"Neues Volksblatt" Kommentar: "Unehrlich" (Von Walter Salzmann)

Ausgabe vom 21. Mai 2003

Linz (OTS) - =

Ob die Gewerkschaft in Sachen Pensionsreform zu
weiteren Abwehrmaßnahmen schreiten wird, wird sich heute entscheiden. Klar beantwortet kann hingegen schon die Frage werden, wer die Rechnung für Betriebsversammlungen, Aufmärsche und Streiks letztlich zu bezahlen hat: Nicht die Bundesregierung (gegen die sich der Protest richtet), sondern neben der Bevölkerung vor allem die bestreikten Betriebe und Unternehmungen. Hans Sallmutter, mächtiger GPA-Chef, kümmert das nicht. Er droht nicht nur mit Streiks, sondern auch der Unternehmerseite mit einer härteren Gangart bei den Lohnverhandlungen, sollte es beim Reformkurs bleiben.
Die unzulässige Verquickung von Pensionsreform und Lohnrunden ist ein weiteres Beispiel für die Unsachlichkeit, der sich führende Gewerkschaftsbosse in der Causa Pensionsreform bedienen. Wenn etwa von Gewerkschaftsseite stereotyp behauptet wird, dass dem Pensionsbeitrag der Unternehmer von 15 Prozent ein solcher von 23 Prozent im ASVG-Bereich gegenübersteht, so wird dabei verschwiegen, dass in diesen 23 Prozent auch ein Dienstgeberbeitrag von 12,55 Prozent inkludiert ist - womit der Eigenbeitrag der Unselbstständigen somit nur rund 10 Prozent beträgt ...
Auch Verschweigen ist Unehrlichkeit.

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