• 30.05.2003, 11:27:01
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Präsidentenkonferenz mahnt ländliche Entwicklung bei GAP-Reform ein

Ausschuss Ländlicher Raum vermisst notwendige Stärkung von zweiter Säule der GAP

Wien (AIZ) - "Die zum Teil hohen Erwartungen an die derzeitige
GAP-Reform für eine nachhaltige Stärkung der ländlichen Entwicklung
haben sich bis jetzt bei weitem nicht erfüllt. Eine Finanzierung
durch Umschichtungen aus der ersten Säule der GAP, also den Mitteln
für die Marktordnungsmaßnahmen, sowie die wahrscheinlichen negativen
Folgewirkungen der zukünftigen EU-Regionalpolitik werden die
strukturschwachen ländlichen Räume vor gewaltige Probleme stellen.
Gerade in einer Zeit der globalisierten wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen wäre es dringend notwendig, funktionsfähige
Strukturen im ländlichen Raum mit der besonderen Rolle der Land- und
Forstwirtschaft umfassend zu unterstützen", stellte der Vorsitzende
des Ausschusses Ländlicher Raum und Präsident der Vorarlberger
Landwirtschaftskammer, Josef Moosbrugger, anlässlich der
Ausschuss-Tagung in einer Aussendung fest.

"Landwirtschaft und ländlicher Raum sind funktionell aufeinander
angewiesen. Daher besteht auch eine große Übereinstimmung, dass die
Agrarpolitik einen fundamentalen Beitrag für eine multifunktionale
Land- und Forstwirtschaft zu leisten hat. Es ist aber auch notwendig,
über einen umfassenden regionalpolitischen Ansatz eine Stärkung der
ländlichen Regionen insgesamt zu erreichen. Die beiden EU-Politiken,
die Gemeinsame Agrarpolitik und die Regionalpolitik, werden ganz
offensichtlich diesen Herausforderungen nicht gerecht, weil die
vorliegenden Reformvorschläge und Entwicklungslinien weder
konzeptionell noch von der finanziellen Ausstattung einigermaßen
befriedigend sind. So soll die so genannte zweite Säule in Form der
ländlichen Entwicklung durch eine Umschichtung aus der ersten Säule
der GAP aufgestockt werden, ein positiver Gesamteffekt für die
Landwirtschaft ist vor allem angesichts der gleichzeitig höheren
Anforderungen an die landwirtschaftlichen Betriebe nicht
nachvollziehbar", erläuterte Moosbrugger weiter.

"Die EU-Regionalpolitik steht vor einer entscheidenden
Weichenstellung, vor allem bedingt durch die unmittelbar
bevorstehende Erweiterung der Union. Die regionalpolitischen Ziele
und darauf abgestellten Politiken sind aber unteilbar und müssen auch
in der Zukunft die strukturschwachen ländlichen Räume in der ganzen
Union einschließen. Integrierte ländliche Entwicklung darf sich auch
nicht nur auf die landwirtschaftlichen Strukturen beschränken, daher
muss das Programm Ländliche Entwicklung mit regionalpolitischen
Instrumenten nachhaltig flankiert werden", verlangte Moosbrugger.

"Angesichts der weitreichenden Konsequenzen der Reformvorhaben und
zukünftigen Rahmenbedingungen müssen alle möglichen Anstrengungen
darauf konzentriert werden, die Landwirtschaft und den ländlichen
Raum eine taugliche Perspektive zu entwickeln und diese durch
konkrete und wirksame Instrumente der Agrar- und Regionalpolitik zu
unterstützen. Während die budgetären Voraussetzungen in Österreich
für die Weiterentwicklung des Programmes Ländliche Entwicklung mit
dem nationalen Finanzierungspaket geschaffen wurden, sind die
strategischen und finanziellen Voraussetzungen auf der EU-Ebene noch
nicht gegeben", so Moosbrugger abschließend.
(Schluss)

Rückfragehinweis:
AIZ - Agrarisches Informationszentrum, Pressedienst

Tel: 01/533-18-43,   mailto:[email protected]
   http://www.aiz.info
   FAX: (01) 535-04-38
OTS0097    2003-05-30/11:27

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