• 02.06.2003, 11:02:31
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Kukacka: Erweiterung erfordert Ausbau der Transportkapazitäten der Donau!

Staatssekretär Helmut Kukacka bei "Internationalen Verkehrssymposium 2003" - Durch Forcierung der Schifffahrt könnte Wirtschaft jährlich rund 30 Millionen Euro an Transportkosten einsparen

Eisenstadt, 2. Juni 2003 (OTS) "Die Umweltfreundlichkeit der
Binnenschifffahrt steht ebenso außer Zweifel wie ihre kostengünstige
Massenleistungsfähigkeit und ihre geringe Unfallhäufigkeit. Auf der
österreichischen Strecke der Donau werden jährlich alleine insgesamt
12,5 Millionen Tonnen Güter bewegt und über eine halbe Million
Menschen befördert. Diese Kapazitäten wollen wir noch weiter
ausbauen, um auch damit einen Beitrag zu leisten, mehr Güterverkehr
auf die Wasserstrasse zu verlagern", sagte heute, Montag,
Staatssekretär Mag. Helmut Kukacka, bei einem Vortrag vor
internationalen Experten im Rahmen des "Internationalen
Verkehrssymposiums 2003" in Eisenstadt, das unter dem Generalthema
"Verkehr überwindet Grenzen" stand. *****

Eine leistungsfähige und attraktive Donauschifffahrt stelle einen
wesentlichen Beitrag zu einem nachhaltigen und effektiven
Transportsystem dar. Dafür würden folgende Faktoren sprechen: Die
Bewältigung des Verkehrs im Donaukorridor mit hoher Akzeptanz der
Bevölkerung, Minimierung von negativen Umwelteinflüssen des
Verkehrs, die Stärkung der Wettbewerbssituation der Wirtschaft und
Sicherung von Arbeitsplätzen, die Nutzung der vorhandenen
Infrastruktur und ein geringer Investitionsbedarf und sparsamer
Umgang mit Budgetmitteln. "Für eine umwelt- und sozialverträgliche
Bewältigung der Verkehrszuwächse wird die Wasserstraße Donau ihren
Anteil am Verkehrsaufkommen überproportional steigern," so der
Staatssekretär.

"Der Donaukorridor verbindet 10 Nationen, mehr als 100 Millionen
Menschen wohnen und leben in diesem dynamischen Wirtschaftsraum.
Durch die bevorstehende Integration der Donauländer in die
Europäische Union rückt Österreich noch stärker ins Zentrum Europas.
Es ist daher ein Gebot der Stunde, das die Donau eine noch
wichtigere Rolle als bisher spielt", betonte Kukacka.
Im Vergleich zu anderen Verkehrsträgern biete die Schifffahrt
bedeutend größere Transportkapazitäten. Ein Schubverband mit 3.700
Tonnen Ladung entspräche 93 Waggons zu 40 Tonnen bzw.148 LKWs zu 25
Tonnen! Aber auch die Donau als Verkehrsweg verfüge über ausreichend
freie Kapazitäten und könnte mit gezielten Entwicklungsmaßnahmen ihr
Transportaufkommen bis zum Jahr 2015 von derzeit ca. 12 Millionen
Tonnen auf ca. 30 Millionen Tonnen erhöhen. "Schätzungen gehen davon
aus, dass durch eine entsprechende Forcierung der Schifffahrt die
österreichische Wirtschaft jährlich ca. 30 Millionen Euro an
Transportkosten einsparen und damit ihre Wettbewerbsfähigkeit
steigern könnte. Dieser Umstand muss der Öffentlichkeit, den
Unternehmern und der Transportwirtschaft noch deutlicher bewusst
gemacht werden", betonte der Staatssekretär.

Es sei eine klare verkehrspolitische Zielsetzung, die angestrebten
Verlagerungseffekte durch eine ganzjährig gesicherte Fahrwassertiefe
am Oberlauf der Donau zu erzielen. Dieses Ziel sei nur durch eine
enge Kooperation mit Deutschland, der Slowakei und Ungarn zu
erreichen. "Die Kosten für einen Ausbau unterhalb von Wien liegen
mit etwa 200 Millionen Euro auf eine Bauzeit bis zu 10 Jahren weit
unter denen für vergleichbare Infrastrukturmaßnahmen im Straßen-
oder Schienenverkehr. Ein Interessensausgleich zwischen Ökologie und
Schifffahrt muss aber hergestellt werden", erklärte Kukacka.

Weitere Maßnahmen zur Stärkung der Wasserstraße Donau seien unter
anderen die Entwicklung der österreichischen Häfen zu intermodalen
Logistikzentren, die Verbesserung der Verknüpfungen zwischen
Binnenschifffahrt und Schienenverkehr, Förderung der Konzentration
von Industrie-Standorten in unmittelbarer Nähe der Wasserstraße
Donau und die Vereinheitlichung der derzeit drei Rechtsregime
Zentralkommission für die Rheinschifffahrt, der Donaukommission und
der EU.

Die Binnenschifffahrt in Österreich und in den Beitrittsländern
werde ihre Chancen durch die Erweiterung der EU nutzen. "Dadurch
kann und wird es auf der Wasserstrasse Donau zu einer deutlich
positiven Entwicklung kommen", so Kukacka. Österreich werde durch
die Steigerung der Effizienz, höherer Qualität, Verbesserung der
Logistikketten, Verjüngung und Modernisierung der Flotten und
steigendes Verkehrsaufkommen speziell nach Räumung der Donau,
nachhaltige positive Entwicklungsschritte für die Binnenschifffahrt
setzen. "Die österreichische Verkehrspolitik wird alles daran
setzen, dass dieses Potential auch genutzt wird", schloss Kukacka.

OTS0087    2003-06-02/11:02

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SVT

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