ÖGB: 86 Prozent für Verschiebung der Pensionsreform auf Herbst

IFES-Umfrage: Auch 71 Prozent der Unternehmer für Herbsttermin

Wien (ÖGB). In einer vom ÖGB in Auftrag gegebenen IFES-Umfrage werden von der Mehrheit der ÖsterreicherInnen die Vorschläge der Bundesregierung zur Pensionsreform nach wie vor abgelehnt. Bei der am 17. Mai gestellten Frage "Wie gut finden Sie die Vorschläge der Regierung zur Pensionsreform?" ergab sich ein Mittelwert (1 ist sehr gut, 5 ist sehr schlecht) von nur 3,78 (57 Prozent gaben die Noten 4 oder 5). Bestärkt wird der ÖGB auch in seiner Forderung, die Pensionsreform auf den Herbst zu verschieben: 86 Prozent der Bevölkerung tritt für eine Verschiebung der Pensionsreform auf den Herbst ein. Interessant dabei: Auch 71 Prozent der Unternehmer plädieren für eine Zurückstellung der Pensionsreform auf Herbst.++++

Mittlerweile 71 Prozent der Bevölkerung und sogar 78 Prozent der unselbstständig Beschäftigten halten den gewerkschaftlichen Widerstand gegen den Regierungsvorschlag zur Pensionsreform für gerechtfertigt.

Die Botschaft der ÖsterreicherInnen bei der geplanten Pensionsreform an die Bundesregierung ist eindeutig: Auf die Frage "Sollte die Regierung die Pensionsreform bis Herbst zurückstellen und die Sozialpartner zur Erstellung eines Alternativkonzeptes einladen?", antworteten 86 Prozent mit ja, nur neun Prozent meinten, "die Regierung sollte die Pensionsreform auch gegen den Widerstand der Gewerkschaft wie geplant bis Anfang Juni durchziehen".

Eine klare Antwort gab es daher auf die Frage "Soll die Gewerkschaft die Streikmaßnahmen so lange fortsetzen, bis die Regierung bereit ist, mit den Sozialpartnern bis September ein Alternativkonzept zu erarbeiten?": 59 Prozent sagen "Ja".

50 Prozent der Gesamtbevölkerung treten dafür ein, dass die Gewerkschaften die Streikmaßnahmen "aus heutiger Sicht" fortsetzen sollen, 45 Prozent meinen, sie einzustellen, fünf Prozent machten keine Angabe. Bei den unselbstständig Beschäftigten liegt der Wert zur Streikbereitschaft bei 56 Prozent, bei ArbeiterInnen bei 59 Prozent und bei öffentlich Bediensteten sogar bei 64 Prozent. Diese IFES-Telefonumfrage unter 1.000 Personen fand am 16. und 17. Mai 2003 statt.

Auch Unternehmer gegen geplante Pensionsreform und für Herbsttermin

Bemerkenswert ist auch die deutliche Ablehnung durch Unternehmer. Aus einer zwischen 12. und 15 Mai österreichweit telefonisch durchgeführten Umfrage unter 400 Unternehmern zur Pensionsreform ergaben die Regierungsvorschläge zur Pensionsreform mit 3,59 einen ähnlich schlechten Mittelwert wie bei der Gesamtbevölkerung (3,78). 31 Prozent vergaben die Note 5 (sehr negativ), 20 Prozent die Note 4, 22 Prozent die Note 3 und 14 Prozent die Note 2. Nur sieben Prozent finden die Regierungsvorschläge sehr positiv.

Befragt wurden zum überwiegenden Teil Geschäftsführer und wo dies nicht möglich war, vertretungsbefugte leitende Angestellte von Unternehmen mit bis 200 MitarbeiterInnen. Laut Hauptverband der Sozialversicherungsträger haben nur rund 0,4 Prozent aller Unternehmen in Österreich mehr als 200 MitarbeiterInnen. Daher ist diese im Auftrag des ÖGB durchgeführte IFES-Umfrage für mehr als 99 Prozent der österreichischen Unternehmen repräsentativ.

Auch die Unternehmer lehnen es mehrheitlich ab, dass die Regierung die Pensionsreform auch gegen den Widerstand der Gewerkschaft wie geplant bis Anfang Juni durchzieht: 71 Prozent sagen "die Regierung sollte die Pensionsreform bis Herbst zurückstellen und die Sozialpartner zur Erstellung eines Alternativkonzeptes einladen". Nur 21 Prozent der Unternehmer sind für den Juni-Termin, acht Prozent machten keine Angabe. (ew)

ÖGB, 21. Mai 2003
Nr. 413

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