Mülltrennung bleibt weitgehend unverändert

VÖEB-Mitglieder erzielen mehr als 3,2 Mrd. Euro Umsatz / Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe wählt neuen Vorstand und Länder-Repräsentanten

Wien (OTS) - Die in Österreich praktizierte Mülltrennung, also die getrennte Abfall-Erfassung bei der Sammlung, wird auch nach Wirksamwerden der Deponieverordnung am 1. Jänner 2004 weitgehend unverändert beibehalten und nur vereinzelt modifiziert werden, bekräftigten die Verantwortlichen der österreichischen Abfallwirtschaft bei der jüngsten Jahrestagung des Verbandes Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VÖEB) in Pichl bei Schladming. Die Deponieverordnung sieht bekanntlich vor, dass Abfälle ab dem kommenden Jahr nur behandelt (thermisch oder mechanisch-biologisch) abgelagert werden dürfen.

Zum Diskussionsthema "Abfallwirtschaft Quo Vadis - Trennen wir uns von der getrennten Sammlung?" äußerte der Leiter der Abfall-Sektion im BMLFUW, Sektionschef DI Dr. Leopold Zahrer "ein lautes Nein" und verwies darauf, dass man in Österreich nun zur Ressourcen-Bewirtschaftung komme. Die Frage der Mülltrennung reduziere sich somit darauf, wo die Trennung stattfinde - die Sammlung sei ja nicht Selbstzweck - weshalb es die eine oder andere Modifikation beim Sammelsystem geben werde. Auch in Zukunft würden die Sammel- und Verwertungssysteme mit Verwertungsquoten weiter betrieben, "die ohne getrennte Sammlung nicht erreichbar sein werden". ARA-Vorstand Dkfm. Christian Stiglitz präzisierte dazu, dass die getrennte Sammlung von Kunststoffen auf stofflich verwertbare Materialien, vor allem PET, teilweise reduziert werden könnte, wofür in Wien bereits ein Feldversuch laufe.

"Die Bürgerinformation darüber, dass die Abfall-Trennung, wie sie bisher betrieben wird, durchaus sinnvoll ist, wird eine der wichtigsten Aufgaben im Zusammenhang mit der Umsetzung der Deponieverordnung sein, sagte Stiglitz weiter. Man müsse aber kein Experte sein, um jene Stoffströme zu erkennen, die ohnedies gemeinsam verwertet würden. VÖEB-Vizepräsident Wolfgang Leitner ergänzte, dass es zu punktuellen Optimierungen des bestehenden Sammelsystems kommen werde, und der steirische Umwelt-Landesrat Erich Pöltl ergänzte, "wir brauchen dazu natürlich auch die soziale Akzeptanz".

Bei der gleichzeitig abgehaltenen Generalversammlung beschloss der Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VÖEB), dessen mehr als 200 Mitglieder rund 80 Prozent der heimischen Abfallwirtschafts-Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als 3,2 Mrd. Euro repräsentieren, einstimmig eine neue Führungsstruktur: Ing. Peter J. Kneissl wurde einstimmig als Präsident bestätigt und fungiert gleichzeitig als Wiener Landesrepräsentant sowie Fachbereichs-Leiter für die Verbandspolitik. "Die VÖEB-Mitglieder bereiten sich schon längst auf die Umsetzung der Deponieverordnung vor, auch wenn bereits feststeht, dass das nicht in allen Bundesländern gleich mit Jahresbeginn flächendeckend funktionieren wird. Besonders die nunmehr bereits 50 zertifizierten Entsorgungsfachbetriebe sind ein Garant für das besondere Bemühen der österreichischen Abfallwirtschaft um die Umwelt", sagte Präsident Peter J. Kneissl.

Vorstandsmitglieder sind nunmehr Frank Dicker (Saubermacher Dienstleistungs AG/Steiermark), Walter Ebner (Reststofftechnik GmbH/Salzburg), DI Johannes Fischer (NUA/NÖ), Oswald Hackl (Hackl Container/Burgenland), Herbert Jernej (Kärnten), Mag. Georg Ketzler (Brantner GesmbH/NÖ), Wolfgang Leitner (A.S.A. Abfall Service AG/Steiermark), DI Franz Mittermayer (AVN Abfallverwertung/NÖ), Mag. Roland Richter (AVE Entsorgung GmbH/OÖ), Gerd Schachenhofer (Häusle GmbH & CO KG/Vorarlberg) und Anna Maria Widmann (Lobbe MTU GmbH/Tirol).

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