• 21.05.2003, 13:41:32
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  • OTS0175 OTW0175

ÖGB: 86 Prozent für Verschiebung der Pensionsreform auf Herbst

IFES-Umfrage: Auch 71 Prozent der Unternehmer für Herbsttermin

Wien (ÖGB). In einer vom ÖGB in Auftrag gegebenen IFES-Umfrage
werden von der Mehrheit der ÖsterreicherInnen die Vorschläge der
Bundesregierung zur Pensionsreform nach wie vor abgelehnt. Bei der am
17. Mai gestellten Frage "Wie gut finden Sie die Vorschläge der
Regierung zur Pensionsreform?" ergab sich ein Mittelwert (1 ist sehr
gut, 5 ist sehr schlecht) von nur 3,78 (57 Prozent gaben die Noten 4
oder 5). Bestärkt wird der ÖGB auch in seiner Forderung, die
Pensionsreform auf den Herbst zu verschieben: 86 Prozent der
Bevölkerung tritt für eine Verschiebung der Pensionsreform auf den
Herbst ein. Interessant dabei: Auch 71 Prozent der Unternehmer
plädieren für eine Zurückstellung der Pensionsreform auf Herbst.++++

Mittlerweile 71 Prozent der Bevölkerung und sogar 78 Prozent der
unselbstständig Beschäftigten halten den gewerkschaftlichen
Widerstand gegen den Regierungsvorschlag zur Pensionsreform für
gerechtfertigt.

Die Botschaft der ÖsterreicherInnen bei der geplanten
Pensionsreform an die Bundesregierung ist eindeutig: Auf die Frage
"Sollte die Regierung die Pensionsreform bis Herbst zurückstellen und
die Sozialpartner zur Erstellung eines Alternativkonzeptes
einladen?", antworteten 86 Prozent mit ja, nur neun Prozent meinten,
"die Regierung sollte die Pensionsreform auch gegen den Widerstand
der Gewerkschaft wie geplant bis Anfang Juni durchziehen".

Eine klare Antwort gab es daher auf die Frage "Soll die
Gewerkschaft die Streikmaßnahmen so lange fortsetzen, bis die
Regierung bereit ist, mit den Sozialpartnern bis September ein
Alternativkonzept zu erarbeiten?": 59 Prozent sagen "Ja".

50 Prozent der Gesamtbevölkerung treten dafür ein, dass die
Gewerkschaften die Streikmaßnahmen "aus heutiger Sicht" fortsetzen
sollen, 45 Prozent meinen, sie einzustellen, fünf Prozent machten
keine Angabe. Bei den unselbstständig Beschäftigten liegt der Wert
zur Streikbereitschaft bei 56 Prozent, bei ArbeiterInnen bei 59
Prozent und bei öffentlich Bediensteten sogar bei 64 Prozent. Diese
IFES-Telefonumfrage unter 1.000 Personen fand am 16. und 17. Mai 2003
statt.

Auch Unternehmer gegen geplante Pensionsreform und für Herbsttermin

Bemerkenswert ist auch die deutliche Ablehnung durch Unternehmer.
Aus einer zwischen 12. und 15 Mai österreichweit telefonisch
durchgeführten Umfrage unter 400 Unternehmern zur Pensionsreform
ergaben die Regierungsvorschläge zur Pensionsreform mit 3,59 einen
ähnlich schlechten Mittelwert wie bei der Gesamtbevölkerung (3,78).
31 Prozent vergaben die Note 5 (sehr negativ), 20 Prozent die Note 4,
22 Prozent die Note 3 und 14 Prozent die Note 2. Nur sieben Prozent
finden die Regierungsvorschläge sehr positiv.

Befragt wurden zum überwiegenden Teil Geschäftsführer und wo dies
nicht möglich war, vertretungsbefugte leitende Angestellte von
Unternehmen mit bis 200 MitarbeiterInnen. Laut Hauptverband der
Sozialversicherungsträger haben nur rund 0,4 Prozent aller
Unternehmen in Österreich mehr als 200 MitarbeiterInnen. Daher ist
diese im Auftrag des ÖGB durchgeführte IFES-Umfrage für mehr als 99
Prozent der österreichischen Unternehmen repräsentativ.

Auch die Unternehmer lehnen es mehrheitlich ab, dass die Regierung
die Pensionsreform auch gegen den Widerstand der Gewerkschaft wie
geplant bis Anfang Juni durchzieht: 71 Prozent sagen "die Regierung
sollte die Pensionsreform bis Herbst zurückstellen und die
Sozialpartner zur Erstellung eines Alternativkonzeptes einladen". Nur
21 Prozent der Unternehmer sind für den Juni-Termin, acht Prozent
machten keine Angabe. (ew)

ÖGB, 21. Mai 2003
Nr. 413

OTS0175    2003-05-21/13:41

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