- 20.05.2003, 14:28:42
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Kukacka: ÖBB am richtigen Weg, Strukturreform dennoch dringend notwendig!
Personalstand gesunken, aber Personalaufwand gestiegen
Wien, 20. Mai 2003 (OTS) "Die heute vorgelegte ‚ÖBB-Bilanz 2002’
zeigt, dass die ÖBB in einigen Bereichen auf dem richtigen Weg sind.
Eine umfassende Strukturreform ist dennoch dringend notwendig",
sagte heute, Montag, Staatssekretär Mag. Helmut Kukacka in Reaktion
auf die ÖBB-Bilanz-Präsentation. Als positiv zu werten sei
insbesondere der Anstieg der Fahrgäste im Personennah- und
Fernverkehr, sowie die Beförderungszuwächse im Güterverkehr trotz
internationaler Konjunkturschwäche! Anerkennenswert sei auch die
Steigerung der Produktivität, die sich in einem weiterhin gesunkenen
Mitarbeiterstand um 1.500 Mitarbeitern gegenüber 2001 bei
gleichzeitiger Steigerung der Beförderungsleistung zeige, betonte
Kukacka. Der Reformbedarf zeige sich aber darin, dass trotzdem der
Personalaufwand sowohl im Absatz- als auch im Infrastrukturbereich
weiter angestiegen sei und damit die Gesamtkostenstruktur der ÖBB
sich weiter verschlechtert habe. ****
"Diese weitgehend ausgeglichene Bilanz 2002 ist aber nur eine Seite
der ÖBB-Medaille, denn die präsentierten Zahlen dürfen nicht darüber
hinwegtäuschen, dass der öffentliche Finanzbedarf für das
Unternehmen ÖBB im Jahr 2002 die enorme Summe von rund 4,4 Milliarden Euro betragen hat", so Kukacka.
"Der Bund und die Steuerzahler mussten im vergangenen Jahr für
Personal und Sachaufwendungen der Infrastruktur 1,359 Milliarden
Euro aufbringen, für gemeinwirtschaftliche Leistungen 603 Millionen
Euro", betonte der Staatssekretär. Die ÖBB erhalten damit rund zwei
Milliarden Euro - was einer 10 Prozent Steigerung gegenüber dem Jahr
davor entspicht - damit sie überhaupt betriebsbereit sind und der
Schienenverkehr aufrecht erhalten werden kann. Außerdem wird rund
eine Milliarde Euro von der staatlichen SCHIG (Schieneninfrastruktur-
Finanzierungsgesellschaft) für den weiteren Ausbau der Schienenwege
(Hochleistungsstreckenausbau) zur Verfügung gestellt, die
Pensionszahlungen des Bundes betragen 1,365 Milliarden Euro.
"Diese Ziffern zeigen, dass noch ein massiver Reformbedarf für die
ÖBB besteht. Er macht die Liberalisierung des Schienenverkehrs
ebenso notwendig, wie ein verbessertes Angebot für die Kunden. Die
Reform muss aber auch zu einer stärkeren Entlastung des
Bundesbudgets führen. An der von der Regierung geplanten
Strukturreform, die gemeinsam mit Aufsichtsrat und Vorstand im Jahr
2003 beschlossen und anschließend umgesetzt werden muss, führt
deshalb kein Weg vorbei", schloss Kukacka.
OTS0195 2003-05-20/14:28
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