Holzindustrie 2002: Produktionsrückgang und Außenhandelsplus

Forderung nach werkstoffneutralen Ausschreibungen von Großbauprojekten

Wien (PWK 351) - Die positive Entwicklung der österreichischen Holzindustrie der vergangenen Jahre konnte 2002 nicht in allen Bereichen fortgesetzt werden. Als vielfältiger Wirtschaftsbereich mit den Sparten Sägeindustrie, Möbelindustrie, Baubereich, Holzwerkstoffindustrie und Skiindustrie musste die Holzindustrie

einen Produktionsrückgang im abgelaufenen Geschäftsjahr von 5,5 % gegenüber dem Vorjahr verbuchen. Dennoch befindet sich der Produktionswert der Branche mit 5,15 Mrd. EUR weiterhin auf einem sehr hohen Niveau.

Als stark außenhandelsorientierte Branche weist die österreichische Holzindustrie eine Exportquote von annähernd 60 % auf. Dabei erhöhten sich die Exporte in die Europäische Union um 5,0 % , nach Osteuropa sogar um über 23 %. Die Importe von Holzprodukten haben sich im Jahr 2002 um 9 % verringert, sodass der traditionelle Überschuss der Außenhandelsbilanz 2002 um erstaunliche
36 % auf 1,77 Mrd. EUR angewachsen ist. Der Außenhandel ist somit weiterhin ein sehr wichtiges Standbein der Holzindustrie.

Die Holzindustrie bleibt trotz eines leichten Rückgangs der Beschäftigtenzahlen weiterhin einer der größten Arbeitgeber aller 22 Industriezweige Österreichs und eine der wenigen Industriebranchen, in der die Anzahl der Beschäftigten auf einem relativ stabilen Niveau geblieben ist. Gleichzeitig zählt die holzverarbeitende Industrie zu einem der größten industriellen Sektoren der EU. Bei Berücksichtigung der gesamten Wertschöpfungskette (inklusive Holzbe- und -verarbeitung, Zellstoff-, Papier- und Pappeerzeugung bzw. -verarbeitung, Druckerei- und Verlagswesen) ist die Holzwirtschaft der größte Cluster Europas. Mit einem jährlichen Produktionswert von 375 Mrd. EURO und 5 Mio. direkt und indirekt Beschäftigten liegt die Holz verarbeitende Industrie noch vor dem Nahrungsmittel- und dem automotiven Bereich.

Die Holzindustrie bekennt sich zur Nachhaltigkeit sowohl bei der Bewirtschaftung des Waldes als auch die nachhaltige Nutzung des Holzes für die Weiterverarbeitung. Unzufriedenheit herrscht in diesem Zusammenhang über das Imageproblem des Sektors. Zwar bestätigt eine EU-Studie der heimischen (und skandinavischen) Holzwirtschaft bessere Image-Ergebnisse als anderen EU-Mitgliedern, trotzdem bestehen in der öffentlichen Meinung grundlegende Missverständnisse. So wird die Waldbewirtschaftung nicht als nachhaltig und verantwortungsvoll, sondern als Zerstörung des Waldes verstanden. Begleitend dazu herrscht über den Sektor große Unkenntnis. Holzprodukte werden häufig als banal wahrgenommen, gelten als wenig innovativ und unmodern. Um diese Missverständnisse auszuräumen, wollen Holz- und Forstwirtschaft im Rahmen der Imagekampagne "Holz ist genial" entgegen wirken.

Holz hat darüber hinaus das Potential, einen substantiellen Beitrag zur Ökologisierung der Wirtschaft und zur Eindämmung des Treibhauseffektes zu leisten. "Dazu muss es gelingen, den Marktanteil von Holz im Baugeschehen entsprechend zu steigern. Schlüssel dazu sind holzfreundliche Baunormen, die wir nur erhalten werden, wenn wir Politik und Behörden von den Vorzügen unseres Rohstoffs überzeugen können", fordert der Vorsitzende der Österreichischen Holzindustrie, Dr. Erich Wiesner. Ein Herzensanliegen ist ihm auch die werkstoffneutrale Ausschreibung von Großbauprojekten. So stimmt es traurig, dass große Holzbaubetriebe im Ausland äußerst erfolgreich Projekte durchführen können, im Inland jedoch eine Ausführung in Holz an den normativen Umständen scheitert. Gleichzeitig müsse aber auch in die verstärkte Ausbildung von Architekten, Ingenieuren und Planern, die auf die Materialentscheidung einen wesentlichen Einfluss nehmen, investiert werden. (us)

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