- 24.06.2003, 12:40:34
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Wiener Gemeinderat (3)
Geschäftsgruppe Kultur und Wissenschaft
Wien (OTS) - Sie würde sich wünschen, dass nicht nur über Kultur,
sondern auch über Wissenschaft gesprochen werde, führte GR Claudia
Sommer-Smolik (Grüne) aus. Es fehle eine Strategie, wo man in der
Wissenschaft "hingehe". In der Generaldebatte sei das Wort
Wissenschaft nur ein einziges Mal vorgekommen. Die Rednerin
kritisierte auch die Tätigkeit des Wiener Forschungs- und
Wissenschaftsfonds. Es stelle sich auch die Frage, was Wien im Zuge
der EU-Erweiterung im Wissenschaftsbereich anbieten könne. Sie regte
an, darüber eine Diskussion zu starten.
Man habe 2,4 Millionen in das Rabenhof-Theater für eine
Spielzeit von einem halben Jahr investiert, kritisierte GR Dr.
Andreas Salcher (ÖVP). Zur Bespielung des Theater an der Wien als
Opernhaus sagte er, es würden Probleme mit dem Mozartjahr 2006
entstehen, wenn es nicht bald ein Budget dafür gebe. Salcher brachte
einen Antrag ein, demzufolge Auszeichnungen aus der Nazizeit von
Historikern einer unabhängigen Expertenkommission geprüft werden
sollen. Ein weiterer Antrag hatte zum Inhalt, dass ein Unterausschuss
künftig klären soll, ob im Falle von hohen Ehrungen diese Personen
sich dafür würdig erweisen. Ein dritter Antrag sieht eine
Besserstellung von Freien Gruppen vor.
GR Mag. Harald Stefan (FPÖ) kritisierte ausführlich die
Kulturpolitik der Stadt. Es sei traurig, dass es einen eigenen
Frauen-Kulturbericht gebe. Dies erinnere ihn an Reservate und sei
eine Form der Diskriminierung. Tatsache sei, dass Frauen in vielen
Bereichen deutlich unterpräsentiert wären. Zur Auflassung des
Ehrengrabes von Walter Novotny brachte Stefan einen Antrag ein.
Demzufolge wären Äußerungen aus heutiger Sicht ein Akt der
Intoleranz. Eine Rücknahme von Ehrengräbern sollte nur dann erfolgen,
wenn verbrecherische Handlungen vorlägen.
Der Frauenbericht sei wichtig, man müsse die Leistungen der
Frauen sichtbar machen, betonte GR Inge Zankl (SPÖ). Die Stadt Wien
fördere mehr als 500 wissenschaftliche Vereine, im Herbst werde es
dazu eine große Veranstaltung geben. Die Filmförderung sei eine
einzige Erfolgsgeschichte. Die Stadt Wien investiere genau so viel
wie der Bund in ganz Österreich. Der Wirtschaftskammer warf Zankl
vor, sich nicht mehr an der Kinoförderung zu beteiligen. Die
Übersiedlung des Stadt- und Landesarchivs sei sechs Monate früher als
vorgesehen erfolgt, frei gewordene Räume würden ab Herbst den
Benützern der Bibliothek zur Verfügung stehen. (Forts.) ull/vo
OTS0142 2003-06-24/12:40
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