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"Neue Kärntner Tageszeitung" - Kommentar: Zauberwort "Erinnern" (von Claudia Grabner)
Ausgabe vom 06.06.2003
Klagenfurt (OTS) - Jetzt bleibt nur die Hoffnung, dass Österreich
nicht vergisst. Nicht vergisst die Doppelzüngigkeit - worin sich die
FPÖ als bravouröser Musterknabe bewiesen hat. Nichts vergisst an
autoritärer Reformeitelkeit - mit der der Kanzler die "linken
Blockierer" ins böse Eck verfrachtet hat. Und nicht vergisst die
Einbahnstraße, die jenen Teil Österreichs zur Kasse bittet, der nicht
im Überfluss badet. Fein wäre auch, wenn sich das Wählervolk der
vielen Privilegienritter entsinnen könnte, die die Pensionsreform
endgültig zur Farce degradieren.
Unter ihnen Theodor Tomandl, Chef der Pensionsreformkommission,
der da derart eifrig polterte: "Das System kann nur gesunden, wenn es
harte Einschnitte gibt." Flockig gesprochen - mit dem Wissen im
Hinterkopf, dass ihm 6000 Euro monatlich an Luxusrente sicher sind...
Unter ihnen auch jene Politikerriege (vom Kanzler abwärts), die
das Volk um ihres zukunftssichernden Weitblicks bluten lässt - und
sich derweil ein Ausnahmepaket schnürt, das alle Stückerln an
Politikerbonzentum spielen sollte. Auch wenn dieses Paket stolperte
(dank oppositioneller Detektivarbeit): Österreich sollte sich daran
erinnern. Vor allem, wenn Schüssel & Co. der gemeinen Wählerschaft
wieder einmal etwas von "Verantwortung für die Generationen",
"Sparnotwendigkeit" und "Demografiezwang" erzählen wollen.
OTS0300 2003-06-05/21:08
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