• 06.06.2003, 10:44:13
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Prammer zu Pensionen: Frauen sind die großen Verliererinnen der schwarz-blauen Pensionskürzungen

Wien (SK) "Nehmen Sie endlich zur Kenntnis, dass Frauen die
großen Verliererinnen der Pensionskürzungen sind", forderte am
Freitag SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende Barbara Prammer die
VertreterInnen der Regierungsparteien auf, die weder in den
Ausschüssen noch im Plenum oder bei den außerparlamentarischen
Diskussionen "der traurigen Realität ins Gesicht sehen wollen:
Nämlich dass mit dem Pensionskürzungsprogramm die kontinuierliche
Arbeit hin zu einer eigenständigen Pensionssicherung jäh zunichte
gemacht wird". Prammer appellierte an die Frauen von ÖVP und FPÖ:
"Hätten Sie auch nur einen Funken an Frauenbewusstsein und das nötige
Rückgrat, würden Sie gegen diese Vorhaben stimmen." Die sogenannten
abfedernden Maßnahmen, so Prammer gegenüber dem Pressedienst der SPÖ,
schützen Frauen nicht. Demgegenüber habe die SPÖ mit ihrem
Fairness-Modell für einen durchgängigen Versicherungsverlauf gesorgt
und für eine faire Bewertung der Ersatzzeiten und der
kindererziehungsbedingten Teilzeitarbeit. ****

Besonders kritisierte Prammer auch den sogenannten "Härtefonds":
"Frauen werden damit zu Almosenempfängerinnen degradiert und müssen
auf die Gnade des Ministers hoffen, um aus diesem Topf ein paar Euro
zu erhalten - ein Rückschritt, der an das 19. Jahrhundert erinnert."

Die SPÖ nehme mit ihrem Modell "Fairness-Pension" auf die
Lebenssituation der Frauen Rücksicht, betonte Prammer. Dabei sind
Zeiten der Kinderbetreuung und der Teilzeitarbeit im Interesse der
Frauen mit Beiträgen auf Grundlage des Einkommens vor dem Kind
gedeckt. Außerdem sieht das SPÖ-Modell eine gerechte Aufwertung der
frühen Versicherungszeiten vor. Dies ist besonders bei Frauen
wichtig, da sie vor dem Kind oft höhere Einkommen erzielen als nach
der Babypause.

Das Herausnehmen von drei Jahren pro Kind aus der Durchrechnung sei
hingegen "reine Augenauswischerei", so Prammer. Die Erhöhung der
Bemessungsgrundlage für pensionserhöhende Kindererziehungszeiten um
50 Prozent werde auf 25 Jahre gestreckt und damit "völlig
verwässert". Und die Erweiterung der pensionsbegründenden
Kindererziehungszeiten auf 24 Monate werde bei einer Umstellung auf
ein Pensionskonto obsolet, sagte Prammer. Für
Kinderbetreuungseinrichtungen und weitere Rahmenbedingungen zur
besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie werde kein Geld
eingeplant. "Angesichts dieser Tatsachen muss die
Vogel-Strauß-Politik gegenüber den Zukunftschancen der Frauen endlich
ein Ende haben", so Prammer abschließend. (Schluss) up

OTS0091    2003-06-06/10:44

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