- 17.06.2003, 12:33:14
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Schaunig: Kärnten ist absolutes Schlußlicht bei der Kinderbetreuung
: LR Dörfler negiert offensichtlich Fakten und bringt Verschlechterung der Förderrichtlinien in die Regierung ein, statt eine bessere Förderpolitik zu Gunsten erwerbstätiger Frauen zu betreiben
Klagenfurt (SP-KTN) - Scharfe Kritik an Kindergartenreferent Gerhard
Dörfler übte Soziallandesrätin Gabriele Schaunig-Kandut am Rande der
heutigen Regierungssitzung. Dörfler habe mit seinem Regierungsantrag
auf Änderung der Förderrichtlinien für Kärntner Kindergruppen seine
fehlende Kompetenz als Kindergartenreferent klar zum Ausdruck
gebracht, so Schaunig, die Dörfler reine Schönrederei und mangelndes
Problembewusstsein vorwirft.
"Was im Antrag als Verbesserung der Richtlinien tituliert wird,
ist in der Realität eine klare Verschlechterung", sagte Schaunig.
Landesrat Dörfler fordere in seinem Antrag beispielsweise, dass die
jährlichen Förderungen nicht um mehr als 10 % steigen dürfen,
ignoriere dabei aber die Tatsache, dass sich gerade im
Personalbereich Kostensteigerungen ergeben und auch andere
Zusatzausgaben anfallen können, so Schaunig. "Außerdem will Dörfler
das Land immer mehr aus der Förderverpflichtung nehmen und bürgt den
Kindergruppen die Last auf, fehlende Finanzmittel des Landes durch
Sponsoren hereinzubringen. Wenn es nach Landesrat Dörfler geht,
sollen die Kinder schon bald wie Skistars mit Werbelogos ausgestattet
werden, um bei den Landesförderungen abziehen zu können", kritisiert
Schaunig.
Eine flächendeckende, bedarfsgerechte und leistbare
Kinderbetreuung für 1-3-Jährige ist nicht gegeben. "Dörfler behauptet
immer es gäbe genügend Plätze und teilweise sogar eine
Überversorgung, verschweigt dabei aber bewusst, dass viele der Plätze
nur ein unzureichendes Halbtagsangebot bieten, sich die
Betreuungsplätze in vielen Fällen nicht mit den Arbeitszeiten der
Mütter vereinbaren lassen und einige Angebote nur für Wohlhabende
leistbar sind", sagte Schaunig und ergänzte: "Weiters darf man nicht
vergessen, dass freie Betreuungsplätze in Wolfsberg einer Mutter in
Oberkärnten nicht helfen."
"Während die FPÖ nicht müde wird, das Kinderbetreuungsgeld als
revolutionäre Familienleistung zu preisen, wird dies im europäischen
Vergleich als hoffnungslos veraltet und nicht zielführend
dargestellt", stellte Schaunig fest. Die wirkliche Revolution findet
in jenen Ländern statt, wo Familien unterstützt werden und Kinder
schon früh qualifizierte Betreuungsplätze zur Verfügung gestellt
erhalten.
"Diese Regierung treibt die Frauen in einen Gebärstreik, weil sie
keine qualitativ und quantitativ ausreichenden Kinderbetreuungsplätze
schafft und Familien durch den langen Durchrechnungszeitraum bei
Pensionen bestraft", so die Kärntner Soziallandesrätin. Länder mit
einer fortschrittlichen Familienpolitik wie Frankreich oder
Skandinavien können sich über große Steigerungen bei den
Geburtenzahlen freuen, während in Kärnten die Geburtenrate ständig
rücklaufend sind. Beim zuständigen Referenten fehlt offensichtlich
das nötige Bewusstsein für nachhaltige Maßnahmen. "Wenn Kollege
Dörfler als Kindergartenreferent überfordert ist, dann bin ich gerne
bereit ihn als Referent abzulösen", schloss Schaunig. (Schluss)
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