ÖGJ-Eder: "Zukunft statt Populismus"

Aussagen von VP-Fuhrmann grenzen an Realitätsverweigerung

Wien (ÖGB). "Es wundert uns nicht, dass Silvia Fuhrmann kein Verständnis für die von ihr als unverschämt bezeichneten ÖGB-Forderungen aufbringt, gehört sie doch als Nationalrätin jener Regierungspartei an, die ohne wenn und aber und ohne an die detaillierten Auswirkungen zu denken über die Bevölkerung drüberfährt", sagt der Bundesvorsitzende der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ), Jürgen Eder, zu den Vorwürfen der ÖVP-Jungabgeordneten. Erst durch die Maßnahmen des ÖGB, an denen sich Hunderttausende Menschen in ganz Österreich beteiligt haben, schwenkte die Regierung auf die Forderung der Sozialpartner nach Verhandlungen ein. ++++

Die ÖGJ und der ÖGB treten für Forderungen ein, die der Jugend und allen ArbeitnehmerInnen die weitgehende Sicherung des Lebensstandards im Alter garantieren. Das oberste Ziel dieser Forderungen ist ein harmonisiertes Pensionssystem, in dem man 65-jährig, mit 45 Versicherungsjahren, mit 80 Prozent der durchschnittlichen Lebensverdienstsumme in Pension gehen kann. Auch die Möglichkeit, mit Abschlägen in Frühpension zu gehen, soll erhalten bleiben. "Ich wüsste nicht, was daran unverschämt sein soll", meint Eder.

Wie wichtig diese Anliegen auch Österreichs Jugend sind, sieht man an den zahlreichen positiven Rückmeldungen bei diversen Verteilaktionen und an der hohen Beteiligung an gewerkschaftlichen Kampfmaßnahmen. Deshalb ist es für die ÖGJ nicht nachvollziehbar, woraus Fuhrmann das Einsehen der Jugendlichen in die Maßnahmen der Bundesregierung ableitet. Eder: "Ein Fall von Realitätsverweigerung."

Wenn sich jemand auf dem Egotrip befindet und mit populistischen "Argumenten" um sich wirft, dann ist das Silvia Fuhrmann, die nur strikte Parteilinie vertritt, um ihre Karriere abzusichern, anstatt die Interessen der Jugend zu vertreten.

Silvia Fuhrmann ist aufgerufen, echte Jugendpolitik zu betreiben. Dazu gehören die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit, Verbesserungen beim Zivildienst, Abschaffung der Studiengebühren und die Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen Berufsausbildung. "Wir können leider keine Aktivitäten in diese Richtung erkennen", bedauert Eder.

Die ÖGJ appelliert an die Regierungsparteien, eine echte Reform unter Einbindung der Sozialpartner in der dafür notwendigen Zeit zu erarbeiten, die den ArbeitnehmerInnen, besonders der Jugend, wieder Vertrauen in eine sozial abgesicherte Zukunft gibt.

ÖGB, 2. Juni 2003
Nr. 460

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