• 02.06.2003, 13:50:04
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ÖGJ-Eder: "Zukunft statt Populismus"

Aussagen von VP-Fuhrmann grenzen an Realitätsverweigerung

Wien (ÖGB). "Es wundert uns nicht, dass Silvia Fuhrmann kein
Verständnis für die von ihr als unverschämt bezeichneten
ÖGB-Forderungen aufbringt, gehört sie doch als Nationalrätin jener
Regierungspartei an, die ohne wenn und aber und ohne an die
detaillierten Auswirkungen zu denken über die Bevölkerung
drüberfährt", sagt der Bundesvorsitzende der Österreichischen
Gewerkschaftsjugend (ÖGJ), Jürgen Eder, zu den Vorwürfen der
ÖVP-Jungabgeordneten. Erst durch die Maßnahmen des ÖGB, an denen sich
Hunderttausende Menschen in ganz Österreich beteiligt haben,
schwenkte die Regierung auf die Forderung der Sozialpartner nach
Verhandlungen ein. ++++

Die ÖGJ und der ÖGB treten für Forderungen ein, die der Jugend und
allen ArbeitnehmerInnen die weitgehende Sicherung des Lebensstandards
im Alter garantieren. Das oberste Ziel dieser Forderungen ist ein
harmonisiertes Pensionssystem, in dem man 65-jährig, mit 45
Versicherungsjahren, mit 80 Prozent der durchschnittlichen
Lebensverdienstsumme in Pension gehen kann. Auch die Möglichkeit, mit
Abschlägen in Frühpension zu gehen, soll erhalten bleiben. "Ich
wüsste nicht, was daran unverschämt sein soll", meint Eder.

Wie wichtig diese Anliegen auch Österreichs Jugend sind, sieht man
an den zahlreichen positiven Rückmeldungen bei diversen
Verteilaktionen und an der hohen Beteiligung an gewerkschaftlichen
Kampfmaßnahmen. Deshalb ist es für die ÖGJ nicht nachvollziehbar,
woraus Fuhrmann das Einsehen der Jugendlichen in die Maßnahmen der
Bundesregierung ableitet. Eder: "Ein Fall von Realitätsverweigerung."

Wenn sich jemand auf dem Egotrip befindet und mit populistischen
"Argumenten" um sich wirft, dann ist das Silvia Fuhrmann, die nur
strikte Parteilinie vertritt, um ihre Karriere abzusichern, anstatt
die Interessen der Jugend zu vertreten.

Silvia Fuhrmann ist aufgerufen, echte Jugendpolitik zu betreiben.
Dazu gehören die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit,
Verbesserungen beim Zivildienst, Abschaffung der Studiengebühren und
die Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen Berufsausbildung.
"Wir können leider keine Aktivitäten in diese Richtung erkennen",
bedauert Eder.

Die ÖGJ appelliert an die Regierungsparteien, eine echte Reform
unter Einbindung der Sozialpartner in der dafür notwendigen Zeit zu
erarbeiten, die den ArbeitnehmerInnen, besonders der Jugend, wieder
Vertrauen in eine sozial abgesicherte Zukunft gibt.

ÖGB, 2. Juni 2003
Nr. 460

OTS0178    2003-06-02/13:50

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