• 22.06.2003, 08:00:00
  • /
  • OTS0004 OTW0004

"profil": Geheimprojekt "Minerva" zum Voest-Verkauf an Magna

ÖIAG-Arbeitsgruppe soll Konzept zum Voest-Verkauf entwickeln - Magna-Manager gehören der Arbeitsgruppe an - Übernahme durch Magna hätte Zerschlagung zur Folge

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag
erscheinenden Ausgabe berichtet, wurde vor einigen Wochen in der ÖIAG
eine Arbeitsgruppe zum Thema "Privatisierung der VoestAlpine AG"
eingerichtet. Ihr gehören neben den beiden ÖIAG-Vorständen Peter
Michaelis und Rainer Wieltsch auch zwei kanadische Manager des
Magna-Konzerns an. Gemäß schriftlicher Unterlagen aus dieser
Arbeitsgruppe sollen "mindestens 90 Prozent der VoestAlpine-Aktien
von Magna übernommen werden". Das brisante Projekt trägt den
Codenamen "Minerva", wobei das "M" am Anfang dieses Wortes für
"Magna" steht und die Buchstabenkombination "va" am Wortende für
"VoestAlpine".

"Minerva" befinde sich, so "profil", erst im Stadium einer "ersten
Detailprüfung der Thematik". Alle an dem Projekt Beteiligten seien
bestrebt gewesen, die Existenz von "Minerva" mindestens bis zu den
oberösterreichischen Landtagswahlen im Herbst streng geheim zu
halten, um keine Protestreaktionen der Wählerschaft zu riskieren.

Das Bestehen der geheimen Projektgruppe wird von ÖIAG-Sprecherin
Viktoria Kickinger nicht dementiert: "Zur Existenz oder
Nicht-Existenz der Projektgruppe", gebe es von Seiten der ÖIAG "keine
Aussage und keinen Kommentar", so Kickinger zu "profil".

Ein Verkauf der Voest an den Magna-Konzern von Frank Stronach
hätte nahezu zwangsläufig ein Zerschlagen der Voest zur Folge, da
Magna nur an den sogenannten "automotiven" Geschäftssparten der Voest
interessiert sei, berichtet "profil". Alle anderen Teile des Konzerns
würde Magna schrittweise an unterschiedliche Interessenten verkaufen.

So hat der Privatindustrielle Cornelius Grupp, der auch dem
Aufsichtsrat der Voest angehört, schon in der Vergangenheit Interesse
an der Sparte Eisenbahnsysteme des Voest-Konzerns gezeigt. Grupp soll
im Rahmen einer Untergruppe der besagten Arbeitsgruppe eine Lösung
für die steirischen Voest-Werke erarbeiten. Am Stahlwerk in Linz, dem
Herzstück der Voest, würde gegebenenfalls möglicherweise der deutsche
Thyssen/Krupp-Konzern Interesse zeigen, so "profil".

OTS0004    2003-06-22/08:00

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PRO

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel