- 23.06.2003, 17:18:42
- /
- OTS0197 OTW0197
EM-Stadion: Haider-Schelte für Stadt Klagenfurt
Stadt soll sich an Beschlüsse halten - Ausstieg als Austragungsort der Fußball-EM 2008 wäre internationale Blamage
Klagenfurt (LPD) - Scharf reagiert hat heute Landeshauptmann Jörg
Haider auf die Ankündigung von Klagenfurts Bürgermeister Harald
Scheucher, die Stadt wolle die Mehrkosten für den Aus- und Rückbau
des für die Fußball-EM 2008 erforderlichen Stadions in Klagenfurt
nicht übernehmen. Wie Haider betonte, habe Klagenfurt gemeinsam mit
Bund und Land die Drittelfinanzierung für die EM-taugliche 32.000
Sitzplatz große Spielstätte zugesichert. Daher habe er kein
Verständnis für die Wankelmütigkeit Scheuchers. Einen Rückzieher der
Stadt als Austragungsort der EM-Endrunde 2008 wäre zugleich eine
internationale Blamage.
Bekanntlich soll das ebenfalls neu zu errichtende Basisstadion
für die EM-Endrunde von 15.000 auf 32.000 Besucher erweitert und
danach wieder rückgebaut werden. Scheucher will aber nur den
Drittelanteil am Basisstadion mittragen. Bei der Pressekonferenz im
alten Klagenfurter Wörthersee-Stadion erinnerte Haider vor
Journalisten den Klagenfurter Bürgermeister nochmals daran, dass sich
alle Vereinbarungen mit dem Bund auf ein 32.000-Besucher-Stadion
beziehen. Darauf habe auch schon Bundeskanzler Wolfgang Schüssel
hingewiesen.
Weiters betonte Haider, dass die Bewerbung für die
Fußball-EM-Endrunde 2008 im Vertrauen darauf gemacht wurde, dass
Klagenfurt voll und ganz hinter dem Projekt stehe. Nun beginne
Scheucher in einem "Spätzündeffekt" die Sache wegen mancher
EM-Kritiker zu überdenken. Es könne aber nicht sein, dass sich die
Stadt nun im Nachhinein von dem Projekt verabschiede. Haider: "Ich
weiß nicht, welcher Teufel den Bürgermeister geritten hat, jetzt
alles in Frage zu stellen." Die von der Stadt kolportierten 29 bis 40
Millionen Euro für den Aus- und Rückbau des Stadions bezeichnete
Haider als "Schreckgespenst, um sich verabschieden zu können." Auch
prüfe der Bund, ob die Rückbauten nicht für ein anderes Stadion
weiterverwendet werden könnten. Beispiel sei Innsbruck, wo die nicht
mehr benötigen Stadionteile nach der EM in Vorarlberg weiter
verwendet werden.
Für den Kärntner Landeshauptmann sollte das neue Klagenfurter
EM-Fußballstadion außer Streit stehen. Es sei auch notwendig für die
weitere fußballerische Entwicklung und Jugendarbeit. Immerhin habe
das Land auch die Weichen dafür gestellt, dass Klagenfurt eine von
vier Lizenzen für eine Fußballakademie erhalte. Dieses Projekt sei
nun durch die Wankelmütigkeit der Stadt ebenfalls gefährdet. Auch
FC-Kärnten-Geschäftsführer Josef Steindorfer und Nachwuchsmanager
Helmut König machten heute darauf aufmerksam, dass der Fußball in
Klagenfurt eine neue und moderne Infrastruktur brauche.
Wenn Klagenfurt aussteigen wolle, dann solle die Stadt die
Grundstücke für ein kommerzielles Projekt bei Minimundus nach Vorbild
des Multifunktionsstadions in Basel bereitstellen, sagte Haider. Er
hoffe aber noch immer auf die Vernunft der Stadtväter. Sollte
Klagenfurt als Austragungsort aussteigen, könnten die Spiele auf die
übrigen Austragungsorte aufgeteilt oder nach Linz vergeben werden.
Kärnten würde sich damit zum Gespött machen, so Haider.
(Schluss)
OTS0197 2003-06-23/17:18
OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NKL






