AK Veranstaltung lebenslanges Lernen 2 - Schule verdirbt Spaß am Lernen

Interesse am lebenslangen Lernen wird nur begrenzt gefördert, ergibt Studie über Lernmotivation

Wien (AK) - Die SchülerInnen verlieren umso mehr das Interesse und den Spaß am Lernen, je länger sie in der Schule sind, berichtete Christiane Spiel, Wiener Uni-Professorin für Bildungspsychologie und Evaluation, heute, Montag, auf der AK Veranstaltung "Lebenslanges Lernen und Schule". Christiane Spiel ist Mitglied der Zukunftskommission des Bildungsministeriums "Schule neu denken". Sie hat zusammen mit Barbara Schober in einer Studie über die Lernmotivation von SchülerInnen herausgefunden, dass die Schule das Interesse am lebenslangen Lernen "nur begrenzt" fördert. In der Schule muss das Lernen in Gruppen und Projekten an Bedeutung gewinnen, sagt Spiel. Außerdem müssten die Interessen der SchülerInnen mehr berücksichtigt werden. Die Schule sollte als Lernort geöffnet und positiver besetzt werden. Und selbstgesteuertes Lernen müsste zentraler werden, "bei dem man lernt, Verantwortung für das eigene Lernen zu übernehmen".

Viele SchülerInnen verlieren im Laufe der Schulzeit den Spaß am Lernen, ergibt die Studie von Christiane Spiel und Barbara Schober über den Spaß der SchülerInnen am Lernen. Dadurch fördere die Schule das Interesse der späteren ArbeitnehmerInnen am lebenslangen Lernen nur begrenzt, sagt Spiel. Die SchülerInnen verbinden schulische Lerninhalte und die Schule als Ort mit wenig Spaß am Lernen. Ebenso sehen die Lehrkräfte für sich und die Schule nur wenig Handlungsspielraum für Förderung, so Spiels Befund in einer Zeit, in der "das Interesse und die Kompetenz zum kontinuierlichen und lebenslangen Lernen europaweit zu einem zentralen Ziel von Bildungspolitik werden".

Die Schule müsse deshalb die Interessen der SchülerInnen mehr berücksichtigen, fordert Spiel. Zentraler werden müsse selbstgesteuertes Lernen, "bei dem man lernt, Verantwortung für das eigene Lernen zu übernehmen". Andere Lernorte müssten in den Unterricht eingebunden, die Schule als Lernort geöffnet und positiver besetzt werden. An Bedeutung gewinnen müsse nicht zuletzt das Lernen in Gruppen und an Projekten.

Wie eine derartige Neugestaltung des Unterrichts selbst im Chemieunterricht funktionieren kann, berichtete auf der AK Veranstaltung die Physik- und Chemie-Lehrerin Brigitte Koliander, die 2003 den Didaktikpreis des Verbands der Chemielehrer Österreichs erhielt. Beispielsweise könnten im Chemieunterricht Lernzirkel eingerichtet werden, in denen die SchülerInnen mit Hilfe spezieller Materialien etwa Formeln und Gleichungen in ihrem eigenen Tempo einüben können - wobei es dann für die Schnelleren aufwändigere Zusatzbeispiele gibt.

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