• 03.06.2003, 10:31:45
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Bartenstein: Ende Mai neuerlich ein Anstieg bei den Beschäftigten

Arbeitsmarktdaten per Ende Mai

Wien (BMWA/OTS) - Trotz der anhaltenden internationalen
Konjunkturschwäche nimmt die Zahl der unselbstständig Beschäftigten
weiter zu, erklärte Wirtschafts- und Arbeitsminister Dr. Martin
Bartenstein zu den jüngsten Arbeitsmarktdaten: Ende Mai 2003 ist nach
der vorläufigen Meldung des Hauptverbandes der
Sozialversicherungsträger bundesweit ein Anstieg der Beschäftigung
(ohne geringfügige Beschäftigungsverhältnisse) um 30.417 (+0,96%) auf
einen Wert von 3.186.611 festzustellen.

Bei der Arbeitslosigkeit war Ende Mai nach dem leichten Rückgang
im April, der unter anderem auch auf den späten Ostertermin mit
geringerer Arbeitslosigkeit im Fremdenverkehr zurückzuführen war,
wieder ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr festzustellen. Der Bestand
an vorgemerkten arbeitslosen Personen lag mit 214.955 um 7.095 bzw.
3,4% über dem Wert vom Mai 2002. Die Zunahme entfiel zu knapp zwei
Drittel auf Männer und zu etwas über einem Drittel auf Frauen. Bei
der Männerarbeitslosigkeit war ein Plus von 4.563 (4,0%) auf 117.451
zu konstatieren, die Arbeitslosigkeit der Frauen stieg - entgegen der
positiven Entwicklung im Vormonat - um 2.532 (2,7%) auf 97.504 (zum
Teil Ausdruck der Saisonkomponente im Fremdenverkehr). Ein deutlicher
Rückgang der Arbeitslosen war bei den Männern im Bauwesen (-1.209 auf
23.896) zu verzeichnen, während bei den Frauen in der
Sachgütererzeugung (-202 auf 13.852), im Handel (-287 auf 20.026) und
im Bauwesen (-166 auf 3.474) die Arbeitslosenzahlen rückläufig waren.

International gesehen hat Österreich nach wie vor eine sehr
günstige Position. Für den April 2003 (letzt verfügbarer Wert) weist
EUROSTAT für Österreich eine Arbeitslosenquote von 4,3% aus. Die
Fortschreibung der Quote durch das Arbeitsmarktservice für Mai ergibt
ebenfalls 4,3%. Dieser Wert liegt nach wie vor deutlich unter dem
EU-Durchschnitt von 7,9% (Wert vom März 2003). Lediglich Luxemburg
mit 3,5% (April) und die Niederlande mit 3,7% (März) weisen eine
niedrigere Arbeitslosenquote als Österreich auf.

Darüber hinaus zeigten sich Ende Mai 2003 auf dem heimischen
Arbeitsmarkt folgende Tendenzen:

Arbeitslosendauer verkürzt sich weiter

Die durchschnittliche Dauer einer Arbeitslosigkeitsepisode hat im
Mai 2003 103 Tage betragen. Die Verweildauer liegt somit um 8 Tage
unter dem Vergleichswert des Vorjahres bzw. um 6 Tage unter dem
Mai-Wert 2001.

Langzeitarbeitslosigkeit

Ende Mai war die Zahl der über 6 Monate vorgemerkten Arbeitslosen
mit 45.627 gegenüber dem Vorjahr um 3.103 bzw. - 6,4% rückläufig.
Länger als ein Jahr vorgemerkt waren 18.115 Personen. Diese Zahl lag
über dem Mai-Wert des Vorjahres (+5.141 bzw. +39,6%), jedoch unter
dem vergleichbaren Wert des Jahres 2000 (und zwar um 2.333 bzw.
-11,4%).

Jugendliche

Die Arbeitslosigkeit der 15- bis 18-jährigen Jugendlichen ist mit
3.807 bzw. +137 (oder +3,7%) wieder etwas gestiegen. Die vorgemerkten
Arbeitslosen im Alter von 19 bis 24 sind im Mai (+2.986 bzw. +10,7%
auf 30.966) stärker gestiegen als in den beiden Vormonaten.
Im internationalen Vergleich (April 2003) weist Österreich mit 6,7%
die niedrigste Jugendarbeitslosenquote nach den Niederlanden (5,0%)
in der Gemeinschaft aus, gefolgt von Dänemark (7,4%) und Luxemburg
(7,6). Die Jugendarbeitslosenquote ist im EU-Durchschnitt mit 14,8%
mehr als doppelt so hoch.

Lehrstellenmarkt

Die Zahl der Lehrstellensuchenden lag Ende Mai mit 3.459 um 411
(13,5%) über dem Wert des Vorjahres. Die beim Arbeitsmarktservice
gemeldeten offenen Lehrstellen waren im Vorjahresvergleich annähernd
konstant (-6 bzw. -0,2% auf 2.842).

