"Neues Volksblatt" Kommentar: "Chefsessel" (Von Christian Buchar)

Ausgabe vom 17. Juni 2003

Linz (OTS) - =

Wenn es in der FPÖ heißt, dass Herbert Haupt an der
Parteispitze ebenso verbleibt wie im Vizekanzleramt, heißt das in der Regel noch nicht viel. Die Frage "Wie lange?" drängt sich auf. Schließlich hat Jörg Haider bis zur Zäsur am letzten Sonntag seine Ambitionen zur Rückkehr an die Parteispitze immer unmissverständlicher zum Ausdruck gebracht.
Parallelen zum Abgang Susanne Riess-Passers drängten sich auf. Und die in ihrer Diktion immer schärfer werdende ÖVPAblehnung gegenüber einem Vizekanzler und Parteichef Haider ließ Rückkehrpläne zunehmend konkret erscheinen.
Trotzdem scheint das Thema vorerst wirklich erledigt zu sein. Dafür spricht, dass sich die FPÖ, rein finanziell, zur Zeit keine Neuwahlen leisten kann. Fest darauf zu vertrauen, dass Wolfgang Schüssel das Wahl-Wagnis im Fall des Falles keinesfalls eingeht, scheint der FPÖ wohl zu unsicher. Haider selbst hat die für ihn von Zeit zu Zeit -und gerade vor Kärntner Landtagswahlen - nötige Aufmerksamkeit erzielt. Insbesondere aber hat Herbert Haupt die FPÖ besser im Griff als seine Vorgängerin. Das ist zweifellos auch auf sein anders geprägtes, letztlich besseres Verständnis für, von und mit Haider zurückzuführen. Haupt füllt den Chefsessel heute besser aus, als es ihm viele zugetraut haben.

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