projekten auf diese Herausforderungen
vorbereitet. So wurde unter anderem ein gemeinsamer Modellversuch mit
der Stadt Wien/MA 48 gestartet. In einem Teil des 15. Wiener
Gemeindebezirks werden seit einem Jahr neue Sammelbehälter ("Kermits"
genannt) für die gezielte Erfassung von Plastikflaschen mit großem
Erfolg erprobt.
Wie die getrennte Verpackungssammlung in den einzelnen Regionen
Österreichs künftig konkret aussehen wird und welche Ziele dabei zu
erreichen sein werden, hängt aber maßgeblich von den Auflagen des
Umweltministeriums ab.
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OTS0055 2003-06-25/10:00
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