Altersarbeitslosigkeit

Die Arbeitslosigkeit der über 50-Jährigen ist um 1.276 (2,8%) auf
46.761 angestiegen. Dabei ist die Zahl der 50- bis 54-jährigen
Arbeitslosen mit -846 (-3,7%) - wie bereits in den Vormonaten -
weiterhin rückläufig. Der Bestand an vorgemerkten 55- bis 59-Jährigen
hat hingegen um 1.592 (8,7%) und jener der über 60-Jährigen um 530
(13,4%) zugenommen. Neben demographischen Faktoren ist die Zunahme
auch auf die geänderten Zugangsbestimmungen in die vorzeitige
Alterspension zurückzuführen.

Entwicklung nach Branchen

Neben den durch die internationale Konjunkturlage vorgegebenen
Rahmenbedingungen für den österreichischen Arbeitsmarkt (verminderte
Exportchancen und in weiterer Folge die verhaltenen
Ausrüstungsinvestitionen) spiegeln sich "Sonderfaktoren" in den
aktuellen Daten - wie der späte Ostertermin (relevant für die
Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Tourismus) sowie die milde
Witterung, die zu einem früheren Saisonstart in der Baubranche
geführt hat - wider. In der Baubranche hat sich im Mai die günstige
Entwicklung fortgesetzt (-1.375 oder -4,8% auf 27.370). Nennenswerte
zunehmende Arbeitslosenzahlen sind - bedingt durch das Ende der
Wintersaison - im Tourismus (+2.166; +6,1% auf 37.757), bei den
sonstigen Dienstleitungen (+1.582; +15,9% auf 11.550) und bei den
unternehmensbezogenen Diensten (+1.027; +6,4% auf 16.954) zu
konstatieren. Im Sachgüterbereich ist der Anstieg der
Arbeitslosigkeit mit +561 bzw. +1,5% auf 38.904 moderat ausgefallen.
Die Männerarbeitslosigkeit ist in diesem Bereich um 763 bzw. 3,1%
gestiegen, während die Zahl der arbeitslos vorgemerkten Frauen
rückläufig ist (-202; -1,4%).

Entwicklung in den Bundesländern

Mit Ausnahme Oberösterreichs (-6,2%; -1.367) haben die
Arbeitslosenzahlen Ende Mai in allen anderen Bundesländern
zugenommen. Überdurchschnittlich war der Zuwachs in Vorarlberg
(+17,3% bzw. +1.257), gefolgt von Tirol (+7,8%; +1.304), Salzburg
(+7,1%; +782), der Steiermark (+5,2%; +1.462) und Wien (+4,2%;
+2.973). Die Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen im Burgenland (+2,8%;
+165) und in Niederösterreich (+1,6%; +517) ist unterdurchschnittlich
gestiegen und in Kärnten (+0,0%; +2) konstant geblieben.

Arbeitslosigkeit nach Ausbildungskategorien

Bis auf die Absolventen von Akademien (-6,1%; -40 auf 618),
mittleren technischen Schulen (-3,1%; -38 auf 1.196) und einer Lehre
mit Meisterprüfung (-1,9%; -38 auf 1.949) sind im Mai in allen
Ausbildungskategorien Zunahmen der vorgemerkten Arbeitslosen zu
verzeichnen. In absoluten Zahlen entfiel der drittstärkste Anstieg
auf Universitätsabsolventen (+16,0% oder +885 auf 6.427), auf
Personen mit lediglich Pflichtschulabschluss (+1,9 oder +1.639 auf
87.963) und Lehrabschluss (+2,2% oder +1.608 auf 75.467).
Anteilsmäßig entfielen rund 81% aller Arbeitslosen auf Personen ohne
abgeschlossene Schule, Personen mit Pflichtschulabschluss und
Personen mit Lehrabschluss.

Schulungen des Arbeitsmarktservice

Die Schulungsaktivitäten des Arbeitsmarktservice lagen auch im Mai
deutlich über dem Vorjahresniveau. Die Zahl der in Schulung
befindlichen Personen betrug 44.912 und lag damit um 9.176 (25,7%)
über dem vergleichbaren Vorjahreswert. 48% des Anstieges entfiel
dabei auf jugendliche Schulungsteilnehmer (15- bis 25-Jährige).
Besonders stark stiegen die Teilnehmerzahlen in Kärnten (+42,7% bzw.
+739), Wien (+37,8% bzw. +3.825) und in Salzburg (+27,9% bzw. +370).
Die Schulungsteilnehmer rekrutierten sich schwerpunktmäßig aus den
Berufsgruppen Büroberufe (8.929), Metall-/Elektroberufe (6.010),
Handel (5.765) und den Hilfsberufen (5.269). Aus diesen Berufsgruppen
kamen 58% aller in Schulung befindlichen Personen.

Rückfragehinweis: Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit
Ministerbüro: Dr. Ingrid Nemec, Tel: (++43-1)
71100-5108
Referat Presse: Dr. Harald Hoyer, Tel: (++43-1)
71100-2058
mailto:[email protected]

OTS0064    2003-06-03/10:31

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | MWA

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