• 28.05.2003, 12:35:29
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  • OTS0145 OTW0145

Mediationsverfahren Flughafen Wien

Teilvertrag bringt Verbesserungen für Anrainer

Wien (OTS) - Am 28. Mai berichteten Mitglieder des
Mediationsforums Flughafen Wien in einer Pressekonferenz, dass 50
Verfahrensparteien einen Teilvertrag abgeschlossen haben.

In diesem Teilvertrag sind Maßnahmen festgehalten, die ab 2004 für
Bewohner der Region um den Flughafen merkbare Verbesserung der
aktuellen Fluglärm-Situation bewirken werden. Damit ist eines der
beiden Schwerpunkt-Themen der Flughafen-Mediation abgeschlossen. Das
Thema Ausbauvorhaben der Flughafen Wien AG - insbesondere die
Errichtung einer 3. Piste und die damit im Zusammenhang stehenden
Forderungen - soll als zweiter Schwerpunkt bis Jahresende zum
Abschluss gebracht werden.

Austro Control hat An- und Abflugrouten überarbeitet

In einem intensiven Diskussionsprozess zwischen Austro Control und
Vertretern der vom Fluglärm betroffenen Bevölkerung in Wien und
Niederösterreich wurden neue An- und Abflugrouten ausgearbeitet und
im Konsens verabschiedet. Diese neuen Routen haben die größtmögliche
Lärmreduzierung bei gleich bleibender Kapazität und Aufrechterhaltung
der Sicherheit des Flugverkehrs zum Ziel. Darüber hinaus konnte auch
Übereinstimmung in der Frage einer ausgewogenen Verkehrsverteilung
bei Landeanflügen über Wien und Niederösterreich hergestellt werden.

Erreicht wird dieses Ziel insbesondere durch den Einsatz neuester
Navigationstechnologien, die ein besseres "Umfliegen" von besiedelten
Gebieten ermöglichen sowie durch zusätzliche Vereinbarungen über
Flugkorridore, An- und Abflugverfahren.
Austro Control wird die neu gestalteten An- und Abflugrouten sowie
die anderen gemeinsam erarbeiteten Vorschläge in den kommenden Wochen
der Obersten Zivilluftfahrtbehörde (BM für Verkehr, Innovation und
Technologie) zur Begutachtung vorlegen. Mit Beginn 2004 könnten die
notwendigen internationalen Verlautbarungen abgeschossen sein und die
Neuerungen konkret umgesetzt werden.

Verbesserungen für ca. 50.000 Menschen in Wien und
Niederösterreich

Die Umsetzung der neu gestalteten Abflugrouten und der
vereinbarten Verkehrsverteilung wird merkbare Verbesserungen für die
Region um den Flughafen bringen. Die Zahl der vom Fluglärm
betroffenen Menschen sinkt um ca. 50.000.

Zwei Beispiele: Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) rechnet für
den Tag ab einem Dauerschallpegel von 55 dB im Freien mit einer
erheblichen Belästigung. Die Zahl der Menschen, die innerhalb der
durch diese Empfehlung definierten Zone leben, wird um 40 %
zurückgehen.

Für die Nacht geht die WHO von einem Wert von 45 dB aus. Innerhalb
der dadurch definierten Zone bewirken die vereinbarten Maßnahmen
einen Rückgang um 54 %.

Weniger Landeanflüge über den Westen und Süden Wiens

Beispielsweise wurde vereinbart, dass zwischen 21:00 und 7:00 Uhr
nicht über den Westen und Süden Wiens gelandet werden soll. Das ist
eine Verlängerung der überflugsfreien Zeit um drei Stunden.
Der Westen und Süden Wiens wird durch die Verlegung von 3.500
Landeanflügen pro Jahr entlastet.

Mit der Vereinbarung von Sichtanflugstrecken wird für den 22.
Bezirk ebenfalls eine Verbesserung erreicht.

Wesentliche Verbesserungen auch für Niederösterreich

Es werden in unterschiedlichem Ausmaß fast überall Verbesserungen
spürbar werden.

Beispielsweise werden in Zukunft zwischen 21:00 Uhr und 7:00 Uhr
keine Landungen aus dem Süden stattfinden - eine Verlängerung der
überflugsfreien Zeit in der Nacht um drei Stunden.

Solidarische Entscheidungen im Interesse der Region

Möglich wurden diese Verbesserungen auch durch die Verlagerung von
Anflügen auf bisher noch weniger betroffene Gebiete. Dennoch konnten
einige der am stärksten betroffenen Siedlungsgebiete nicht oder nur
geringfügig entlastet werden. Auf diese wird sowohl in der weiteren
Arbeit des Mediationsverfahrens als auch im Evaluierungsprozess
besonders Rücksicht genommen werden.

Auf die Interessen jener Gemeinden, die nicht im
Mediationsverfahren vertreten sind, wurde beim Erarbeiten der
Maßnahmen ebenfalls Bedacht genommen.

Kontrollmechanismen vereinbart

Für die Zukunft wurde vereinbart, die Wirkung der Maßnahmen sowie
die Einhaltung des Teilvertrags zu überprüfen. Dazu wurde ein
Monitoring- und Evaluierungssystem entwickelt. Permanentes regionales
Konfliktmanagement garantiert, dass der Dialog zwischen Flughafen,
Fluglinien, Flugsicherung und Nachbarn fortgesetzt wird und dass auch
in Zukunft Änderungen vorgenommen werden können.

Es geht in die letzte Runde

Nach Abschluss des Teilvertrages geht es mit dem zweiten
Schwerpunkt weiter: Es geht um die Ausbauvorhaben der Flughafen Wien
AG und die damit im Zusammenhang stehenden Forderungen (3. Piste,
Umweltfonds, Nachtflug-regelungen, technischer Lärmschutz). Die
Grundlagen dafür liegen in Form von Zahlen, Daten und Fakten über
ökologische, ökonomische und soziale Auswirkungen bereit. Die
Entscheidungen werden anhand der Kriterien der Nachhaltigkeit fallen.
Ende 2003 soll der Mediationsvertrag vorliegen.

Weitere Details entnehmen Sie bitte der Homepage
http://www.viemediation.at

Für Rückfragen zum Mediationsverfahren:

OTS0145    2003-05-28/12:35

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF

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