- 02.06.2003, 14:49:10
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AK Veranstaltung lebenslanges Lernen 2 - Schule verdirbt Spaß am Lernen
Interesse am lebenslangen Lernen wird nur begrenzt gefördert, ergibt Studie über Lernmotivation
Wien (AK) - Die SchülerInnen verlieren umso mehr das Interesse und
den Spaß am Lernen, je länger sie in der Schule sind, berichtete
Christiane Spiel, Wiener Uni-Professorin für Bildungspsychologie und
Evaluation, heute, Montag, auf der AK Veranstaltung "Lebenslanges
Lernen und Schule". Christiane Spiel ist Mitglied der
Zukunftskommission des Bildungsministeriums "Schule neu denken". Sie
hat zusammen mit Barbara Schober in einer Studie über die
Lernmotivation von SchülerInnen herausgefunden, dass die Schule das
Interesse am lebenslangen Lernen "nur begrenzt" fördert. In der
Schule muss das Lernen in Gruppen und Projekten an Bedeutung
gewinnen, sagt Spiel. Außerdem müssten die Interessen der
SchülerInnen mehr berücksichtigt werden. Die Schule sollte als
Lernort geöffnet und positiver besetzt werden. Und selbstgesteuertes
Lernen müsste zentraler werden, "bei dem man lernt, Verantwortung für
das eigene Lernen zu übernehmen".
Viele SchülerInnen verlieren im Laufe der Schulzeit den Spaß am
Lernen, ergibt die Studie von Christiane Spiel und Barbara Schober
über den Spaß der SchülerInnen am Lernen. Dadurch fördere die Schule
das Interesse der späteren ArbeitnehmerInnen am lebenslangen Lernen
nur begrenzt, sagt Spiel. Die SchülerInnen verbinden schulische
Lerninhalte und die Schule als Ort mit wenig Spaß am Lernen. Ebenso
sehen die Lehrkräfte für sich und die Schule nur wenig
Handlungsspielraum für Förderung, so Spiels Befund in einer Zeit, in
der "das Interesse und die Kompetenz zum kontinuierlichen und
lebenslangen Lernen europaweit zu einem zentralen Ziel von
Bildungspolitik werden".
Die Schule müsse deshalb die Interessen der SchülerInnen mehr
berücksichtigen, fordert Spiel. Zentraler werden müsse
selbstgesteuertes Lernen, "bei dem man lernt, Verantwortung für das
eigene Lernen zu übernehmen". Andere Lernorte müssten in den
Unterricht eingebunden, die Schule als Lernort geöffnet und positiver
besetzt werden. An Bedeutung gewinnen müsse nicht zuletzt das Lernen
in Gruppen und an Projekten.
Wie eine derartige Neugestaltung des Unterrichts selbst im
Chemieunterricht funktionieren kann, berichtete auf der AK
Veranstaltung die Physik- und Chemie-Lehrerin Brigitte Koliander, die
2003 den Didaktikpreis des Verbands der Chemielehrer Österreichs
erhielt. Beispielsweise könnten im Chemieunterricht Lernzirkel
eingerichtet werden, in denen die SchülerInnen mit Hilfe spezieller
Materialien etwa Formeln und Gleichungen in ihrem eigenen Tempo
einüben können - wobei es dann für die Schnelleren aufwändigere
Zusatzbeispiele gibt.
(Schluss)
OTS0202 2003-06-02/14:49
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