AK fordert nachweisbare Verbesserungen durch die Agrarreform

Eine mutige Agrarreform sollte den KonsumentInnen und der umweltorientierten Produktion zugute kommen

Wien (AK) - "Ein reformiertes Agrarsystem muss benachteiligte Gebiete, umweltgerechte Produktion und gesunde Lebensmittel fördern", sagt AK Agrarexpertin Maria Burgstaller anläßlich der heutigen AK-Veranstaltung "Agrarreform zwischen Unfinanzierbarkeit und gesellschaftlichen Ansprüchen". "Derzeit erhalten jene Landwirte die grössten Beiträge, die den grössten Teil an der Überproduktion erzeugen. Ob dabei das Grundwasser belastet wird oder Lebensmittel mit Pestizid-Rückständen erzeugt werden, ist nicht Gegenstand dieses Subventionssystems," so Burgstaller. Das Ziel der Agrarreform war ursprünglich ein Richtiges: Für Umwelt- und KonsumentInnenschutz sollte viel getan werden. Verfolgt man die Diskussion der Agrarminister, wird jedoch eines klar: die Agrarreform könnte zur Stabilisierung des alten Systems dienen, statt dieses weiterzuentwickeln. Die AK fordert eine Vereinfachung des Agrarfördersystems, geeignete Maßnahmen für benachteiligte Gebiete und eine gesicherte Einhaltung der Umweltgesetze und Produktionsauflagen.

In Zeiten der Überproduktion sollte nicht die Produktionsmenge, sondern die schonende Produktion im Mittelpunkt stehen. Das würde bedeuten, von der Agrarpolitik, die seine Wurzel in den 60er Jahren hat, abzugehen. "Damals war es wichtig, die Agrarproduktion anzukurbeln um genügend Nahrungsmittel zu produzieren. Jetzt ist wäre es an der Zeit, nur mehr umweltschonende Produktionsweisen zu fördern. Nicht was produziert wird, sondern wie und unter welchen Bedingungen ein Produkt erzeugt wird, sollte gefördert werden", sagt Burgstaller. Eine sinnvolle Agrarpolitik muss auch Gelder anders umverteilen. Die Hälfte des EU-Budgets wird für den Agrarsektor ausgegeben, dazu kommen hohe nationale Zahlungen. "Eine Umverteilung dieses Budgets nach sozialen und ökologischen Kriterien wäre die einzig sinnvolle Lösung", so Burgstaller.

Die AK fordert daher:

+ Eine Vereinfachung des Agrarfördersystems
+ Eine stärker Bindung der entkoppelten Förderungen an die Arbeitskraft
+ die Schaffung von geeignneten Massnahmen für benachteiligte Gebiete + mehr Mittel für beschäftigungswirksame Programme im ländlichen Raum + die Sicherstellung der Einhaltung der Umweltgesetze und Produktionsauflagen
+ Massnahmen für mehr Lebensmittelsicherheit und -qualität

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