• 31.05.2003, 11:45:00
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Onodi: Kleinen Landschulen droht die Schließung

Herabsetzung der Klassenschülerhöchstzahlen

St. Pölten, (SPI) - "Kleine Landschulen stehen mittelfristig vor der
Schließung, die schulische Infrastruktur in Großgemeinden wird sich
maßgeblich reduzieren. Die Hinaufsetzung der Schulkinder-Prokopfquote
pro Lehrkraft im Bereich der Pflichtschulen (Volksschulen,
Hauptschulen, Polytechnikum und Sonderpädagogische Schulen), seit dem
Schuljahr 2001/2002 praktiziert, aber auch der dramatische Rückgang
bei den Schulanfängern wird allein in Niederösterreich für das
kommende Schuljahr rund 200 Lehrerposten wegrationalisieren und viele
kleine Schulen vor gewaltige Probleme stellen", so Niederösterreichs
Gemeindereferentin LHStv. Heidemaria Onodi zur aktuellen
Entwicklung.****

Wenn eine Volksschule in der Grundstufe 1 (1. und 2. Klasse) sowie in
der Grundstufe 2 (3. und 4. Klasse) die gemeinsame Zahl von 28
SchülerInnen nicht überschreitet, so sind diese Klassen hinkünftig
zusammenzulegen und ein sogenannter "Mehrstufenunterricht" zu halten.
Nicht nur das ein derartiger Unterricht sowohl für das Lehrpersonal,
als auch für die SchülerInnen besonders anstrengend und wohl auch
nicht so erfolgreich ist, so können auch viele zusätzliche Angebote,
wie Legastheniebetreuung, Logopädiebetreuung, StützlehrerInnen,
Förderunterricht, Supplierungen und Freigegenstände nicht mehr
aufrecht erhalten werden.

Bisher konnten derartige Schulstufen bei einer SchülerInnenzahl ab 10
als eigene Klasse - also 1. und 2. Klasse getrennt - geführt werden.
Durch die nun vorgeschriebene Verringerung der Klassen in manchen
Volksschulstandorten kann aber im nächsten Schuljahr keine eigene
erste Schulstufe mehr geführt werden - das bedeutet die Schließung
des Schulstandortes in wenigen Jahren. Viele kleine Landschulen wird
diese neue Verordnung treffen, die Kinder aus diesen Gemeinden müssen
dann zu weiter gelegenen Schulstandorten auspendeln.

"Dabei könnte es bei ein wenig guten Willen für SchülerInnen, Eltern
und Lehrpersonal eine gute Lösung geben. Die Klassenschülerhöchstzahl
von 30 sollte auf 25 herabgesetzt werden, was den Schülern ebenso
hilft wie dem Lehrpersonal. Ebenso sollte die Regelung, wonach
bereits ab 10 Kindern eine eigene Klasse geführt werden kann,
beibehalten bleiben. Den gestiegenen Anforderungen und damit dem
persönlichen Engagement für unsere Kleinsten sollte uns das schon
Wert sein. Moderne Lehrformen sind in großen Klassen und vor allem im
Mehrstufenunterricht ohnehin fast nicht zu bewältigen, die
Verschlechterung der Schulstrukturen treffen SchülerInnen wie Eltern
gleichermaßen. Die Herabsetzung der Klassenschülerhöchstzahlen ist
damit mehr ein Gebot der Stunde für unsere Kinder und für die
Qualität ihrer Ausbildung", so Onodi abschließend.
(Schluss) fa

OTS0015    2003-05-31/11:45

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