Pirklhuber: Kommission darf sich nicht Industrie-Interessen beugen

Agrarreform muss ökologisch, sozial und tiergerecht sein

OTS (Wien) - "Ein Paradigmenwechsel in der Agrarpolitik ist ein Gebot der Stunde. Statt Überschüsse mit Milliarden Euro Steuergeldern zu subventionieren, müssen die bäuerlichen Arbeitskräfte, die Erzeugung hochqualitativer Lebensmittel und die Erhaltung einer intakten Umwelt in den Mittelpunkt der Agrarpolitik gestellt werden", fordert der Landwirtschaftssprecher der Grünen, Wolfgang Pirklhuber, anlässlich der heutigen Verhandlungsrunde zur EU-Agrarreform in Luxemburg im Rahmen der Budgetberatungen zum Kapitel Landwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft.

"Die Reformen müssen jetzt stattfinden und dürfen keinesfalls bis 2006 hinausgezögert werden", betont Pirklhuber. Auf eine deutliche Stärkung der zweiten Säule der Agrarpolitik zur Förderung einer integrierten ländlichen Entwicklung und des Umweltschutzes könne nicht verzichtet werden, ebenso wenig auf eine Bindung der Direktzahlungen an ökologische und soziale Kriterien wie z.B. den Faktor Arbeit. "Es ist dringend notwendig, eine europaweit verpflichtende Modulation einzuführen. Die Gelder von der alten Marktordnung, die die Überschussproduktion belohnt, müssen deutlich umgeschichtet werden in Richtung Umwelt und ländliche Entwicklung. Belohnt werden müssen auch Betriebe, die mehr Arbeitskräfte beschäftigen gegenüber kapitalintensiven industriellen Agrarfabriken", ergänzt Pirklhuber. Bezüglich der Entkoppelung müsse die Kommission noch daran feilen, die bestehenden Nachteile der Grünlandbetriebe nicht zu verstärken, sondern auszugleichen, so Pirklhuber weiter.

Landwirtschaftsminister Pröll fordert Pirklhuber auf, die österreichischen bäuerlichen Interessen nicht mit denen der französischen Intensivlandwirtschaft oder der Industrie zu verwechseln und aktiv für Reformen einzutreten, die den vergleichsweise kleinen österreichischen Strukturen zugute kämen. "Dazu zählen vor allem eine teilweise Entkoppelung der Prämien von der Produktion, Maßnahmen zugunsten des Grünlandes und eine deutliche Umschichtung der Förderungen zur ländlichen Entwicklung", schließt Pirklhuber.

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