• 03.06.2003, 12:45:46
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  • OTS0139 OTW0139

Holzindustrie 2002: Produktionsrückgang und Außenhandelsplus

Forderung nach werkstoffneutralen Ausschreibungen von Großbauprojekten

Wien (PWK 351) - Die positive Entwicklung der österreichischen
Holzindustrie der vergangenen Jahre konnte 2002 nicht in allen
Bereichen fortgesetzt werden. Als vielfältiger Wirtschaftsbereich mit
den Sparten Sägeindustrie, Möbelindustrie, Baubereich,
Holzwerkstoffindustrie und Skiindustrie musste die Holzindustrie

einen  Produktionsrückgang  im abgelaufenen Geschäftsjahr von 5,5 %
gegenüber dem Vorjahr verbuchen. Dennoch befindet sich der
Produktionswert der Branche mit  5,15 Mrd. EUR weiterhin  auf einem
sehr hohen Niveau.

Als stark außenhandelsorientierte Branche weist die österreichische
Holzindustrie eine Exportquote von annähernd 60 % auf. Dabei
erhöhten sich die Exporte in die Europäische Union um 5,0 % , nach
Osteuropa sogar um über 23 %. Die Importe von Holzprodukten haben
sich im Jahr 2002 um 9 % verringert, sodass der traditionelle
Überschuss der Außenhandelsbilanz 2002 um erstaunliche
36 % auf 1,77 Mrd. EUR angewachsen ist. Der Außenhandel ist somit
weiterhin ein sehr wichtiges Standbein der Holzindustrie.

Die Holzindustrie bleibt trotz eines leichten Rückgangs der
Beschäftigtenzahlen weiterhin einer der größten Arbeitgeber aller 22
Industriezweige Österreichs und eine der wenigen Industriebranchen,
in der die Anzahl der Beschäftigten auf einem relativ stabilen Niveau
geblieben ist. Gleichzeitig zählt die holzverarbeitende Industrie zu
einem der größten industriellen Sektoren der EU. Bei Berücksichtigung
der gesamten Wertschöpfungskette (inklusive Holzbe- und
-verarbeitung, Zellstoff-, Papier- und Pappeerzeugung bzw.
-verarbeitung, Druckerei- und Verlagswesen) ist die Holzwirtschaft
der größte Cluster Europas. Mit einem jährlichen Produktionswert von
375 Mrd. EURO und 5 Mio. direkt und indirekt Beschäftigten liegt die
Holz verarbeitende Industrie noch vor dem Nahrungsmittel- und dem
automotiven Bereich.

Die Holzindustrie bekennt sich zur Nachhaltigkeit sowohl bei der
Bewirtschaftung des Waldes als auch die nachhaltige Nutzung des
Holzes für die Weiterverarbeitung. Unzufriedenheit herrscht in
diesem Zusammenhang über das Imageproblem des Sektors. Zwar
bestätigt eine EU-Studie der heimischen (und skandinavischen)
Holzwirtschaft bessere Image-Ergebnisse als anderen EU-Mitgliedern,
trotzdem bestehen in der öffentlichen Meinung grundlegende
Missverständnisse. So wird die Waldbewirtschaftung nicht als
nachhaltig und verantwortungsvoll, sondern als Zerstörung des Waldes
verstanden. Begleitend dazu herrscht über den Sektor große
Unkenntnis. Holzprodukte werden häufig als banal wahrgenommen, gelten
als wenig innovativ und unmodern. Um diese Missverständnisse
auszuräumen, wollen Holz- und Forstwirtschaft im Rahmen der
Imagekampagne "Holz ist genial" entgegen wirken.

Holz hat darüber hinaus das Potential, einen substantiellen Beitrag
zur Ökologisierung der Wirtschaft und zur Eindämmung des
Treibhauseffektes zu leisten. "Dazu muss es gelingen, den Marktanteil
von Holz im Baugeschehen entsprechend zu steigern. Schlüssel dazu
sind holzfreundliche Baunormen, die wir nur erhalten werden, wenn wir
Politik und Behörden von den Vorzügen unseres Rohstoffs überzeugen
können", fordert der Vorsitzende der Österreichischen Holzindustrie,
Dr. Erich Wiesner. Ein Herzensanliegen ist ihm auch die
werkstoffneutrale Ausschreibung von Großbauprojekten. So stimmt es
traurig, dass große Holzbaubetriebe im Ausland äußerst erfolgreich
Projekte durchführen können, im Inland jedoch eine Ausführung in Holz
an den normativen Umständen scheitert. Gleichzeitig müsse aber auch
in die verstärkte Ausbildung von Architekten, Ingenieuren und
Planern, die auf die Materialentscheidung einen wesentlichen Einfluss
nehmen, investiert werden. (us)

OTS0139    2003-06-03/12:45

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