- 11.06.2003, 11:53:51
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GLOBAL 2000-Protestaktion vor EU-Ministerrat: "Agrarreform ist eine Ohrfeige für die Umwelt"
Strenge verbindliche Umwelt- und Konsumentenschutzstandards müssen Herzstück der EU-Agrarreform sein
Luxemburg (OTS) - Die österreichische Umweltschutzorganisation
GLOBAL 2000 protestiert heute vor dem Agrarministerrat in Luxemburg
gemeinsam mit ihrer Schwesterorganisation Friends of the Earth Europe
(FoE Europe) gegen die geplante Reform der EU-Agrarpolitik. "Umwelt
vor Industrie" fordern die AktivistInnen auf einem Banner. Ein
überdimensionaler Geldkoffer stellt symbolisch die Agrarfördergelder
für die Gemeinsame Agrarpolitik, die CAP (Common Agriculture Policy)
der EU dar. "Diese Agrarreform ist eine Ohrfeige für die Umwelt. Denn
bei dieser sogenannten Agrarreform wird weiterhin der Großteil der
Fördergelder in die umweltfeindliche intensive Landwirtschaft ohne
strenge Umwelt- und Lebensmittelstandards fließen", kritisiert Iris
Strutzmann, Agrarexpertin von GLOBAL 2000. Derzeit bekommen 20
Prozent der Bauern 80 Prozent der Fördergelder, an diesem Verhältnis
wird sich nach Abschluss dieser Reform nur wenig ändern. "Wir
brauchen eine gerechte Verteilung der Gelder. Strenge, verbindliche
Lebensmittel- und Umweltstandards für Agrarförderungen müssen das
Herzstück einer ökologisch sozialen Agrarreform sein. Umwelt- und
Lebensmittelstandards dürfen nicht die Bauernopfer dieser Agrarreform
sein", so Strutzmann.
Umwelt- und Landwirtschaftsminister Josef Pröll ist jetzt
aufgefordert, sich bei den schwachen Umwelt- und
Lebensmittelstandards für strengere Regelungen einsetzen. Da mit der
Entkoppelung der Agrarförderungen von der Art der Produktion auch die
Mengenbeschränkungen pro Hektar entfallen könnten, ist ohne diese
strengen Standards eine weitere Intensivierung in der Landwirtschaft
zu befürchten. GLOBAL 2000 kritisiert ebenso vehement, dass im
jetzigen Vorschlag nur sechs Prozent der Fördergelder von den
Direktzahlungen hin zur Ländlichen Entwicklung fließen werden.
Außerdem soll diese Umschichtung erst mit 2006 beginnen, anstatt wie
zuerst geplant 2004. "Um eine umweltverträgliche Landwirtschaft zu
verwirklichen, fordern wir, dass mindestens 20 Prozent der
Agrarförderungen zugunsten der Ländlichen Entwicklung umgeschichtet
werden. Darüber hinaus fordern wir die Streichung der ungerechten
Exportsubventionen, ein Bereich, der im jetzigen Agrarreformvorschlag
wieder ausgespart wurde", so Strutzmann abschließend.
BILDER VON DER AKTION unter 0043/1/812 57 30 - 18 erhältlich.
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