"profil": Geheimprojekt "Minerva" zum Voest-Verkauf an Magna

ÖIAG-Arbeitsgruppe soll Konzept zum Voest-Verkauf entwickeln - Magna-Manager gehören der Arbeitsgruppe an - Übernahme durch Magna hätte Zerschlagung zur Folge

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, wurde vor einigen Wochen in der ÖIAG eine Arbeitsgruppe zum Thema "Privatisierung der VoestAlpine AG" eingerichtet. Ihr gehören neben den beiden ÖIAG-Vorständen Peter Michaelis und Rainer Wieltsch auch zwei kanadische Manager des Magna-Konzerns an. Gemäß schriftlicher Unterlagen aus dieser Arbeitsgruppe sollen "mindestens 90 Prozent der VoestAlpine-Aktien von Magna übernommen werden". Das brisante Projekt trägt den Codenamen "Minerva", wobei das "M" am Anfang dieses Wortes für "Magna" steht und die Buchstabenkombination "va" am Wortende für "VoestAlpine".

"Minerva" befinde sich, so "profil", erst im Stadium einer "ersten Detailprüfung der Thematik". Alle an dem Projekt Beteiligten seien bestrebt gewesen, die Existenz von "Minerva" mindestens bis zu den oberösterreichischen Landtagswahlen im Herbst streng geheim zu halten, um keine Protestreaktionen der Wählerschaft zu riskieren.

Das Bestehen der geheimen Projektgruppe wird von ÖIAG-Sprecherin Viktoria Kickinger nicht dementiert: "Zur Existenz oder Nicht-Existenz der Projektgruppe", gebe es von Seiten der ÖIAG "keine Aussage und keinen Kommentar", so Kickinger zu "profil".

Ein Verkauf der Voest an den Magna-Konzern von Frank Stronach hätte nahezu zwangsläufig ein Zerschlagen der Voest zur Folge, da Magna nur an den sogenannten "automotiven" Geschäftssparten der Voest interessiert sei, berichtet "profil". Alle anderen Teile des Konzerns würde Magna schrittweise an unterschiedliche Interessenten verkaufen.

So hat der Privatindustrielle Cornelius Grupp, der auch dem Aufsichtsrat der Voest angehört, schon in der Vergangenheit Interesse an der Sparte Eisenbahnsysteme des Voest-Konzerns gezeigt. Grupp soll im Rahmen einer Untergruppe der besagten Arbeitsgruppe eine Lösung für die steirischen Voest-Werke erarbeiten. Am Stahlwerk in Linz, dem Herzstück der Voest, würde gegebenenfalls möglicherweise der deutsche Thyssen/Krupp-Konzern Interesse zeigen, so "profil".

Rückfragen & Kontakt:

"profil"-Redaktion
Tel.: (01) 534 70 DW 2501 und 2502

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PRO0004