• 04.06.2003, 13:06:10
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Greenpower-Ökoenergieanlage mit Ganzballen-Kukuruz (1)

Biomasseverbrennungs-Pilotanlage im Kraftwerk Simmering

Wien (OTS) - Eine neue Verbrennungstechnik ermöglicht die
emissionsarme Verbrennung von Biomasse-Ganzballen und damit eine
effiziente Umwandlung halmgutartiger, biogener Brennstoffe in Strom
und Wärme. Der Prototyp für ein innovatives
Biomasse-Verbrennungssystem wurde gestern im Kraftwerke Simmering,
u.a. im Beisein von Umweltstadträtin Isabella Kossina, Wiener
Stadtwerke-Generaldirektor Günther Grois, Porr-Generaldirektor Horst
Pöchhacker, Dürnkrut-Bürgermeister Rudolf Reckendorfer, präsentiert.
Das von der Wiener Stadtwerke-Tochter BMG gemeinsam mit Partnern
initiierte Ökoenergie-Projekt stößt bereits jetzt auf großes
Interesse, was durch die Anwesenheit einer Znaimer
Delegation,angeführt vom Znaimer Bürgermeister Pavel Balik,
dokumentiert wurde.

Innovative Verbrennungstechnologie

Im Mittelpunkt des Ökoenergie-Projektes steht die Energiepflanze
Kukuruz, die in einer Biomasse-Verbrennungsanlage zur kombinierten
Erzeugung von Wärme und Ökostrom eingesetzt wird. Und zwar jene alte,
urwüchsige, Maissorte, die nur wenig Korn, aber viel holzige
Pflanzenmasse abwirft. Mithilfe einer neuartigen
Verbrennungstechnologie wird der Kukuruz innerhalb eines Zeitraumes
von wenigen Zehntelsekunden vollständig und schadstoffarm verbrannt.
Weitere wichtige Vorteile sind die deutlich reduzierten Investitions-
und Betriebskosten, die Verwertung qualitativ schlechter, inhomogener
Biomasse und kürzeste Anfahr- und Abstellphasen.
Entwickelt wurde die innovative Verbrennungstechnologie von der
Federspiel Ökotechnology Consulting GmbH in Zusammenarbeit mit der
Technischen Universität Wien. Seit Mai 2003 laufen in der Pilotanlage
im Kraftwerk Simmering die Feuerungsversuche. Initiator und Betreiber
der Anlage ist die Greenpower Anlagenerrichtungs- und Betriebs-GmbH,
eine gemeinsame Gesellschaft der Wiener Stadtwerke-Tochter BMG
(Beteiligungsmanagement) GmbH (47%) der PORR Infrastruktur GmbH (47%)
und der Federspiel Ökotechnology Consulting GmbH (6%).

Das Greenpower-Projekt in Dürnkrut

Realisiert wird das Projekt in der niederösterreichischen Gemeinde
Dürnkrut. Die ersten Haushalte sind dort bereits seit November 2002
an die Nahwärmeversorgung angeschlossen. Bis zum Sommer 2003 wird
eine mobile Hackschnitzelfeuerungsanlage die Wärme- und
Warmwasserversorgung garantieren. Beim Start der Heizperiode
2003/2004, bei dem bereits die ausgereifte Kukuruz Verbrennungsanlage
vorhanden sein wird, sollen bereits 100 Haushalte angeschlossen sein.
Die Gemeinde Dürnkrut unter der Führung von Bürgermeister
Reckendorfer unterstützt vorbildhaft das Projekt im Sinne einer
innovativen, CO2-aktiven Klimaschutzmaßnahme.

Weitere Ökoenergie-Anlagen

Endziel ist es, diese Technologie-Kette zu kompetitiver
Serienreife zu führen. Nach Dürnkrut sollen weitere
Ökoenergie-Anlagen realisiert werden. Vor allem die Verbreitung in
Österreich in klassischen Ackerbau-Regionen und in den Staaten der
EU-Beitrittskandidaten soll forciert werden. Die neu entwickelte
Technik stellt besonders in kleinen und mittleren dezentralen
Ökoenergie-Anlagen einen effizienten Einsatz in Aussicht. Daher sind
primär kleinere und mittlere Kommunen, wie auch mittelständische
Installationsunternehmen bzw. branchenverwandte Gewerbebetriebe die
wichtigsten Zielgruppen, aber auch regionale und überregionale
Energieversorger. Ab 2005 sind verstärkt zielgerichtete Maßnahmen zur
Know-how-Vermarktung geplant.

EU unterstützt Greenpower-Ökoenergieprojekt

Die Investitionskosten im Endausbau werden bei ca. 5,5 Millionen
Euro liegen. Mit 1,5 Millionen Euro für den Forschungsanteil fördert
die EU das von der Wiener Stadtwerke-Tochter BMG gemeinsam mit
Partnern initiierte Ökoenergie-Projekt zur Entwicklung eines
Prototyps für ein innovatives Biomasse-Verbrennungssystem. Ende 2002
wurden die Fördergelder per Vertrag für eine Laufzeit bis 2006
genehmigt. Zu den EU-Mitteln kommen noch österreichische Förderungen
im Ausmaß von mehr als 1 Mio. Euro

Übergeordnet dienen die Erkenntnisse der Versuchsanlage für ein
Forschungs- und Demonstrationsprojekt im 5. Rahmenprogramm der
Europäischen Kommission, bei dem die Wiener Stadtwerke
Beteiligungsmanagement GmbH Koordinator (Projektleiter) ist. Weitere
EU-Projektpartner sind die Greenpower, die Technische Universität
Wien, das Technologie- und Förderzentrum für nachwachsende Rohstoffe
in Freising-Weihenstephan und eine Reihe internationaler Unternehmen.

Fotos zum Downloaden unter http://www.vipress.at

OTS0178    2003-06-04/13:06

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