- 12.06.2003, 11:00:27
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"Sicher Leben" - Studie: 90 Prozent fahren ohne Radhelm
Trotz hoher Anzahl an Kopfverletzungen bei Radunfällen verwenden weniger Radler einen Helm - Anstieg der Kopfverletzungen befürchtet.
Wien (OTS) - Auch wenn die derzeitigen Temperaturen jenseits der
dreißig Grad eher zu Bewegungslosigkeit als zu weiteren
schweißtreibenden Tätigkeiten animieren - Radfahren ist dennoch
angesagt. Mit dem "Drahtesel" - einem der beliebtesten Sport- und
Freizeitgeräte von Herrn und Frau Österreicher - wird nicht nur zu
Streiktagen gerne geradelt. Das Fahrrad gewinnt auch als
Verkehrsmittel zunehmend Bedeutung. Etwa drei Millionen
ÖsterreicherInnen schwingen sich mehr oder weniger häufig aufs Rad.
Die hohe Popularität des Fahrrads bringt allerdings auch Nachteile
mit sich, weiß Dr. Rupert Kisser, Leiter des Instituts "Sicher
Leben": "Etwa 40.000 Radfahrer und Radfahrerinnen verletzen sich
jedes Jahr auf Österreichs Straßen bzw. abseits des
Verkehrsgeschehens. Rund 20 Prozent dieser Verletzungen sind
Kopfverletzungen, die durch das Tragen eines Radhelms zu vermeiden
wären. Tragischerweise sind die meisten tödlichen Unfälle beim
Radfahren auf Schädelverletzungen zurückzuführen." Dennoch verwenden
immer weniger einen Radhelm, wie die jüngste Erhebung des Instituts
"Sicher Leben" zeigt. Vor allem Jugendliche agieren oft kopflos und
"pfeifen" auf den wichtigen Kopfschutz.
Sinkende Helmverwendung bei Jugendlichen
1992 betrug die durchschnittliche Radhelmtragequote noch 2,7 Prozent
und hat sich bis 1998 auf 11,4 Prozent erhöht. Nach dem
kontinuierlichen Aufwärtstrend der letzen Jahre stagniert die
Tragequote des Radhelms bei 10,7 Prozent, d.h. dass rund 90 Prozent
aller RadfahrerInnen ohne Helm unterwegs sind. Bei Jugendlichen ist
sogar ein signifikanter Rückgang der Helmverwendung von 12,5 Prozent
(1998) auf 8,2 Prozent zu beobachten.
Mehr Kinder verwenden einen Helm
Bei Kindern hat die Verwendung des Helms zugenommen: Während 1992 nur
5,6 Prozent der Kinder einen Helm trugen, waren es 2001 bereits 43,3
Prozent. Innerhalb von sechs Jahren konnte die Helmtragequote bei
Kindern um das Achtfache gesteigert werden! Bei erwachsenen
FahrradfahrerInnen war die Quote im Jahre 2001 noch sehr gering (4%).
Mountainbiker waren offenbar weniger eitel - immerhin zwölf Prozent
verwendeten einen Helm.
Keine Radhelmpflicht
Eine gesetzliche Verpflichtung zur Verwendung des Radhelms - wie sie
in einigen Staaten der USA oder in Australien besteht - empfiehlt
"Sicher Leben" nicht. Kisser sieht aber vor allem für Kinder
Handlungsbedarf: "Ein Gesetz bzw. diesbezüglicher Vorschlag würde
vermutlich massive Widerstände hervorrufen und zu einer Polarisierung
zwischen Radhelmbefürwortern und -gegnern führen. Im Lichte der
Ergebnisse könnte man die Einführung einer Helmpflicht für Kinder
diskutieren. Eine entsprechende Norm würde voraussichtlich auf breite
Zustimmung und Akzeptanz stoßen. Positiv daran wäre, dass ein höherer
Schutz für Kinder erreicht wird, die in überproportionaler Weise
durch Kopfverletzungen beim Radfahren bedroht sind." Internationale
Studien zeigen, dass ein Radhelm das Risiko einer
Schädel-Hirn-Verletzung bis zu 85 Prozent reduzieren kann. Argumente,
wie "Helme sind unbequem" oder "Die Aufbewahrung des Helms, wenn man
sein Fahrrad abstellt, ist ein lästiges Problem" sind haltlos im
Angesicht dessen, dass der Radhelm die einzige, seriöse Schutzwirkung
gegenüber Kopfverletzungen darstellt.
Imagekampagne für den Helm
"Umfassende Werbemaßnahmen sind notwendig um die Radhelmtragequote zu
erhöhen. Wünschenswert und notwendig wäre eine Imagekampagne
wichtiger Organisationen, wie zum Beispiel Ministerien, Schulen,
Radfahr-Verbände oder Automobilclubs um das Radfahren mit Helm -
speziell bei Jugendlichen - in der Öffentlichkeit als stark,
attraktiv und modern darzustellen", empfiehlt Kisser. Das Institut
"Sicher Leben" hat aus diesem Grund einen Informationsfolder
gestaltet, dieser kann gratis beim Institut bestellt werden und gibt
wichtige Tipps rund um den Radhelm.
So sitzt der Helm richtig
- Der Helm schützt Stirn, Schläfen, Oberkopf und Hinterkopf
- Der Helm sitzt so eng, wie es der Tragekomfort gerade noch erlaubt,
damit er auch bei einem Sturz weder in die Stirn noch in den Nacken
rutscht.
- Der Verschlussriemen soll weder einschnüren noch drücken, muss
jedoch fest am Unterkiefer anliegen
- Den Verschlussriemen während der Fahrt geschlossen halten!
- Der Helm schütz nur ein Mal! Er muss nach jedem Sturz erneuert
werden
- Der richtige Helm ist nach der EN 1078 geprüft und trägt die
CE-Kennzeichung
- Eine Checklist für den Helmkauf gibt es beim Institut "Sicher
Leben" (Tel. 01 715 66 44 - 311)
OTS0116 2003-06-12/11:00
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