• 03.06.2003, 12:05:50
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ÖGB-Leutner: "Pensionsreform" der Regierung wird Arbeitslosigkeit weiter erhöhen

Mehr Mittel für aktive Arbeitsmarktpolitik nötig; Angebot der Sozialpartner für faire Pensionsreform annehmen

Wien (ÖGB). "Der neuerliche Anstieg der Arbeitslosigkeit ist das
Ergebnis der Untätigkeit der Regierung. Statt endlich mehr Mittel in
die aktive Arbeitsmarktpolitik zu stecken, macht sie sich für die
Abschaffung der Frühpensionen stark", stellt der Leitende Sekretär im
ÖGB, Dr. Richard Leutner, fest. Die Arbeitsmarktdaten für Mai zeigen
einen Anstieg der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vergleichsmonat des
Vorjahres um 3,4 Prozent. Insgesamt waren im Mai 214.955 Personen als
arbeitslos vorgemerkt.++++

Besonders Jugendliche unter 25 Jahren sind die Leidtragenden der
Untätigkeit der Regierung in der Beschäftigungspolitik, die
Jugendarbeitslosigkeit nahm um 9,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu.
Die Alarmglocken läuten müssten bei der Regierung aber auch
angesichts der Tatsache, dass die Arbeitslosigkeit der Älteren weiter
wächst. "Bei den Frauen nahm die Arbeitslosigkeit bei der
Altersgruppe der 55- bis 60-Jährigen mit 16 Prozent am stärksten zu",
sagt Leutner. Bereits vom April 2000 bis April 2003 war die
Arbeitslosigkeit der über 60-jährigen Männer um 204 Prozent gestiegen
und bei den Frauen zwischen 55 und 60 Jahren um 87,9 Prozent.

Werde die Abschaffung der Frühpensionen so, wie von der Regierung
geplant, durchgezogen, werde die Arbeitslosigkeit weiter dramatisch
steigen, ist Leutner überzeugt, denn es fehle an den Arbeitsplätzen.
"Unser heutiger Abwehrstreik richtet sich auch gegen die
überfallsartige Abschaffung der Frühpension", erklärt Leutner. Er
fordert die Regierung neuerlich zur Annahme des Angebots der
Sozialpartner auf, bis Ende September eine faire Pensionsreform
auszuarbeiten, die Rücksicht auf die Situation am Arbeitsmarkt nimmt.

Zusätzlich fordert der ÖGB die Aufstockung der Budgetmittel für
eine aktive Arbeitsmarktpolitik um 250 Millionen Euro. Für
Jugendliche, die keine Lehrstelle finden, müssten alternative
Bildungsangebote geschaffen werden. (mfr)

OTS0113    2003-06-03/12:05

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